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Lübeck Ein Gottesdienst – viele Sprachen
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20:27 13.05.2016
Dr. Sönke Lorberg-Fehring (l.), Studiengangsleiter der Missionsakademie, Pastorin Margrit Kehring-Ibold und Rolf Martin, Ökumenebeauftragter des Kirchenkreises, bereiten den Gottesdienst vor. Quelle: Dirk Silz
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St. Lorenz Nord

„I extend to you all a warm welcome to St. Lorenz Church on this Pentecostal Sunday.“ Wenn Dr. Sönke Lorberg- Fehring, Ex-Bodelschwingh-Pastor, morgen am Pfingstsonntag diesen Begrüßungssatz wählt, spricht er nicht an seiner neuen Wirkungsstätte, der Missionsakademie an der Universität Hamburg. Nein, er wird diesen Willkommensgruß in der Lorenzkirche am Steinrader Weg aussenden.

Denn dort soll morgen ab 11 Uhr ein internationaler Gottesdienst in englischer Sprache gefeiert werden, gestaltet von zehn Stipendiaten „seiner“ Akademie. „Und wir haben St. Lorenz als Schauplatz für diesen besonderen Gottesdienst gewählt, weil hier schon seit längerer Zeit Mehrsprachigkeit zu Hause ist“, sagt der Studienleiter und erntet dabei ein zustimmendes Nicken von Pastorin Margrit Kehring- Ibold, die dort die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde leitet. „Bei uns gibt es schon seit dem Jahr 2013 jeden Sonntag eine fremdländische Lesung im Gottesdienst, meist neben der deutschen eine persische, hin und wieder auch eine arabische“, erklärt sie. Und seit anderthalb Jahren habe man – „wie bei jedem guten Kongress auch“ – eine Simultanübersetzung ins Persische und ins Arabische über Kopfhörer. „Entsprechend finden sich bei uns Leute mit drei verschiedenen Versionen an Kopfhörern – mit einem Kanal für Schwerhörige, einem Kanal für Afghanen und Iraner zum Beispiel sowie einem Kanal für Syrer, Iraker und Jemeniten“, führt sie aus.

Rund 60 Gottesdienstbesucher machen von diesem Angebot regelmäßig Gebrauch. „Insgesamt hat sich durch die internationale Arbeit die Zahl der Gottesdienstbesucher deutlich erhöht.

Auch der Altersschnitt ist erheblich heruntergegangen“, bilanziert die Pastorin. Für ihren Kollegen Lorberg-Fehring ist dieses im Kirchenkreis bisher einmalige Projekt auf jeden Fall ein Zukunftsmodell.

„Generell ist es mein Wunsch, Gottesdienst als gemeinsame Feier wiederzuentdecken“, erläutert er, „deshalb sollen die Besucher morgen auch miteinander ins Gespräch kommen und schon am Eingang Fürbitt-Gebete aufschreiben, die dann im Gottesdienst verlesen werden.“ Wie zu Pfingsten in Jerusalem werde man sich trotz der unterschiedlichen Sprachen verstehen können – „mit dem gemeinsamen Glauben an Gott und an Jesus Christus.“

Auch der neue Ökumenebeauftragte des Kirchenkreises, Rolf Martin, wird morgen dabei sein. „Etwas Ähnliches habe ich einmal zu Pfingsten in Hamburg gemacht“, erzählt er, „ich finde es einfach spannend, wenn wir einen Gottesdienst feiern, der die Vielfalt innerhalb des Christentums nicht wegwischt, sondern erkennbar werden lässt.“ Er habe die feste Gewissheit, dass Kirche nicht untergehe, sie sich aber stark verändern werde. „Denn schon Paulus schrieb: ,Anfangs unterscheiden sich Menschen, doch dann rütteln sie sich doch zusammen‘.“ mho

LN

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