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Lübeck Ein Hauch von Orient im Museum
Lokales Lübeck Ein Hauch von Orient im Museum
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20:21 15.08.2015
In orientalische Tücher und Gewänder gehüllt, konnten die Kinder Bauchtanz lernen — oder den Märchen aus „1001 Nacht“ lauschen.
Innenstadt

Einmal orientalische Prinzessin oder Kalif spielen, in buntem Kostüm Bauchtanz lernen oder den eigenen Namen nicht nur in lateinischen, sondern auch in arabischen Lettern schreiben. Auf dem Kinderfest des Günter Grass- und Willy-Brandt-Hauses konnten die kleinen Besucher spielerisch den Orient entdecken. „1001 Nacht“ war das Thema der Veranstaltung, bei der die Kleinsten an verschiedenen Ständen Gewürze und Speisen, Filme, Musik und die Kalligrafie des Orients erkunden konnten. Immer mit dabei: der „Reisepass“, in dem die jungen Museumsgänger fleißig Stempel der unterschiedlichen Erkundungs-Stationen sammelten.

So wie Saraa, die am Kalligrafie-Stand ihren Namen in arabischen Buchstaben in dem kleinen Heftchen verewigte. „Im Arabischen schreibt man von rechts nach links“, weiß die Neunjährige, die mit ihren Eltern zum Kinderfest gekommen war. „Den Orient kenne ich nur aus Märchen wie ,Aladin und die Wunderlampe‘ oder ,Ali Baba und die vierzig Räuber‘, heute habe ich schon viel dazugelernt.“

Wie etwa riechen die arabischen Gewürze, wie schmecken Baklavas, Köfte und türkischer Honig? Und welche Musikinstrumente kommen aus dem Orient? „Bei unserem Fest geht darum, den Kindern spielerisch den Zugang zu anderen Ländern zu vermitteln“, sagt Frauke Kleine Wächter, Museumspädagogin im Willy-Brandt-Haus. „Das Thema ,1001 Nacht‘ hat auch unsere Kultur geprägt, und ist heute, auch im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingsituation, von großer Bedeutung.“

Seit 2006 veranstalten Willy-Brandt- und Günter-Grass- Haus gemeinsam das Sommerfest, für Jörg-Philipp Thomsa, Leiter des Grass-Hauses, ein immer wieder besonderer Tag: „Das Fest findet jedes Jahr zu einem anderen Thema statt, es ist großartig, wie viele Unterstützer diese Veranstaltung mittlerweile hat.“ Etwa die türkisch-islamische Ditipgemeinde, die im Foyer des Grass-Hauses türkische Spezialitäten wie Börek, Lavas, Bulgursalat und Süßes verkaufte.

Außerdem unterstützt die Haukohl-Stiftung die Veranstaltung, bei der Kinder und Eltern keinen Eintritt zahlen. „Darüber hinaus hat uns der Circus Roncalli zahlreiche Freikarten für seine letzte Vorstellung zur Verfügung gestellt“, so Thomsa. Am Vormittag schauten auch die Clowns aus der Manege beim Fest vorbei. „Die haben hier unter den Kindern viel gute Stimmung verbreitet“, so Thomsa. Und auch der interkulturelle Aspekt des Kinderfestes liegt dem Museumsleiter am Herzen: „Wir bieten mittlerweile mehrere Veranstaltungen mit interkulturellem Hintergrund an — das Thema der heutigen Feier ist also nicht einmalig, sondern normal.“

Und wer gestern nach den zahlreichen Eindrücken, Gerüchen und Farben des Orients noch Lust auf etwas Flanieren hatte, konnte gleich vor der Eingangstür des Günter-Grass-Hauses das nächste Sommerfest besuchen: Die Anwohner und Ladeninhaber der Glockengießerstraße hatten zu ihrem Straßenfest geladen. Flohmarktstände, Kulinarisches und bunte Aktivitäten wie kleine Gewinnspiele lockten zahlreiche Lübecker auf das Kopfsteinpflaster der Straße. Dazu hatten viele Anwohner ihre sonst eher verborgenen Gärten geöffnet. Eine Möglichkeit für Lübecker und Besucher, diesen Altstadt-Bereich einmal etwas genauer kennenzulernen. „Man geht hier täglich vorbei, ohne wirklich zu genießen, was unsere Straße bietet“, sagt Maren Evers-Knoop, Vorsitzende der Werbegemeinschaft. „Das Straßenfest schafft dafür eine entspannte Atmosphäre.“

Katrin Diederichs

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