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Lübeck Ein Idealist mit Gerechtigkeitssinn
Lokales Lübeck Ein Idealist mit Gerechtigkeitssinn
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18:03 26.10.2017
Diese weiße Villa am Zob will er erhalten: Detlef Stolzenberg (parteilos) ist Architekt und Stadtplaner. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

Für ihn ist klar: Die weiße Villa am Zob muss bleiben. „Ein Abriss wäre ein großer Verlust für die Stadt“, sagt Stolzenberg. Er hat ein Faible für Denkmalschutz. Kein Wunder, der Architekt und Stadtplaner hat ein Jahr bei der städtischen Denkmalpflege gearbeitet. „Wir müssen mehr den Blick auf die Potenziale richten, die die Stadt hat“, ist er überzeugt. Und dazu gehört für ihn die Villa, die leersteht. Dort soll ein Ärztehaus errichtet werden. „Aber das Gebäude ist wichtig“, ist Stolzenberg überzeugt. Es stammt von 1870 und hat mit anderen Häusern den Lindenplatz eingefasst. Es entstand, nachdem die Stadttore Lübecks 1864 nachts nicht mehr abgeschlossen wurden. Doch der Abriss der Villa ist bereits beschlossen. Das hindert Stolzenberg nicht daran, für ihren Erhalt zu kämpfen.„Ich bin ein Idealist“, sagt er. In den 70er Jahren ist er aufgewachsen, war auf Anti-Atomkraft-Demos – und es ärgert ihn fürchterlich, wenn jemand ungerecht behandelt wird.

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Eine politische Heimat hat er allerdings nicht gefunden. „Das hat immer mit Menschen zu tun“, begründet Stolzenberg seine Parteilosigkeit. Und: „Ich bin sehr freiheitsliebend.“ Deshalb ist er als Solist aktiv geworden, erst bei der St.-Jürgen-Runde gestartet, saß auch für die Piraten im Bauausschuss. Er rechnet sich gute Chancen aus, in die Stichwahl zu kommen. „Warum? „Ich bin sehr ernsthaft dabei“, sagt Stolzenberg. Er wühlt sich in Themen hinein, wie beim ehemaligen Autohaus St. Lorenz. Dort gibt es Streit um die Höhe der geplanten Gebäude. Erst wurde sie festgesetzt, dann erhöht, jetzt wieder einkassiert. „Ohne Bürgerbeteiligung“, kreidet Stolzenberg an. Er ist gegen Politik in Hinterzimmern. „So spekuliert der Investor, obwohl es einen fertigen Bebauungsplan gibt.“ Wenn es an dieser Stelle aber höhere Gebäude geben soll, „muss man die Bürger vorher beteiligen“, so Stolzenberg.

So sieht es auch bei den Linden an der Untertrave aus. Der Zielort des Stadtspaziergangs. „Man hätte die Linden in die Umgestaltung integrieren können“, ist Stolzenberg überzeugt. Das hätte mehr Akzeptanz gebracht bei den Lübeckern. „Integrieren ist immer der bessere Weg.“ Sowieso setzt Stolzenberg auf Bürgerbeteiligung. Und wenn all die Wünsche der Lübecker auf dem Tisch liegen und es kein Geld dafür gibt? „Wenn man den Menschen erklärt, warum etwas nicht geht, dann akzeptieren sie das“, ist der Vater von fünf Kindern überzeugt. „So funktioniert das auch in der Erziehung.“

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Stolzenberg ist in der Dornbreite in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, lebt mit seiner Frau und den beiden jüngsten Kindern in Kronsforde, die Familie hat zwei Pferde, er fährt mit dem BMW oder dem Rad durch die Stadt. Er hat ein Stadtplanungsbüro mit acht Mitarbeitern. Zuvor war er sechs Jahre im Kreis Stormarn im Umweltamt tätig.

Josephine von Zastrow

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Sehen Sie hier, wie sich die Kandidaten im Video selbst vorstellen: 

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