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Lokales Lübeck Ein Lübecker und sein Imperium der Lego-Bausteine
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07:03 15.12.2017
Philipp Neumann und sein 2,3 Meter langer Sternenzerstörer. Quelle: Felix König
St. Lorenz Süd

Ein lebensgroßer Darth-Vader-Aufsteller und kleine Sturmtruppler-Figuren geben schon einen Hinweis darauf, wer in diesem 1,5-Zimmer-Apartment lebt. Ganz sicher ist man aber spätestens dann, wenn man den 2,3 Meter langen Sternenzerstörer vom Typ „Venator“ sieht. Philipp Neumann studiert Maschinenbau und ist ein echter Star-Wars-Fan. Seinen Sternenzerstörer hat er komplett und detailgetreu konstruiert und gebaut – ohne Vorlage und aus 50000 Lego-Bauteilen.

Ab sofort läuft „Star Wars Episode VIII – Die letzten Jedi“ in den Kinos. Philipp Neumann ist schon seit seiner Jugend ein großer Star-Wars-Fan. Das ist nicht zu übersehen: Ein 2,3 Meter langer Sternenzerstörer steht in seinem Wohnzimmer – gebaut aus Lego-Bausteinen.

Die Idee kam dem 23-Jährigen 2005, als er Episode III der Star-Wars-Reihe im Kino gesehen hatte. Sofort war der damals Elfjährige vom Sternenzerstörer begeistert. „Ich dachte nur: So was will ich auch haben.“ Losgelegt hat Neumann aber erst 2009. Mit 15 Jahren bestellte er sich die ersten Bauteile im Internet. „Ich war jung und naiv und dachte, ich baue ein bisschen drauf los.“ Konkrete Pläne, nach denen sich Neumann richten konnte, gab es nicht. Eine kleine Hilfe waren die Pläne von Lego für einen ein Meter großen Sternenzerstörer. Der war Neumann aber zu klein und zu weit entfernt vom Original aus dem Film. Er wollte einen 1,50 Meter langen Zerstörer konstruieren. Als er zu 75 Prozent fertig war, änderte er seine Meinung nochmal. Größenwahn nennt er es heute: „Ich wollte den noch größer haben.“ Also baute er den Zerstörer wieder auseinander. Neben den „Trümmern“ kamen Neumann dann aber die Zweifel. „War das die richtige Idee? Man investiert so viel Zeit und Geld.“ Ein Lego-Baustein kostet etwa zehn Cent, das macht bei 50 000 Steinen 5000 Euro.

Heute ist der Sternenzerstörer 2,3 Meter lang. „Das Wichtigste war für mich immer, dass die Proportionen stimmen und alles maßstabsgetreu ist.“ Dafür musste er manchmal auch improvisieren und die verschiedenen Lego-Teilchen kombinieren. Geklebt hat Neumann aber keinen einzigen Stein.

Der Student hat den Lego-Sternenzerstörer schon auf Messen präsentiert. Nicht nur Kinder seien von seinem „Hingucker“ begeistert gewesen. „Da springt einem das Herz schon höher,“ sagt Neumann.

Insgesamt sieben Jahre hat der Student an seinem Projekt gearbeitet. Emotional hängt er allerdings nicht an seinem Lego-Raumschiff. Er plant heute schon das nächste Projekt: Natürlich zum Thema Star Wars und natürlich ein Raumschiff. Was genau, kann der Student noch nicht sagen. Eines steht jedoch fest. „Über drei Meter groß soll das nächste Raumschiff werden.“ Dafür muss der 23-Jährige in seiner kleinen Wohnung erstmal Platz schaffen. Den Sternenzerstörer will er deswegen verkaufen. Vielleicht lässt sich Neumann von dem neuen Star-Wars-Film „Die letzten Jedi“ inspirieren. Den schaut er sich zusammen mit seinem Vater und Bruder im Kino an.

Von Saskia Hassink

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