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18:03 26.10.2017
Thomas Misch vor dem früheren Haus seiner Eltern: Der Politiker verlebte in Herrenwyk eine glückliche Kindheit. Quelle: Lutz Roessler
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Ein Stadtspaziergang mit Thomas Misch - das ist tiefes Eintauchen in die Lübecker Geschichte. Der 60-jährige Politiker ist in Herrenwyk geboren und aufgewachsen. Von 1957 bis 1976 wohnte er mit Mutter, einer Halbschwester und Vater in einer Werkswohnung der Metallhütte in der Kücknitzer Hauptstraße. Die Wohnung lag in einer Villa mit großem, gepflegten Garten. Heizung und Wasser waren kostenlos, nur den Strom musste die Familie zahlen. Der Vater war leitender Angestellter bei der Metallhütte, fuhr mit dem Rad zur Arbeit. Thomas Misch besuchte die Volksschule Utkiek und verlebte eine „glückliche Kindheit“.

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Beim Gang durch das Quartier schildert er minutiös, wie sich die Arbeitersiedlung durch den Niedergang der Schwerindustrie veränderte. Den Wandel hält er für gelungen. Wo früher Tausende Arbeiter zur Schicht strömten, genießen heute Senioren ihren Lebensabend. Ohne Punkt und Komma kann Misch, der seit 2003 in Travemünde wohnt, über seine Heimat reden. „In meinen Zeugnissen stand bis zum 14. Lebensjahr, Thomas beteiligt sich nicht am Unterricht“, erzählt er lachend. Als er seine kaufmännische Ausbildung bei BMW startete, erkannten die Vorgesetzten schnell, dass der Wortgewandte in den Verkauf muss.

Jetzt betreibt er Verkauf in eigener Sache. Dabei hätte es den Kandidaten Mischbeinahe nicht gegeben - wenn die SPD Konstanze Wagner und nicht Jan Lindenau zur Kandidatin gekürt hätte. Denn Wagner wäre wie er, sagt Misch - nicht draufhauen, sondern Menschen mitnehmen. Seine politischen Ziele sind bezahlbare Wohnungen, Wiedereröffnung der Stadtteilbüros, langfristig der Rückkauf von Anteilen an der Hafen-Gesellschaft und den Stadtwerken, die Absenkung der Erbpachtzinsen und - 300 Beschäftigte mehr für die Stadtverwaltung, was nicht so recht nach „Maß und Mitte“ klingt. Das muss sein, findet er. Das wäre ein riesiger Schluck aus der Pulle, aber das sei unabdingbar, wenn auch nur über Jahre möglich, erklärt der Bewerber, der als Bürgermeister einen neuen Fachbereich einrichten würde - für Energie und Umwelt.

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Wahlkämpfen mache ihm ausgesprochen viel Spaß, berichtet der Kandidat der Freien Wähler. In den 1980er Jahren war er CDU- Mitglied, von 2008 bis Anfang 2012 Mitglied der Bürger für Lübeck (BfL).

Während der BfL-Mitgliedschaft trat er bei den Freien Wählern ein, leitete einige Jahre den Landesverband, jetzt ist er Chef des Kreisverbandes. Kandidiert hat Misch schon für alles Mögliche - drei Mal für den Landtag, ein Mal für Europa und ein Mal für den Bundestag. Sein täglich Brot verdient er als stellvertretender Fraktionsgeschäftsführer der Bürgerschaftsfraktion. Zur Arbeit fährt er meistens mit dem Rad. Rund 7000 Kilometer spult er im Jahr ab. Auch bei der Bewertung des Radwegenetzes neigt Misch nicht zum Draufhauen: „Das ist nicht so desaströs, wie es oft dargestellt wird.“

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