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Lübeck Ein Politiker seit Jugendtagen
Lokales Lübeck Ein Politiker seit Jugendtagen
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18:03 26.10.2017
Alteingesessene Läden wie „Uwes Schraubstube“ sind ein Markenzeichen des Quartiers, in dem Jan Lindenau wohnt. Quelle: Fotos: Felix König
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Lübeck

Treffpunkt in einer SPD-Hochburg. Lindenau kommt zu Fuß zur Einkaufszeile in den Hansering. Seit vier Jahren wohnt er mit seiner Frau und seinem siebenjährigen Sohn ganz in der Nähe, in einem kleinen Reihenhaus. „Das hier ist Teil meines Wohnumfeldes“, erzählt der Mann, der auf der Altstadtinsel groß wurde. Lindenau, der keinen Führerschein hat und meistens zu Fuß geht, hat eine Bushaltestelle vor der Tür, damit er seinen Sohn zur Schule bringen kann. Alle Waren des täglichen Gebrauchs kann er am Hansering einkaufen – es gibt mehrere Discounter, Drogerie, Apotheke, medizinische Versorgung, drei Frischemärkte und einen Bäcker. So stellt Jan Lindenau sich ein funktionierendes Quartiersleben vor.

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Der 38-Jährige ist heute leger gekleidet. Langer, heller Mantel, Jeans. Sonst kennen die Bürger ihn im Anzug. „Das gehört nun einmal zu meinem Beruf“, sagt der Bankkaufmann, der gehobene Privatkunden betreut und Häuslebauern bei der Finanzierung hilft. Im Wahlkampf lässt er dann schon mal die Krawatte weg.

Lindenau stammt aus einfachen Verhältnissen. Der Vater war Postbeamter, die Mutter Näherin von Herrenbekleidung. Er ist Einzelkind, ging auf die Emanuel-Geibel- und später auf die Hanse-Schule, wo er seine Fachhochschulreife ablegte. Er ist nie aus Lübeck weggegangen und arbeitet seit 21 Jahren bei derselben Bank. Nie Fernweh gehabt?

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Die Politik habe ihm früh ermöglicht, „halb Europa kennenzulernen“. Lindenau besuchte zahlreiche Hansetage. Mit 15 oder 16 Jahren engagierte er sich im Jugendrat, mit 17 trat er in die SPD ein. Wegen der Brandanschläge auf die Synagoge organisierte er zusammen mit Mitstreitern eine der größten Schüler-Demos, die Lübeck je erlebte. Später setzte er die Skater- Anlage in der Kanalstraße gegen „die Autolobby“ durch. Kommunalpolitik, das sei der direkte Einfluss und der unmittelbare Kontakt zu den Bürgern. „Ich wollte nie in Landtag oder Bundestag.“

Seit 2013 leitet er die SPD-Fraktion im Rathaus, er kennt die Prozesse in- und auswendig. Aber nicht alles wird so, wie er sich das vorstellt, und nicht alles gelingt ihm. Lindenau stellt immer wieder fest, dass Verwaltung mit den Bürgern nicht richtig redet. Wenn er sich in konkreten Sachen wie die Schulhofumgestaltung der Holstentor-Gemeinschaftsschule einmischt, „dann krieg ich Puls“.

Lindenaus Anspruch ist, Politik für die zu machen, denen es nicht so gut geht. „Armut kann man sehen“, sagt er und zeigt den Standort der Tafel am Kolberger Platz. Kommunalpolitiker können Hartz IV nicht erhöhen, aber sie können Sozialkaufhäuser einrichten. Neben dem Wohnungsbau sei das eines der herausragenden Zukunftsthemen. Lindenau: „Wir müssen gegensteuern.“

Kai Dordowsky

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