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Lübeck Ein Solarboot für besseres Klima
Lokales Lübeck Ein Solarboot für besseres Klima
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20:14 04.10.2017
Machen die Leinen los: Norbert Franke, Karin Rincke, Sebastian Büttner und Sandra Albert (v. l.). Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob

Wie bestellt schien beim Ablegen des zum Solarboot umgebauten Schiffs die Sonne. Am Anleger an der Puppenbrücke wurden die Leinen los gemacht und eine Arbeitsgruppe der fünftägigen Jugendklimakonferenz an Bord genommen. Die Jugendlichen aus verschiedenen Nationen, die auf der „Passat“ tagten, konnten aus nächster Nähe erleben, wie es sich anfühlt, mit der Kraft der Sonne zu schippern. „Jetzt, nach neun Monaten Arbeit ist der Umbau geglückt“, sagte Umweltingenieur Sebastian Büttner, der zusammen mit den Sozialpädagogen Sandra Albert und Norbert Franke das Boot zeigte.

Der Verein Solarboot-Initiative hat sein erstes solarbetriebenes Boot präsentiert. Teilnehmer der Jugendklimakonferenz haben den Katamaran jetzt getestet. Auf ihrer Tagung in Travemünde fordern die Jugendlichen unter anderem einen sofortigen Ausstieg aus der Kohlekraftenergie.

Auf das Dach haben die Tüftler Photovoltaik-Module gebaut, die den Sonnenstrom erzeugen. Der Dieselmotor wurde ausgebaut, dafür ein Elektromotor eingebaut. Moderne Akkus speichern die Energie für Zeiten ohne Sonne.

„Es ist beeindruckend und macht Spaß zu sehen, wie Mobilität auf dem Wasser sauber, leise und ohne fossile Brennstoffe funktioniert“, sagt Jochen Brumm, einer der Aktiven. Jetzt könne die Solarboot-Initiative Lübeck mit einem innovativen und ökologisch wegweisenden Projekt zeigen, dass es auch ohne Dieselmotor gehe. „Denn viele Bootsbesitzer träumen zwar davon, die Natur auf dem Wasser ohne Abgase und Lärm zu genießen, aber wissen nicht, wie einfach der Umbau zum Solarboot ist“, so Büttner.

Interessiert zeigten sich die Klimaschutzteilnehmer auf der ersten Fahrt. Sie konnten hautnah spüren, wir leise das Surren des Elektromotors statt des lauten Diesels ist. „Man kann ganz genau den von der Sonne eingefangenen Stromfluss auf einem Display sehen“, erklärte Büttner. Auf der Fahrt kam die Anlage immerhin auf eine kontinuierliche Leistung von etwa 1000 Watt – genügend Power für eine Tour auf dem Stadtgraben mit drei Knoten. Zwei der Dieselmotoren sind jetzt raus. Um auch den zweiten gegen einen Elektromotor ersetzen zu können, benötigt der Verein etwa 10000 Euro. Er bemüht sich jetzt, diese Summe einzuwerben. Mit einem Bildungsarbeitskonzept sollen künftig Gruppen zu Bootsbesichtigungen und Bildungsfahrten eingeladen werden. An Bord können Interessierte, Bootsbesitzer, Schulklassen und Profis die klimafreundliche Technik hautnah erleben.

Ihre Beratungen von der Tagung auf der „Passat“ wollen die Jugendlichen in Bonn auf der UN-Klimakonferenz in konkrete Forderungen münden lassen. „Wir fordern, dass Klimaschutzvereinbarungen endlich verbindlich werden, damit auch Strafen verhängt werden können“, so Julia Voigt, Organisatorin der Tagung. Auf Donald Trumps Auffassung zum Thema gingen die Jugendlichen nicht näher ein. „Der leugnet ja sogar Klimaveränderungen“, so Voigt.

Von Rüdiger Jacob

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