Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Ein Tag gegen das Vergessen
Lokales Lübeck Ein Tag gegen das Vergessen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 24.03.2017
Organisatoren des Aktionstags: Sven Theißen (v. l.), Antje Peters-Hirt, Olivia Kempke und Philip Borth. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Anzeige
Lübeck

Auf dem Markt treten acht Fußballmannschaften mit je fünf Spielern in einem „Interkulturellen Kleinfeldturnier“ an. Der Fokus liege in diesem Jahr auf dem Umgang mit Flüchtlingen in Lübeck — in der Nachkriegszeit und heute, sagt Antje Peters-Hirt, Mitorganisatorin des Aktionstages. „Die Situation in Deutschland macht die Geschichte aktueller denn je.“

Aktionstag am 19. März

Radtour: Zwangsarbeit in Lübeck — Fahrt zum Gelände der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken (10 Uhr, Anmeldung: brockmann@foni.net).

Führungen: Lager Pöppendorf (10 Uhr), rund um den Bahnhof (10.30 Uhr), St. Lorenz Süd (10.30 Uhr).

Auf dem Markt: Fußball-Mini-WM (ab 11 Uhr), Beginn der zehn Spaziergänge (13.45 Uhr), mehrsprachiges Erzähltheater, Human-Table-Soccer (11-16 Uhr).

Infos: www.klopfklopf.net.

Für das Fußballturnier wird ein 10 mal 15 Meter großes Kunstrasenfeld auf dem Markt aufgebaut. „Sport ist eine tolle Möglichkeit, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken“, sagt Sven Theißen vom VfB Lübeck. „Auf dem Platz sind alle gleich.“ Theißen und Philip Borth, Mitarbeiter des Lübeck Managements, rühren bei Fußballvereinen in Lübeck und Umgebung die Trommel, um die Mannschaften zusammenzustellen. „Natürlich werden Flüchtlinge Teil des Ganzen sein“, sagt Theißen.

Ihren ersten Aktionstag richtete die Initiative 2012 aus. Sie wollte ein Zeichen gegen die Neonazis setzen, die immer zum Jahrestag der Bombardierung Lübecks am Palmsonntag 1942 demonstrierten. Seit 2013 kommen sie nicht mehr, aber der Aktionstag ist geblieben.

In zehn themenbezogenen Spaziergängen in der Innenstadt und ihrer Umgebung können Teilnehmer sich über die Geschichte des Nationalsozialismus in Lübeck informieren. Einer davon führt in die Synagoge an der St.-Annen-Straße, die gerade saniert wird. Außerdem gibt es Führungen in anderen Stadtteilen — darunter eine über das Gelände des ehemaligen Lagers Pöppendorf im Waldhusener Forst — und eine Fahrradtour zu den Spuren der Munitionsfabriken in Schlutup (Anmeldung erforderlich). Die Marienkirche beteiligt sich mit einer Abendandacht zum Gedenken an Palmarum 1942.

kab/kba

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige