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Lübeck Ein Traumschloss als Theater für alle
Lokales Lübeck Ein Traumschloss als Theater für alle
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21:17 26.05.2016
Hier entsteht sein „Traumschloss“: In der Geverdesstraße will Bernd Schießmann ein neues Theater etablieren. Quelle: er

St. Lorenz Nord. Ein Theater, das nicht nur Kunst vermittelt, sondern auch das Schaffen von Kunst wecken soll. Ein Theater, das gesunde sowie geistig oder körperlich beeinträchtigte Kinder gleichermaßen miteinbezieht. Das ist der Traum von Bernd Schießmann, den er nun wahrwerden lässt. Ab Juni eröffnet der Schauspieler aus Lübeck ein neues Kinder- und Jugendtheater in der Geverdesstraße.

Dort soll aus einem ehemaligen Laden ein Schauspielhaus für etwa 70 Gäste geschaffen werden. „Es soll kein großes Theater werden, wir setzen eher auf Qualität, denn auf Quantität“, erklärt Schießmann. Mit seinem siebenköpfigen Team aus Schauspielern, Ergo- und Physiotherapeuten und Technikern steckt er noch mitten in den Vorbereitungen. Auf einen Namen konnten sie sich bisher nicht einigen. Bisher läuft das Projekt unter dem Arbeitstitel „Traumschloss“. Das Ziel ist für Schießmann umso klarer: Er möchte neben reinen Theatergruppen auch ein therapeutisches Angebot für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen entwickeln. Schießmann weiß aus familiären Erfahrungen um die Bedürfnisse von behinderten Menschen. „Es ist schrecklich, wie benachteiligt viele Menschen behandelt werden, wenn es um ein künstlerisches Angebot geht“, sagt er. Und er weiß auch, wie glücklich diese Menschen sind, wenn sie eingebunden werden. „Ich möchte niemanden ausschließen, denn Theater ist für alle da“, sagt der 33-Jährige. „Wir müssen alle lernen, miteinander umzugehen und Ängste aufbrechen.“

Besonderen Wert legt der gebürtige Greifswalder auf die Freude am Theater. „Viele wollen Kultur vermitteln, vergessen aber dabei den Spaß.“ Diese Freude möchte er möglichst vielen Menschen bereiten.

„Unsere Preise werden sich auch an nicht so gut situierten Leute orientieren“, verspricht er.

Im Herbst soll das Programm bereits starten. „An Wochenenden soll es Kinderstücke für Drei- bis Sechsjährige geben, ein Schauspielkurs für Kinder ab acht Jahren und eine feste Theatergruppe ab zwölf Jahren ist geplant“, erklärt er. Schießmann sucht auch erwachsene Schauspieler; Laien und Profis sollen gemeinsam auf der Bühne stehen.

Bis Ende des Jahres will Schießmann sein Theater fest etablieren. Einen kurzen Blick in die fernere Zukunft wagt er aber schon einmal. „Es wäre toll, wenn wir in ein paar Jahren in der Lage wären, den Therapiebedarf abzudecken; und wenn wir es erreichen könnten, dass die Leute offener mit Menschen mit Beeinträchtigungen umgehen.“

Um Unterstützung wirbt das Projekt unter startnext.com/kukluebeck.

Elisabeth Riedel

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