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Lübeck Ein Umzug mit Geschrei
Lokales Lübeck Ein Umzug mit Geschrei
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22:12 29.06.2017
Dr. Michael Gembicki untersucht die schwangere Yvonne Trilk vor ihrer Umzugsfahrt. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
St. Jürgen

„Wir schaffen das.“ steht auf den großen Info-Zetteln, die mehrfach im Treppenhaus der Frauenklinik auf dem Uni-Campus aufgehängt wurden – mit Ablaufplan und wichtigen Hinweisen. Und es ist so gut wie geschafft. „Denn heute ist der letzte Tag der viertägigen Umzugs-Aktion“, berichtet Prof. Achim Rody, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, „die Gynäkologische Station, die Ambulanzen sowie der OP-Bereich sind schon drüben eingerichtet; jetzt folgen der Kreißsaal, die Neonatologie und die Wöchnerinnenstation.“

Frauenklinik bezieht das neue Zuhause – Hochsensibler Transport von Schwangeren und Frühchen.

Mit „drüben“ meint der Mediziner das neue Eltern-Kind-Zentrum, Elki abgekürzt, das direkt als Anbau des Uni-Zentralklinikums entstanden und vor zehn Tagen eingeweiht worden ist. „Die ersten Eingriffe in den beiden OP-Sälen konnten wir dort schon durchführen“, bemerkt er. Und die erste „Elki-Entbindung“ wird wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. „Momentan ist in den neuen Räumlichkeiten schon eine Patientin unter Geburt angekommen, die regelmäßig Wehen hat“, berichtet der Klinikchef.

Noch nicht umgezogen von Station 16 ins Haus 40 ist Yvonne Trilk. Die 27-Jährige aus Siebeneichen erwartet ihr erstes Kind und ist aufgrund von auffälligen Cardiotokografie-(CTG)-Daten bei einer Routine-Untersuchung zur Überwachung in die Uniklinik geschickt worden. „Ich bin vorsichtshalber hier, weil ich eine Risikoschwangerschaft habe und mein Junge vorerst bitte noch länger in meinem Bauch bleiben soll“, erzählt die werdende Mutter.

Bettruhe sei ihr verordnet worden. „Und momentan fühle ich mich super“, fügt sie an. Es sei schon witzig, dass sie an diesem „historischen“ Ereignis teilnehme. Während die junge Frau noch auf ihren Liegendtransport wartet, ist auf dem Stationsflur mit aktuell zehn Schwangeren eine Menge los. Eine Handvoll Mitarbeiter der vom UKSH beauftragten Speditionsfirma wuselt durch den ersten Stock. Kein einziger voller Umzugskarton, der auf dem Flur steht, ist vor ihnen sicher. Medizinische Geräte werden mit Folie ummantelt und postwendend abtransportiert.

Für Oberarzt Dr. Michael Gembicki steht fest: „Das ist ein Jahrhundertereignis für uns alle – eine einmalige Geschichte. Entsprechend groß war die Aufregung im Vorfeld; aber jetzt, wo alles so professionell abläuft, sind alle sehr ruhig und konzentriert.“ Die monatelange Vorplanung sowie die sehr aufwendige Konzeptionsphase hätten sich so mehr als bezahlt gemacht, fügt der stellvertretende Leiter der Geburtshilfe an.

Ein Stockwerk tiefer auf Station 12N kümmern sich Prof. Christoph Härtel und Dr. Pia Paul um das letzte der insgesamt sechs Frühchen. Das Baby ist 14 Wochen vor dem eigentlichen Termin zur Welt gekommen und nun auf die Hilfe eines Inkubators angewiesen. „Wir haben in der Früh mit dem ersten Transport ins Elki angefangen und machen jetzt die letzte Tour“, erklärt die Stationsärztin. Bei der kurzen begleiteten Fahrt mit dem Rettungswagen über den Campus müsse jeder erdenkliche Stress vermieden werden – sei es durch das Überfahren von Bodenwellen oder laute Geräusche.

Bei aller Freude über das hochmoderne und lichte neue Zuhause schwingt auch Abschiedswehmut mit. „Das Haus ist fast 100 Jahre alt, und 60 Jahre davon war es eine Gynäkologie“, sagt Klinikchef Rody. Zwischen 60000 und 70000 Kinder hätten hier das Licht der Welt erblickt. „Ein Trost ist, dass der Altbau nicht abgerissen wird und die Universität ein ,Haus der Lehre‘ daraus machen möchte.“

Drei Storchenparkplätze

Das neue Eltern-Kind-Zentrum

ist in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik entstanden und an das Zentralklinikum angegliedert. Mit dem Umzug wurden auch drei Storchenparkplätze direkt vor dem Eingang eingerichtet.

Werdende Väter können hier parken und ihre Frauen begleiten. Drei Kliniken sind im Elki zu finden: die Kinderklinik, die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie die Kinderchirurgie.

Michael Hollinde

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