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Lübeck Ein deutliches Zeichen gegen Intoleranz
Lokales Lübeck Ein deutliches Zeichen gegen Intoleranz
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21:26 21.04.2016
Feiern vor zerschlagenen Scheiben: Von den Angriffen zeigen sich die Gäste und Organisatoren des Café Welcome unbeeindruckt. Quelle: Petersen

Rührende Augenblicke in der Clemensstraße: „Wir sind euch für den Support wirklich dankbar“, ruft Emma-Luise Weber, Organisatorin des Café Welcome, den zahlreichen Menschen vor dem Blauen Engel zu. Zum ersten Mal nach den Angriffen, bei denen Unbekannte die Scheiben der Studentenkneipe einschlugen und abgetrennte Schweinekopfhälften in das Gebäude warfen, findet das beliebte Treffen von Hansestädtern und Geflüchteten statt.

Kneipen wie die Sternschnuppe, der Tonfink und das Haus 6 drücken über die Facebook-Seite des Blauen Engels ihre Solidarität aus. „Als direkte Nachbarn und Freunde sind wir erschüttert — wir stehen zu euch“, schreibt das Haus 6 auf die Seite des Blauen Engels.

Trotz des Vorfalls findet das Café Welcome wie gewohnt statt: ein deutliches Zeichen der Betreiber und der Hansestädter. „Normalerweise sind hier vielleicht 50 Leute“, erzählt eine junge Frau. Jetzt sind über 100 Menschen vor der Kneipe. In der Sonne stehen und sitzen sie in Gruppen zusammen, haben sich Sprachpartner gesucht und unterhalten sich bei einer Tasse Kaffee über Gott und die Welt.

„Ich bin seit fast zwei Jahren in Lübeck und komme immer zum Café Welcome“, erzählt ein 25-jähriger Syrer. Auch Bacar Gadji, Einrichtungsleiter des DRK Lübeck, ist spontan gekommen. Der Senegalese bietet lautstarke Unterstützung mit seiner Trommel. In wenigen Minuten ist die schmale Clemensstraße voll mit Menschen. Sie feiern, lachen, feuern sich gegenseitig an und belohnen den Mut derjenigen, die sich zu tanzen trauen, mit lauten Rufen, Pfiffen und Applaus.

„Wahnsinn — ich habe total Gänsehaut“, flüstert Janina Reuter. Die 23-jährige Studentin ist gleich mit mehreren Freunden in die Clemensstraße gekommen. Noch einmal berichtet Weber den Gästen vom Angriff. Als ihre kurze Ansage auf Arabisch und Farsi übersetzt wird, herrscht betretenes Schweigen im Hof. „Wir haben aber keine Angst “, sagt Weber deutlich.

Unterstützung erhält der Blaue Engel auch von der Uni Lübeck. Hendrik Lehnert, Präsident der Universität, erklärt: „Wir werden Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit jederzeit mit der allergrößten Entschiedenheit entgegentreten.“ Damit spricht er nicht nur im Namen der Hochschule, sondern auch den Gästen des Café Welcome aus der Seele.

Von tp

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