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22:27 29.02.2016
Seit gestern Vormittag sind Alexandra und Meik Kolbe stolze Eltern von Zwillingen. Laura (l.) und Lisa kamen gegen 10 Uhr in der Lübecker Uniklinik zur Welt. Die glücklichen Eltern wollen den Geburtstag der Mädchen die nächsten drei Jahre am 1. März feiern. Quelle: Felix König
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St. Jürgen

Laura und Lisa verschlafen den ersten Foto-Termin ihres Lebens. Warm zugedeckt und in hellrosa Strampelanzügen liegen die Zwillinge zusammen in dem kleinen Baby-Bettchen. Ihre Augen sind geschlossen, immer wieder strecken die Mädchen ihre kleinen Arme in die Höhe. Öffnen ihre Münder zu einem zufriedenen Gähnen.

„Kinder kommen eben, wenn es soweit ist.“

Johanna Baran, leitende Hebamme

Nur wenige Stunden zuvor, um 9.55 und 10.02 Uhr, kamen Laura und Lisa gestern in der Frauenklinik der Lübecker Uniklinik zur Welt. Und das an einem ganz besonderen Datum: Denn ihren Geburtstag, den 29. Februar, gibt es nur alle vier Jahre, in einem Schaltjahr. In den übrigen Jahren müssen sich ihre Eltern entscheiden: Feiern sie den Geburtstag ihrer Kinder am 28. Februar. Oder gratulieren sie doch besser erst am 1. März?

Hier sehen Sie die Schaltjahrskinder in einer Bildergalerie.

„Der Tag ist nicht unbedingt ein Geburts-Wunschtermin für werdende Eltern“, sagt Johanna Baran, leitende Hebamme der Frauenklinik. Aus diesem Grund gebe es an diesem Tag auch kaum Termine für Kaiserschnitte oder Geburtseinleitungen. Doch nicht immer können Eltern den 29. Februar als Geburtstermin vermeiden: „Kinder werden eben geboren, wenn es soweit ist“, sagt Baran schmunzelnd. „Und letztendlich überwiegt dann auch bei den Eltern die Freude, als dass sie sich über den 29. Februar Gedanken machen.“

Auch Laura und Lisa sollten erst am Donnerstag per Kaiserschnitt geboren werden. Gestern kamen sie jedoch auf natürlichem Weg zur Welt. „Dass es so schnell geht, darauf war ich gar nicht vorbereitet“, sagt ihre Mutter Alexandra Kolbe.

Wegen Schwangerschaftskomplikationen war die 33-Jährige zuvor zehn Wochen lang stationär in der Frauenklinik behandelt worden. „Ich musste liegen, für mich war ganz klar, dass ich Laura und Lisa nur per Kaiserschnitt bekommen kann“, sagt sie. Doch dann setzten gestern Morgen die Wehen ein. „Die Geburt ging so schnell, mir konnten nicht einmal mehr Schmerzmittel verabreicht werden.“ Liebevoll und immer noch etwas ungläubig betrachtet sie ihre schlafenden Kinder. Den Geburtstag der Zwillinge werden sie und Ehemann Meik in den kommenden drei Jahren am 1. März feiern.

Laura und Lisa sind nicht die einzigen Schaltjahreskinder, die gestern in Lübeck geboren wurden: Allein fünf Neugeborene kamen gestern Vormittag an der Uniklinik zur Welt. Im Marien-Krankenhaus gab es bis zum Nachmittag ein Schaltjahreskind.

Leonard Casper gehört zu den Neugeborenen, die gestern in der Uniklinik geboren wurden — sechs Wochen zu früh. „Ich habe in der Nacht ein Ziepen im Bauch gespürt und bin zur Klinik gefahren“, sagt seine Mutter Franziska Reuter. „Als ich hier war, sagte mir die Hebamme nur: ,Ihr Kind kommt jetzt‘“.

Nur 20 Minuten später war Leonard da. Jetzt muss das Frühchen noch eine Woche in einem Wärmebett auf der Station verbringen. „Er ist gesund und schreit, es ist ein überwältigendes Gefühl“, sagt Franziska Reuter. Über das Geburtsdatum hatten sie und Lebensgefährte Joachim Kurowski (28) sich erst nach der Geburt Gedanken gemacht. „Wir waren zu beschäftigt“, sagen die jungen Eltern lachend.

Auch sie wollen zukünftig den Geburtstag ihres Sohnes am 1. März feiern. „Und alle vier Jahre gibt es dann eine besonders große Geburtstagsparty.“

Katrin Diederichs

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