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Lübeck „Ein gutes Gefühl“: Innenminister besucht den Volksfestplatz
Lokales Lübeck „Ein gutes Gefühl“: Innenminister besucht den Volksfestplatz
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10:15 22.12.2015
Innenminister Stefan Studt (2 v. r.) und Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe besuchten gestern auch die Schule der Erstaufnahme. Dort sprachen sie mit Schülerin Maryarm Ahmadi aus dem Irak. Quelle: Maxwitat
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St. Gertrud

Er möchte sich ein eigenes Bild der gegenwärtigen Lage machen: Seit gestern besichtigt Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes. Vor seinem Termin in Lübeck war der Sozialdemokrat gestern bereits in Unterkünften in Kiel, Fargau-Pratjau, Lütjenburg und Oldenburg zu Gast. Bis Mittwoch wird Studt insgesamt 15 Landesunterkünfte, darunter auch die Erstaufnahmen in Neumünster, Boostedt und Rendsburg besuchen.

Bei seiner Stippvisite in Lübeck wurde er von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) begleitet. Bacar Gadji, stellvertretender Kreisgeschäftsführer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), führte die Männer durch die Einrichtung. Immer wieder blieben sie stehen, sprachen mit Bewohnern und Mitarbeitern über deren Alltag im Containerdorf. Das Fazit des Innenministers: „Ich war schon häufiger hier, es ist faszinierend, wie über die Wochen und Monate die Dinge hier weitergehen.“

Besonders angetan zeigte er sich von der neuen Schule der Unterkunft, seit Anfang Dezember erhalten hier Kinder und erwachsene Schutzsuchende Deutsch-Unterricht. Zuvor bekamen in Lübeck nur diejenigen Flüchtlingskinder DaZ-Unterricht, die schon in regulären Unterkünften wohnten. „Es ist wichtig, dass die Menschen hier Beschäftigungsmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen haben“, so der Innenminister.

Um die 1070 Schutzsuchende leben zurzeit in dem Containerdorf auf dem Volksfestplatz, täglich kommen im Durchschnitt 30 Personen hinzu. Aber auch Auszüge vermeldet die Landesunterkunft: „Gerade vergangene Woche haben wir 300 Personen auf die Kommunen Schleswig-Holsteins verteilt“, sagt Bacar Gadji. Lübeck erhalte, so Bernd Saxe, wöchentlich um die 80 Personen, „die Zahl ist aber schwankend“, so der Bürgermeister. Auch mit seinen Besuchen in den anderen Erstaufnahmeeinrichtungen war Stefan Studt zufrieden: „Ich habe insgesamt bisher ein ganz gutes Gefühl“, sagte der Minister.

In den vergangenen Monaten habe man jedem Asylbewerber in Schleswig-Holstein eine Unterkunft vermitteln können. „Dennoch möchte ich mir auch ein persönliches Bild von den Einrichtungen machen“, so Studt. „Es ist großartig, was wir in Schleswig-Holstein schon alles geschafft haben.“

Und so zeigte er auch wenig Verständnis für die Kritik von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), dass Schleswig-Holstein mit der Durchreise von rund 60000 unregistrierten Flüchtlingen nach Schweden die europäischen Dublin-Regeln gebrochen habe. Studt: „Ich habe für die Kritik zu diesem Zeitpunkt kein Verständnis, Herr Maas weiß, in welcher Situation wir alle in der vergangenen Zeit gewesen sind.“

Die Erstaufnahme auf dem Volkfestplatz soll, so Studt, noch bis 2017 bestehen bleiben, dann sollen Asylbewerber in einer festen Erstaufnahme im Stadtgebiet unterkommen. An der Kronsforder Landstraße möchte das Land eine Unterkunft für rund 1500 Flüchtlinge errichten (die LN berichteten). „Wir werden dafür auch im kommenden Jahr wieder das Gespräch mit den Anwohnern suchen“, kündigte Studt an.

Informationsreise
Heute geht die Reise des schleswig-holsteinischen Innenministers weiter in die Erstaufnahmen in Neumünster, Boostedt, Kellinghusen, Glückstadt und Itzehoe.
Morgen macht sich Stefan Studt bis zum Nachmittag einen Eindruck von den Landesunterkünften in Albersdorf, Seeth, Eggebek, Rendsburg.
Die Lübecker Erstaufnahme auf dem Volksfestplatz hat zurzeit eine Kapazität von rund 1590 Plätzen — rund 1070 Bewohner leben gegenwärtig in den Containern der Unterkunft.

Katrin Diederichs

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