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Lübeck Ein neuer Kran für den Lehmann-Kai
Lokales Lübeck Ein neuer Kran für den Lehmann-Kai
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22:30 24.10.2013
Das gewaltige Fahrwerk des mobilen Krans wurde gestern am Lehmann-Kai 4 angelandet. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Reges Treiben gestern Mittag auf dem 80 000 Quadratmeter großen Cargo-Terminal-Lehmann (CTL) in Siems: Während Arbeiter unermüdlich am Lehmann-Kai 4 Bahngleise herausreißen, um Platz für Container zu schaffen, hebt ein mächtiger Autokran einen noch viel mächtigeren Kran aus dem Bauch des niederländischen Küstenmotorschiffs „Sandettie“. Das Schiff war mit dem Mobilkran „Terex Gottwald“ am Montag in Düsseldorf gestartet und über Rotterdam, Nordsee und Nord-OstseeKanal nach Lübeck gefahren. In drei Wochen soll der Kran mit seinem 51 Meter langen Ausleger und einer Hebekraft von 125 Tonnen am Terminal 4 stehen. Bereits in sieben Wochen will der private Hafenbetreiber mit dem Container-Umschlag beginnen.

Lehmann hatte das CTL-Gelände vor drei Jahren von der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) erworben. Nach dem Abriss eines Großteils der Bahngleise bleiben zwei Gleise landseitig und zwei Gleise in der Mitte des Terminals erhalten. Das ist nach Überzeugung von Janne Kangaste, Geschäftsführer des Hafenbetriebs Lehmann, völlig ausreichend: „Wir können künftig zwei Güterzüge gleichzeitig abfertigen.“ Betreiber Holger Lehmann und Geschäftsführer Kangaste versprechen sich vom künftigen Container-Umschlag eine „deutliche Belebung“ im Lübecker Hafen. Überhaupt herrscht an den vier Lehmann-Terminals Optimismus. Janne Kangaste: „Unserem Hafenbetrieb geht es gut. Wir haben viel zu tun.“

Erster Kunde am Cargo-Terminal-Lehmann ist die finnische Reederei „Containerships“. Sie will künftig ihre Schiffe nicht mehr von Hamburg, sondern von Lübeck aus Richtung St. Petersburg in See stechen lassen. Erstmals wird ein Containerschiff der Reederei am 13. Dezember anlegen. Der Wechsel von Hamburg nach Lübeck hat finanzielle und logistische Gründe. Ab 2015 wird Schiffsdiesel deutlich teurer, weil er nur noch einen Schwefelanteil von 0,1 Prozent haben darf. Die lange Route der Containerschiffe von Hamburg aus über Nordsee und Nord-Ostsee-Kanal nach Russland wird dann zu teuer. Außerdem bietet die Route Lübeck—St. Petersburg bessere Fahrplanverbindungen. „Von hier aus kann wöchentlich ein Schiff abfahren“, betont Kangaste. Auch drohende Wartezeiten im Nord-Ostsee-Kanal haben es der Reederei leicht gemacht, die Abfahrt von Hamburg nach Lübeck zu verlegen.

Die Container aus dem Ostseeraum werden am Siemser Cargo-Terminal auf Trailer umgeladen und dann per Schiene und Straße zu ihren europäischen Zielorten transportiert. Überseetransporte wird es nicht geben. Kangaste geht davon aus, dass am Lehmann-Kai 4 im ersten Jahr 800 bis 1000 Container pro Monat umgeschlagen werden. Bereits Mitte kommenden Jahres sollen jede Woche zwei Schiffe der Reederei „Containerships“ am Cargo-Terminal festmachen. Langfristig könnte bei CTL täglich ein Containerschiff anlegen. Dann würden 16 000 Container pro Monat umgeschlagen werden.

Deutlich aufwärts geht es bei dem privaten Lübecker Hafenbetreiber auch bei den RoRo-Verkehren. Seit April läuft die niederländische Reederei Transfennica dreimal in der Woche das Lehmann-Terminal 2 an. Die Schiffe, auf denen sich fast ausschließlich unbegleitete Trailer befinden, kommen aus den Häfen Hanko (Finnland) und Paldiski (Estland). „Mit dem neuen Auftrag haben wir unseren RoRo-Umschlag verdoppelt“, hebt Janne Kangaste hervor. Der Hafenbetrieb der Lehmann GmbH fertigt jetzt pro Jahr bis zu 80 000 Trailer ab, das ist ein RoRo-Umschlag von 1,5 Millionen Tonnen. Auf Expansionskurs ist auch die zur Unternehmensgruppe gehörende Reederei Hans Lehmann. Sie ersteigerte in diesem Jahr in Rotterdam drei Mehrzweckfrachter und vergrößerte damit die Flotte auf 15 Schiffe. Die Lehmann-Frachter sind überwiegend auf Nord- und Ostsee unterwegs.

Privater Hafenbetreiber
1,83 Millionen Tonnen Umschlag hatte die Lehmann-Unternehmensgruppe im Jahr 2012 an ihren vier Terminals in Siems und Herrenwyk. Am Terminal 1 wird Massengut und Cellulose umgeschlagen, der Lehmann-Kai 2 ist spezialisiert auf RoRo-Verkehre und Holzprodukte. Massengut wird am Lehmann-Kai 3 verladen, und der Lehmann-Kai 4 ist das Cargo-Terminal.

550 000 Quadratmeter Fläche hat der private Hafenbetreiber, er verfügt über eine Kailänge von 2,5 Kilometern. Der Betrieb hat mehr als 130 Mitarbeiter. Die Unternehmensgruppe wurde im Jahr 1926 als Hans Lehmann KG gegründet.

Torsten Teichmann

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