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Lübeck Ein neues Zuhause für „Ratti“
Lokales Lübeck Ein neues Zuhause für „Ratti“
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07:16 26.10.2017
Auf der Schiffsbrücke: Die Stoffmaus „Ratti“ erklärt, warum immer zwei Seefunkgeräte auf der „Fehmarnbelt“ sein müssen. Quelle: Feuerschiff Für Lübeck
Innenstadt

Schwarze Knopfaugen, Stupsnase, rosa Bauch und super kuschelig noch dazu: Die kleine Stoffmaus „Ratti“ hat die Mannschaft des Feuerschiffs „Fehmarnbelt“ sofort um ihre kleine, graue Tatze gewickelt.

Die Mannschaft des Feuerschiffs „Fehmarnbelt“ hat ein verlorengegangenes Kuscheltier adoptiert. Im August haben sie „Ratti“ aus der Trave gefischt, gewaschen und getrocknet. Über Facebook wird nun nach dem Besitzer gesucht. In der Zwischenzeit lebt „Ratti“ an Bord des Schiffs.

Am 23. August verlor sie aus noch ungeklärter Ursache ihren Besitzer und trieb ganz allein in der Trave, bis die Besatzung die kleine Maus im Wasser schwimmen sah. „Wir dachten erst, es wäre vielleicht ein totes Tier“, sagt Timo Menck, Mitglied im Verein „Feuerschiff für Lübeck“. Aus Neugierde zogen sie das durchnässte Stofftier mit Kescher und Eimer aus der Trave. „Obwohl sie so verdreckt war, haben wir sie sofort ins Herz geschlossen“, erzählt Menck. Nach einem Waschgang in der Waschmaschine und der Trocknung auf der Heizung wurde die kleine Maus liebevoll auf den Namen „Ratti“ getauft.

In der Hoffnung, dass der Besitzer vorbeikommt und sein vermisstes Kuscheltier wiedererkennt, platzierten Menck und seine Kollegen „Ratti“ gut sichtbar auf dem Feuerschiff. „Leider hat sich niemand gemeldet“, sagt der 38-Jährige. Am 3. September musste die „Fehmarnbelt“ dann ihren Anlegeplatz in Lübeck verlassen und für Reperaturarbeiten in die Werft nach Kiel schippern. „Da gab es dann die Frage, was passiert jetzt mit ,Ratti‘?“ Mit einem Facebook-Aufruf wollte Menck den Besitzer des Kuscheltiers ausfindig machen. „Ich habe ein paar hübsche Fotos von ,Ratti‘ auf dem Schiff gemacht und mit dem Aufruf hochgeladen.“

Am Mittwoch, dem 23. August 2017 wurde ich von der Besatzung des Feuerschiffs "Fehmarnbelt" an ihrem Liegeplatz im...

Gepostet von Ratti und das Feuerschiff Fehmarnbelt am Sonntag, 3. September 2017

Fast 190.000 Mal wurde dieser Aufruf später bei Facebook gesehen, gut 2700 Mal geteilt. „Mit so einem Hype habe ich gar nicht gerechnet“, sagt Menck. Bisher hat sich aber noch kein Besitzer gemeldet. „Wir haben ,Ratti‘ jetzt adoptiert“, sagt der 38-Jährige. Mittlerweile verfolgen fast 330 Menschen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz die Abenteuer, die die Stoffmaus auf der „Fehmarnbelt“ erlebt.

Das Kuscheltier ist fest in den Alltag integriert und postet regelmäßig Fotos bei Facebook: Mal sitzt „Ratti“ auf der Brücke am Seefunkgerät, erklärt, wie die Rettungsinsel an Bord funktioniert oder muss die Maschinen ölen. „Wir bekommen sehr viel positives Feedback“, sagt Menck. „Das ist natürlich super Werbung für den Verein und das Schiff.“ Viele Fans von „Ratti“ hätten schon angekündigt, sich die „Fehmarnbelt“ einmal persönlich anzugucken. „Ratti ist zu unserem Maskottchen geworden“, erzählt Menck. „Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass sich die Besitzer jetzt noch melden.“

In den letzten zwei Monaten haben Menck und seine Kollegen „Ratti“ so sehr ins Herz geschlossen, dass sie ihr das Leben an Bord so angenehm wie möglich machten. Die Mannschaft bastelte ihrer „Ratti“ extra einen kleinen Sicherheitshelm für die Arbeiten auf dem Schiff und eine kleine Hängematte für die Pausen.

Das Leben auf der „Fehmarnbelt“ scheint der knopfäugigen Maus sehr gut zu gefallen. „Wenn sich der Besitzer meldet, ist es natürlich vorbei“, betont Menck ein wenig wehmütig. Bis dahin bleibt „Ratti“ aber als Maskottchen auf der „Fehmarnbelt“.

Facebook-Suchaktionen

Ein rotes Bobbycar fand die Polizei 2016 vor einer Wache in Osnabrück – es stand im absoluten Halteverbot. Über Facebook fahndeten die Beamten nach dem Falschparker. 2000 Mal wurde der Aufruf geteilt. Am Ende konnte der rote Flitzer dem jungen Fahrer zurückgegeben werden.

„Armer Hase“ verlor seinen Besitzer 2011 an einer Hamburger Bushaltestelle. Ein freundlicher Finder nahm das Stofftier bei sich auf und suchte nach den Besitzern. Dank der Anzeige auf Facebook konnte die Besitzerin, ein 18 Monate altes Mädchen, ihren Hasen 14 Tage später wieder in die Arme schließen.

Einen Ehering aus dem Jahr 1958 fischte ein Finder 2015 aus der Ostsee. Der Suchaufruf nach den Besitzern wurde schon knapp 160000 Mal auf Facebook geteilt. Bisher aber ohne Erfolg.

 Saskia Hassink

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