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Lübeck Ein schneeweißes Stück Fischereigeschichte
Lokales Lübeck Ein schneeweißes Stück Fischereigeschichte
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01:18 11.06.2016
Lotse Andreas Kierstein wechselt den Arbeitsplatz. Mit etwa acht Knoten werden er und der Kapitän den historischen Gaffelschoner Richtung Hafen führen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Etwa 4,5 Seemeilen vor der Travemündung wartet die „Santa Maria Manuela“ geduldig auf ihren Lotsen. Der historische Großsegler will gestern Nachmittag in den Hafen einlaufen. Gegen 15 Uhr ist es soweit: Lotse Andreas Kierstein (47) und Schiffsführer Stefan Erbe (52) legen ab, um den portugiesischen Vier-Mast-Gaffelschoner zum Liegeplatz an der Fischereibrücke zu führen. Vom Land aus betrachtet, ist der 79 Jahre alte Segler nicht mehr als ein Streichholz, das am Horizont senkrecht in die Höhe ragt. Doch die 20,5 Knoten, mit denen Erbe sein orangefarbenes Lotsenboot durchs Wasser jagt, lassen den Segler rasch an Kontur gewinnen: 69 Meter ist das aus Stahl gefertigte Schiff lang – und schneeweiß.

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Etwa 4,5 Seemeilen vor der Travemündung wartet die „Santa Maria Manuela“ geduldig auf ihren Lotsen. Der historische Großsegler will gestern Nachmittag in den Hafen einlaufen.

1937 in Lissabon gebaut, wurde der Windjammer bis 1990 als Fischereimutterschiff im Kabeljaufang eingesetzt. Nach einer langen Liegezeit im Hafen von Aveiro – im Norden Portugals – begann man 2007 mit dem Wiederaufbau. Heute macht die „Santa Maria Manuela“ europaweite Segeltouren.

Andreas Kierstein soll dafür sorgen, dass sie auch die letzten Meter ihrer Reise aus dem norwegischen Langesund heil übersteht. „Weniger Tiefgang und größere Windempfindlichkeit verursachen ein anderes Manövrierverhalten als bei den sonst üblichen Schiffen“, erklärt Kierstein. Bei Windstärke drei bis vier ist das gestern allerdings kein Problem. Nach zehn Minuten Fahrt macht der Lotse auf der Leeseite des Seglers fest, Kierstein klettert über eine Strickleiter an Bord, und gemeinsam mit dem Kapitän führt er die „Santa Maria Manuela“ routiniert in den Hafen. Dort wird sie bis 19. Juni bleiben und regelmäßig auf kurze Ostsee-Törns gehen. Tickets und Informationen dazu gibt es in der Tourist-Information am Holstentor, im Strandbahnhof oder unter www.luebeck-ticket.de/santamaria.

lj

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