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Lübeck Ein schwieriges Jahr für den Hafen
Lokales Lübeck Ein schwieriges Jahr für den Hafen
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21:14 20.10.2017

Erst im Januar hatten alle Verantwortlichen an einem Tisch gesessen. Beim Hansetalk zum Thema „Lübecks Hafen in schwerer See – Suche nach dem richtigen Kurs“ war man sich einig: Alle Beteiligten, die Gesellschafter Stadt und Rreef, die Gewerkschaften, Betriebsräte und das Land, sollten sich an einen Tisch setzen, um gemeinsam die Probleme zu lösen. „Wir brauchen eine Lösung noch in diesem Jahr“, forderte der damalige Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) in der Runde. Kein Wunder angesichts der Probleme der LHG: Großkunden sind abgewandert, der Hafenbetriebsverein insolvent. Dazu kommen sinkende Umschlagzahlen und tiefrote Zahlen in der Bilanz.

Tatsächlich hatte es noch vor Wochen so ausgesehen, als wäre eine Lösung in Sicht. Zuletzt hatte die Bürgerschaft Anfang Juli eine millionenschwere Finanzspritze für den Hafen beschlossen. Um die LHG zu retten, verzichtete die Stadt auf Pacht für Hafenflächen. Genauer gesagt auf 17 Millionen Euro für die Jahre 2017 bis 2020. Die LHG sollte dafür Hafenfläche an die Stadt zurückgeben, wenn sie diese nicht wirtschaftlich betreiben kann oder sie muss diese an andere Betreiber unterverpachten. „Das Unternehmen erhält so die Chance, sich nachhaltig auf eine solide Basis zu stellen“, freute sich LHG-Chef Sebastian Jürgens damals.

Bereits im April hatten sich LHG und die Gewerkschaft Verdi zumindest auf ein Eckpunkte-Papier geeinigt, um die mehrheitlich städtische Gesellschaft zu sanieren. So sollten die fast 500 Mitarbeiter auf 17 Millionen Euro verzichten. Die Gehälter sollten gekürzt, Weihnachts- und Urlaubsgeld von 2017 bis Ende 2020 gestrichen werden. Im Gegenzug sollten betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Dieses Papier stand unter dem Vorbehalt, dass die Stadt als Mehrheitsgesellschafter in gleicher Höhe auf Geld verzichtet. Das hatte sie mit ihrem Pachtverzicht im Juli getan.

Doch der Teufel steckte im Detail, denn auf das Eckpunktepapier folgten die Verhandlungen für den konkreten Sanierungstarifvertrag. „Wir sind zuversichtlich, in absehbarer Zeit die Früchte der mehrjährigen mühsamen Verhandlungen zu ernten“, zeigte sich Jürgens damals optimistisch. Dieser Optimismus war verfrüht. Mit dem „Nein“ zum Sanierungstarifvertrag steht der Zukunftspakt vor dem Aus. Aus der angestrebten Lösung in diesem Jahr wird also nichts.

jvz/swe/dor

LN

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