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Lübeck Einblicke in Hanse-Geschichte
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22:16 18.01.2018
Blättern im Buch (v. l.): Kerstin Petermann, ZKFL-Sprecher Prof. Cornelius Brock, Anja Rasche, Prof. Klaus-Peter Wolf-Regett, Prof. Barbara Schellewald, Ursula Radis und Beate Störtkuhl. Quelle: Foto: Margitta True

„Eine Punktlandung“, sagt Professor Klaus-Peter Wolf-Regett, stellvertretender Vorstand der Possehl-Stiftung, die das Projekt zum großen Teil finanziert hat. Immerhin würden in dem Buch die Bereiche Kunst, Kultur und Wissenschaft verbunden. „Hansische Identitäten“ beinhalte Ergebnisse zum wissenschaftlichen Austausch mit einer Bandbreite von Beiträgen zur Vor- und Frühzeit bis zur Gegenwart, so die Netzwerk-Koordinatorinnen Dr. Kerstin Petermann und Dr. Anja Rasche. Wie spannend und wissenswert viele Belege und Erkenntnisse sind, zeigte der Einblick in die Forschungsarbeit, den zwei der Autorinnen bei der Buchpräsentation gaben.

Die Archäologin Ursula Radis berichtete von der Befundauswertung aus der „größten geschlossen untersuchten Grabung in einer mittelalterlichen Stadt“ im Lübecker Gründungsviertel. „Die Dielenhäuser waren nicht die ersten Kaufmannshäuser“, so Radis. Das gezielte Bauen für den Handel gehe noch weiter zurück: An der Fischstraße waren Holzkeller in Schwellen-Ständer-Bauweise aus den Jahren um 1180 gefunden worden, in denen Radis erste Warenlager vermutet. Hier sei zudem das Baumaterial Backstein erstmals von bürgerlichen, entsprechend solventen, Bauherren verwendet worden.

Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Barbara Schellewald von der Universität Basel hatte „Die Akte Bernt Notke und Carl Georg Heise“ ausgewertet. Interessantes Detail: Heise, 1920 bis zur Gleichschaltung 1933 Leiter des St.-Annen- Museums, habe sich nach Aktenlage auf Anfrage der Publikationsstelle Berlin-Dahlem an Planungen zu einer Ausstellung beteiligt, die unter anderem die Existenz einer einheitlichen hanseatischen Kunst aufzeigen sollte. Später sei vom „hanseatischen Menschen deutscher Nation“ die Rede gewesen. Bis Ende 1941 wurde am Konzept gearbeitet, doch es wurde nie umgesetzt.

Heise ist bekannt für die Ausstellung „Lübeckische Kunst außerhalb Lübecks“ 1926 in der Katharinenkirche. Er hatte eine Sammlung von Werken als Gipsabgüsse zusammengestellt, darunter von der St.-Georg-Gruppe des Lübecker Malers Bernt Notke (um 1435 bis 1509). Mit den Kopien hatte Heise unter Wissenschaftlern den Faksimile-Streit ausgelöst.

Neben der Possehl-Stiftung hat auch die Böckler-Mare-Balticum-Stiftung, vertreten durch die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Beate Störtkuhl, die Redaktionsarbeit gefördert. Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgten die „Jugend musiziert“-Preisträger Hans Jonathan Gude (Marimba), Anton-Johann Gross (Saxofon) und seine Schwester Nora-Lisann Gross. „Hansische Identitäten“, herausgegeben von Kerstin Petermann, Anja Rasche und Gerhard Weilandt, ist als erster Band in der Reihe „Coniunctiones – Beiträge des Netzwerks Kunst und Kultur der Hansestädte“ erschienen im Michael Imhof Verlag, Petersberg.

mat

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