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Lübeck Einblicke in verborgene Schätze
Lokales Lübeck Einblicke in verborgene Schätze
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21:12 29.08.2017
Prächtig: Das Palais Rantzau an der Parade ist seit 2005 Sitz des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Es bietet unter anderem einen prächtigen Rokokosaal, der für Empfänge geeignet ist. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat (3), Christian Wese
Lübeck

Beim Tag des offenen Denkmals bieten 37 Gebäude oder Einrichtungen Einblicke – auch in sonst der Öffentlichkeit Verborgenes.

37 Lübecker Häuser und Einrichtungen beim Tag des offenen Denkmals am 10. September.

Immer wieder werde geschimpft, dass die Denkmalpflege vieles verhindere, sagt Kultursenatorin Kathrin Weiher. „Ich sehe es aber so, dass die meisten Menschen sich über die Lübecker Denkmäler freuen.“

Ohne Denkmalpflege, so ein kleiner Hinweis am Rande, gäbe es das Unesco-Weltkulturerbe in der Lübecker Altstadt nicht. „Und ohne Archäologie“, erinnert Bereichsleiter Dr. Manfred Schneider, „wäre Lübeck gar nicht erst auf die Liste gekommen“. Dr. Irmgard Hunecke, Leiterin der Denkmalpflege, weist auf die vielen am Tag des offenen Denkmals beteiligten Objekte hin, die sonst nicht zu bewundern sind – wie das private Dielenhaus Große Burgstraße 53, das Dielenhaus Engelsgrube 47, oder aber gleich zwei einstige Bunker im Stadtgebiet. Macht und Pracht hingegen lassen sich besonders gut am Palais Rantzau oder in den Kirchen – Beispiel Triumphkreuz im Dom – erkennen.

Eine Besonderheit nennt Manfred Schneider die Stadtgüter: 20 gibt es auf Lübecker Gebiet, drei sind am 10. September zu besichtigen – Gut Hohewarte, Gut Mori und das Herrenhaus Niendorf (Gut Weißenrode). „Alle gehen zurück auf das Mittelalter, ein Besuch lohnt sich bestimmt!“.

Die 22 Jugendlichen aus ganz Deutschland, die ein freiwilliges soziales Jahr bei der Jugendbauhütte absolvieren, beteiligen sich immer am Tag des offenen Denkmals. „Das Motto“, so Jugendbauhütten-Leiterin Dr. Ivalu Vesely, „war allerdings dieses Jahr etwas sperrig für Jugendliche.“ Weshalb sie sich dem Thema jetzt spielerisch widmen: Gemeinsam mit dem Hansevolk gestalten sie historische Spiele zum Mitmachen. Zudem können Besucher Schachfiguren drechseln oder Würfel selbst herstellen. Das Ganze findet von 10 bis 18 Uhr auf dem einstigen Kirchplatz am Burgkloster statt.

Begleitet wird der Tag des offenen Denkmals von zwei Spaziergängen und einem Vortrag. Historische Portale stehen im Fokus einer Tour, die um 14 Uhr am Tesdorpfhaus, Mengstraße 66-70, beginnt. Zu ausgewählten terrakottageschmückten Gebäuden führt

Dr. Manfred Eickhölter, Treffpunkt ist um 10 und um 14 Uhr die Wahmstraße 35.

Sehr am Herzen liegt allen Beteiligten der Abendvortrag von Irmgard Hunecke unter dem Titel „Hansestadt Lübeck: 30 Jahre Teil des Unesco-Weltkulturerbes – Alltagsgeschichten der städtischen Denkmalpflege“. Er beginnt um 17 Uhr in der Katharinenkirche, die an diesem Tag von 12 bis 16 Uhr geöffnet ist.

Für die Besucher sind alle Veranstaltungen kostenfrei, aber ohne Kosten lässt sich solch ein Tag nicht organisieren. Weshalb Johannes Schindler vom Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz darauf hinweist, dass die Stiftung die „größte Kulturveranstaltung Deutschlands“, die allein in Lübeck alljährlich rund 10000 Besucher verzeichne, auch finanziell ermögliche. Ohne Stiftungen, so Schindler, sei Denkmalschutz kaum möglich.

Programm und Info

Das vollständige Programm findet sich unter www.tag-des-offenen-denkmals.de sowie auf den frisch gedruckten Flyern, die in den nächsten Tagen an vielen Stellen im Stadtgebiet (Stadtbibliothek, Rathaus) ausliegen werden.

Zu allen 37 Objekten gibt es zudem einzelne Flyer vor Ort, die einen kurzen Abriss zur Historie des Objektes und zu seiner Bedeutung liefern, zudem werden Führungen angeboten.

 Sabine Risch

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