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Lübeck Eine Frau mit christlichen Werten
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18:02 26.10.2017
Die Synagoge ist eines von drei Gotteshäusern, das Senatorin Kathrin Weiher auf ihrem Stadtspaziergang besucht.  Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Sie ist die einzige Frau, die den Chefsessel im Rathaus erobern will. Ihr Ziel: Den Menschen in der Stadt soll es besser gehen. Kathrin Weiher ist parteilos und die Kandidatin von CDU, FDP, BfL, Grünen, Linken. Ihre Antriebskraft: Christliche Werte und interkulturelles Miteinander.

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Drei Gotteshäuser auf engem Raum: Aegiedenkirche, Synagoge, Moschee. Diesen kleinen Rundgang hat sich Weiher ausgesucht. Er startet direkt am Arbeitsplatz der Senatorin in der Schildstraße. „Werte sind mir wichtig“, sagt Weiher. In ihrem kleinen Dorf nahe Braunschweig war sie bei den Pfadfindern. Jeden Tag eine gute Tat: Aufstehen für ältere Menschen im Bus, Helfen beim Tragen schwerer Taschen, auch Debatten um Gerechtigkeit gehörten dazu.

„Ich nehme immer mehr wahr, dass jeder nur sich sieht“, sagt Weiher. Wer am lautesten schreit, setze sich durch. „Was mir manchmal fehlt, ist der Blick auf den anderen.“ Beispiel: Wenn es um die Straße vor der eigenen Haustür geht, wird gegen Straßenausbaubeiträge gekämpft. Oder: Kommt das Kind in die Kita, wird in diesem Bereich gestritten. Für sie ist klar: „Als Bürgermeisterin habe ich nur ein begrenztes Budget, das ich möglichst gerecht aufteilen muss.“ Behinderte oder ältere Menschen könnten sich nicht so vehement einsetzen – aber seien auch wichtig. „Meine Aufgabe ist es, die gesamte Gesellschaft im Blick zu haben.“

Weiter geht’s zur Synagoge. „Ich möchte die Gemeinde mehr in die Stadt holen“, kündigt sie an. So will sie dort Teile der Völkerkundesammlung ausstellen. Das Projekt war schon fast eingetütet, da musste der Rabbi die Gemeinde verlassen. Jetzt verhandelt Weiher wieder neu. Die Moschee in der Pergamentmachergang ist das dritte Gotteshaus. Weiher gibt zu: „Ich war da noch nie drin.“ Aber sie mag Multi-Kulti. „Wie den interkulturellen Sommer der Volkshochschule“, sagt Weiher. Auch wenn die Verschleierung der Frau nicht so ganz nicht in ihr Verständnis von Weiblichkeit passt. „Ich war frauenbewegt.“ Weiher wuchs in den 70er Jahren auf, fuhr als einziges Mädchen im Ort eine Mofa Marke Hercules, war oft allein unter Männern – auch bei den Pfadfindern. „Ich wollte immer zeigen, dass Mädchen das auch können“, so Weiher.

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So sei es bis heute geblieben. Sie war bis vor kurzem die einzige Frau im Senat. Und sollte sie die Wahl gewinnen, wäre sie die erste Bürgermeisterin Lübecks in 875 Jahren. Weiter geht’s zum Rathaus – wegen der Punks. „Mich stören sie nicht“, sagt Weiher. Einer hat vor sich Plastikgläser aufgestellt. Auf einem steht „FürKoks und Nutten“. Da muss Weiher einen Schein reinstecken. Das findet sie originell. „Man kann nicht mit dem harten Hammer vorgehen.“ Sie setzt auf Straßensozialarbeit. Und Hilfen wie eine Jugendberufsagentur, die sie aufbaut. „Das teuerste was ein Staat sich leisten kann, ist der Verlust der Jugend.“

Weiher hat drei Studiengänge abgeschlossen, war in Führungspositionen in der Diakonie, Kreisrätin in Goslar, bevor sie Senatorin in Lübeck wurde. Sie wollte nach Buntekuh ziehen, aber ihr Mann bevorzugte Travemünde. Sie hat zwei angeheiratete erwachsene Söhne.

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Josephine von Zastrow

 

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