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Lübeck Eine Nacht der Widersprüche in den Lübecker Museen
Lokales Lübeck Eine Nacht der Widersprüche in den Lübecker Museen
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11:28 26.11.2013
Präsentieren auf der eigens für die Museumsnacht gebauten „Liberté“ vor dem Buddenbrookhaus das Programm: Heide Klingelhöfer (v. l.), Antje Freiheit (Galeristin) und Helene Hoffmann. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Nein, Untote oder lebende Wale werden uns an jenem Abend nicht wirklich in der Königstraße begegnen, wie manche Ankündigung vielleicht vermuten lässt. Dafür aber viele junge und alte Menschen, die sich aufmachen, um Lübecks Museen und Galerien einmal anders zu erleben, um Inszenierungen zu verfolgen, klassischen indischen Tanz vor der Katharinenkirche zu sehen oder Yoga auszuprobieren.

Für das Motto „Widersprüche“ haben sich die Organisatorinnen Helene Hoffmann und Heide Klingelhöfer einiges überlegt, um ganz jungen, Jugendlichen und Erwachsenen ebenso spannende wie unterhaltsame Einblicke zu gewähren. Das Grass-Haus, in dessen Garten am 31. August um 18 Uhr die Museumsnacht mit den Bandcontest-Gewinnern Splonc eröffnet wird, ist gewissermaßen die Anlaufstelle Nummer eins für die Jugend. Hier wird an jenem Abend nämlich auch der „ Club“ eröffnet, zu dem über 25-Jährige keinen Zutritt haben. Einer Eröffnung kommt auch die erste Präsentation der neuen spektakulären Wal-Funde im Museum für Natur und Umwelt gleich.

Beim Thema Eröffnung kommen die Untoten, genauer gesagt das Untote, ins Spiel: Heide Klingelhöfer und Helene Hoffmann haben sich 2011 den Kongress „Die Untoten — Life Sciences & Pulp Fiction“ auf Kampnagel angesehen. Thema ist der Grenzbereich zwischen Leben und Tod. „Es ist eine begehbare Installation mit Filmen und Bildern — sehr spannend, sehr schräg“, sagt Hoffmann. Zu sehen und zu erleben im Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung, Königstraße 42.

„Widersprüche“ — ein Motto, das alles und nichts sein kann. Widersprüche lassen sich überall entdecken. Doch an kaum einer Stelle wird das in der Museumsnacht so deutlich wie im Museumsquartier St.

Annen: den bürgerlich-biederen Wohnwelten im einstigen Armen- und Arbeitshaus setzen Klingelhöfer und Hoffmann die Obdachlosigkeit entgegen: Sie bespielen drei Sonderausstellungs-Räume des St.

Annen-Museums. Jörn Kolpe und Rebecca Indermaur lesen und performen Texte zum Leben auf der Straße, Thorsten Wulff zeigt seine Fotos zur Obdachlosigkeit in Los Angeles, Lübecker Einrichtungen laden zum Austausch ein.

In Galerien, in der Königpassage und in leerstehenden Räumen der Innenstadt präsentieren sich Künstler, beim Theaterfiguren-Museum am Kolk sind Urmel & Co. zu Gast, rund ums Willy-Brandt-Haus geht es um den Nobelpreisträger, der dieses Jahr 100 geworden wäre, und das Buddenbrookhaus plant allerlei Aktivitäten rund ums Thema Exil. Schauspielerin Anne Schramm schlüpft in die Rolle von Heinrich Manns Frau Nelly Kröger, vor dem Haus ist ein symbolisches Schiff aufgebaut. Von hier aus wird Autor und Radio-Bremen-Redakteur Michael Augustin die O-Töne von Exilanten moderieren und kommentieren.

Das Dampfschiff heißt „Liberté“ — Freiheit.

Freiheit haben die Besucher der Museumsnacht, nach Herzenslust zu schauen, zu hören und zu schlemmen. Wer das nicht alleine tun mag und noch Partner sucht, kann von 18 bis 22 Uhr stündlich am Speed-Dating am Holstentor teilnehmen.

Die Programme der Museumsnacht liegen in der Stadt aus oder sind unter www.die-luebecker-museen.de erhältlich.

Bis Mitternacht geöffnet
10 Euro kosten Tickets für Erwachsene, fünf Euro für Kinder. Erhältlich sind sie unter www.luebeck-ticket.de, ab Montag im Grass-Haus, am 31. August ab 14 Uhr in der Breiten Straße vor Karstadt oder ab 18 Uhr in allen Museen.

Durchgehend von 10 bis 24 Uhr geöffnet sind am 31. August das Buddenbrookhaus, das Günter Grass-Haus, das Behnhaus und das Museum Holstentor; das Museum für Natur und Umwelt ist von 10 bis 17 und von 18 bis 24 Uhr geöffnet, das Museumsquartier St. Annen von 14 bis 17 und von 18 bis 24 Uhr, das Info-Kontor Hansemuseum von 15 bis 24 Uhr und die Geschichtswerkstatt Herrenwyk von 10 bis 19 Uhr.

Sabine Risch

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