Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Eine „Seekuh“ sammelt den Müll der Meere
Lokales Lübeck Eine „Seekuh“ sammelt den Müll der Meere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:23 27.09.2016
Die in Lübeck gebaute „Seekuh“ soll Plastikmüll aus den Weltmeeren fischen. Jetzt wurde sie in Kiel getauft. Quelle: dpa

Das neuartige Müllsammelschiff „Seekuh“ ist jetzt in Kiel getauft worden. Der Prototyp wurde im Auftrag des Vereins „One Earth – One Ocean“ in Lübeck gebaut.

Im Juli vergangenen Jahres war das Schiff in der Halle der Werft „Lübeck Yacht Trave Schiff“ auf dem LMG-Gelände auf Kiel gelegt worden (die LN berichteten).

Der rund 250000 Euro teure Spezialkatamaran soll mit einem zwischen den Rümpfen angebrachten Netz auf der Wasseroberfläche treibenden Plastikmüll aufsammeln. Die Mittel wurden ausschließlich aus Spenden aufgebracht.

Die Taufzeremonie fand während des Deutschen Seeschifffahrttages statt, der jetzt in Kiel zu Ende ging.

Die knapp sechs Tonnen schwere erste „Seekuh“ ist hauptsächlich für den Einsatz in flachen Küsten- und Binnengewässern vorgesehen. Das Schiff kann komplett zerlegt und per Frachtcontainer zu Einsätzen an jeden Ort der Welt gebracht werden. 2017 soll das zwölf Meter lange und zehn Meter breite Schiff einige Monate lang vor Hongkong eingesetzt werden, bevor es im Sommer in der deutschen Ostsee Müll sammelt und Wasserproben analysiert. Künftige weitere „Seekühe“ sollen auch auf hoher See selbstständig Plastikmüll einsammeln, angetrieben von Wind- und Sonnenenergie.

Das Problem ist gewaltig: Experten befürchten, dass etwa um das Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Meeren schwimmen könnten. Heute sollen sich mehr als 140 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen befinden und jedes Jahr mindestens jeweils acht Millionen Tonnen hinzukommen. Plastik bleibt Hunderte von Jahren im Meer und kann als Mikroplastik durch die Nahrungsaufnahme der Fische auch in die menschliche Nahrungskette gelangen.

Damit sich keine Lebewesen in den Netzen verfangen, fährt die von zwei Außenbordmotoren angetriebene „Seekuh“ im Schritttempo. So können Fische rechtzeitig ausweichen. In Ländern mit viel Müll im Wasser kann das Schiff nach Vereinsangaben täglich mehrmals zwei bis drei Tonnen sammeln.

Nach der Taufe kehrt die „Seekuh“ wieder zum Ausrüstungskai nach Lübeck zurück, damit elektronische Geräte installiert und der Ausbau fertiggestellt werden kann. „Ich bin sehr stolz, nach fünf Jahren der Überzeugungsarbeit nun endlich die ,Seekuh‘ fertig und im Wasser zu haben“, sagte Günther Bonin. Er hat den Verein One Earth gegründet und das Schiff entwickelt. Es sei wichtig, die Öffentlichkeit auf das dringende Problem des Plastikmülls und des Marine Littering – also der Meeresverschmutzung – hinzuweisen.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine neue Veranstaltungsreihe startet die Evangelische Jugend Lübeck-Lauenburg am Donnerstag, 6.

27.09.2016

Schreck am Dienstagnachmittag in der Breiten Straße in Lübecks Innenstadt: Die Feuerwehr wurde zu einem Einsatz in einem Schuhgeschäft gerufen, Mitarbeiter hatten einen verbrannten Geruch wahrgenommen. Schnell wurde klar: Es handelte sich um Dünste einer kleinen Grillparty im anliegenden Innenhof.

27.09.2016

Ein 23-Jährige hat am Montag offenbar versucht, einer 83-jährigen Lübeckerin in der Königstraße ein Lederetui zu entwenden. Eine Zeuge hörte die Hilferufe der älteren Frau und hielt die Diebin bis zum Eintreffen der Polizei fest.

27.09.2016
Anzeige