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Lübeck Eine bunte Reise in die Vergangenheit
Lokales Lübeck Eine bunte Reise in die Vergangenheit
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18:17 22.08.2016

Der Weg vom angrenzenden Wohngebiet ist nicht weit. Ein kleines Wiesenstück zweigt vom Pommernring ab und führt abwärts in ein grünes Tal hin zum Geschichtserlebnisraum. Trotz der geringen Distanz zu Asphaltstraßen, Bushaltestellen und Reihenhäusern kommt sich der Besucher hier wie in einer anderen Welt vor.

Beim 17. mittelalterlichen Sommerfest ist dieses Gefühl unter den Gästen zu spüren. Rund 2700 Besucher nutzen das sommerliche Wetter am Wochenende, um sich in eine Zeit vor über 500 Jahren zurückversetzen zu lassen. Zwischen den historischen Häusern der sozialen Einrichtung und den 25 eigens aufgebauten Zelten ist aus den Feuerstellen ein rauchiger Geruch wahrzunehmen. Kinder toben ausgelassen im Heu in der Nähe eines Schafstalls.

Ein mittelgroßer Mann bleibt auf dem Kiesweg stehen und grüßt freundlich. Nicht ohne Stolz erzählt Jörn Puhle, Mitorganisator des Sommerfestes, dass auch in diesem Jahr wieder Stammgäste aus Berlin und Brandenburg das mittelalterliche Flair auf dem Gelände erleben wollen. „Ungefähr die Hälfte der Gäste sind Lübecker, viele kommen aber auch aus dem Umland, aus Boltenhagen oder Timmendorf etwa“, sagt Puhle, passenderweise selbst im mittelalterlichen Dress. Das seit 1999 stattfindende Sommerfest habe sich längst etabliert und böte dem Besucher eine stimmungsvolle und ruhige Atmosphäre zugleich.

In zwei Viererlinien stehen sich sieben in Kutten verkleidete Jugendliche und ein Erwachsener mit Schwert und Schild aus Holz gegenüber. „Denkt daran: ,Sicherheit steht vor Gewinnen‘“, ruft der Erwachsene. Dann stürmen die jungen Leute aufeinander los, schwingen die hölzernen Klingen. Man müsse schon aufpassen, verrät Justin Sarraß nach dem Kampf. „Mal kriegt man auch was auf die Nase, aber es macht Spaß, Freunden gegenüberzustehen und sich zu messen“, sagt der 15-jährige Kücknitzer. „Wir kämpfen möglichst ohne uns zu verletzen“, stellt Stefan Kaukevitsch noch einmal klar. Für den 52-jährigen Lübecker ist der Besuch des mittelalterlichen Sommerfestes in Kücknitz schon Tradition, in brauner Tunika zieht es ihn und seine Frau auch regelmäßig auf Mittelalter-Veranstaltungen in Dänemark und Schweden. „Beim Spüren des simplen Lebens im Mittelalter, komme ich richtig zur Ruhe“, sagt Kaukevitsch, der wie rund 60 andere Teilnehmer an diesem Wochenende in einem der Zelte des Areals schläft.

Nur ein kleines Stück weiter, doch schon auf der anderen Seite des Weges, geht es kunstvoll zu. Mit einer 1400 Grad heißen Bunsenbrennerflamme lässt Karin Loos bunte Glasstäbe flüssig werden und formt daraus Perlen. „Eine alte Handwerkskunst, die schon die Wikinger für ihren Schmuck und Tausch nutzten“, sagt Loos. Seinen Schmuck macht sich der kleine Noah heute selbst. Papa Malte Kandel und Zinngießer Emil Trein helfen dem Dreijährigen beim Anfertigen einer winzigen Gitarre aus Metall.

Die Mitmachangebote für Kinder auf dem Festplatz des Geschichtserlebnisraums, der oft von Schulklassen besucht wird, sind vielfältig. Beim Korbflechten, Lehmziegelstanzen oder Karussellfahren sind viele vom geschichtlichen Ambiente begeisterte Kinder zu beobachten. „Für jeden soll etwas dabei sein“, sagt Veranstalter Puhle und freut sich schon auf das Fest im nächsten Jahr.

Christoph Brandt

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