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Lübeck Eine neue Halle neben der MuK?
Lokales Lübeck Eine neue Halle neben der MuK?
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21:34 12.01.2018
Eventhalle statt Parkplatz: Direkt neben der Musik- und Kongresshalle (MuK) soll ein Neubau entstehen.  Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Plötzlich eine Halle: Neben der MuK soll ein Neubau errichtet werden. Die Idee: eine große Veranstaltungshalle für Sport, Kultur und Kongresse. „Für die MuK macht das Sinn“, sagt CDU-Fraktionschef Christopher Lötsch. Denn: „Wir haben das Problem, dass die MuK dauerhaft defizitär ist“, macht Andreas Zander (CDU) klar. Die MuK könnte ihr Angebot durch eine Veranstaltungshalle erweitern, größere Messen nach Lübeck locken sowie Konzerte mit bekannten Stars. Dafür ist die MuK zu klein. Außerdem: „Die MuK kann sich gegen die Konkurrenz der Kulturwerft Gollan positionieren“, sagt Fraktionsvize Lars Rottloff. „Daher beantragt die CDU in der Bürgerschaft am 25. Januar, dass der Bau einer Mehrzweckhalle neben der MuK geprüft wird. Zustimmung kommt von der SPD. „Generell ist eine solche Mehrzweckhalle sinnvoll“, so SPD-Fraktionschef Jan Lindenau, der ab Mai Lübecks neuer Bürgermeister ist.

Die Idee stammt vom VfL Lübeck-Schwartau. Aktuell befeuert der Verein diese Pläne. Der Sportverein hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. „Das Ergebnis ist durchweg positiv“, sagt Geschäftsführer Michael Friedrichs. Die Kosten für eine Veranstaltungshalle: 20 bis 25 Millionen Euro. Vorgesehen ist, dass Private den Bau und Betrieb bezahlen. Die Studie will Friedrichs in den nächsten Wochen vorstellen. Der VfL hat einen fünfstelligen Betrag dafür ausgegeben. „Toll, dass die Politik das Thema erkannt hat und befördern will“, freut sich Friedrichs über den Vorstoß. Der Hintergrund: Die Handballer des VfL spielen in der 2. Bundesliga und wollen die neue Halle haben, um ihre Heimspiele dort austragen zu können. Der VfL würde 20 Prozent der Hallenkapazität belegen.

Positiv kommt das Projekt auch bei MuK-Chefin Ilona Jarabek an. „Wenn eine Halle geplant wird, halte ich das natürlich für sinnvoll“, so Jarabek. Wichtig ist für sie, dass sie eine direkte Verbindung zur MuK hat – und nicht 50 Meter entfernt liegt. „Das wollen die Veranstalter von Kongressen nicht“, sagt Jarabek. Mehr Platz aber kann sie gut gebrauchen. Denn: In diesem Frühjahr muss sie drei Leichtbauhallen neben die MuK für einen Großkongress mit 2500 Teilnehmern setzen. Der Veranstalter hat ein umfangreiches Programm zusammengestellt und braucht dafür viele Räume. „Sicher könnten wir mehr solche Veranstaltungen machen, wenn wir mehr Platz hätten“, so Jarabek.

Wie eine Mehrzweckhalle dann betrieben wird, müsse man sehen, so Jarabek. „Dazu ist es jetzt noch zu früh.“ Lindenau indes hat schon einen Vorschlag: Beispielsweise könnte die neue Veranstaltungshalle betrieben werden wie das Hansemuseum. Diesen Neubau hat die Possehl-Stiftung errichtet – sie ist Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH, die das Haus betreibt. Die Stadt soll irgendwann als Gesellschafter einsteigen. Klar ist für Lindenau: „Das geht nur in Verbindung mit der MuK.“

Allerdings: Das Areal an der MuK ist eigentlich schon verplant. Die Bauverwaltung soll dort hinziehen oder auch die gesamte Verwaltung. Dazu meint die CDU: „Da ist noch Platz“, so Lötsch. Es könne beispielsweise eine Tiefgarage für Autos errichtet werden. Eine Lösung muss zudem her für den Busparkplatz vor der MuK sowie für das jährliche Volksfest.

Skeptisch reagieren indes BfL und GAL auf die Pläne. „Wir schmeißen Millionen raus für die Luxussanierung der MuK – und dann soll daneben eine Konkurrenz-Halle gesetzt werden?“, reagiert BfL-Vormann Marcel Niewöhner kritisch. Ein Neubau sei nur möglich, wenn es Fördergelder gibt. Und: Er könne sich höchstens ein Konzept vorstellen, in dem MuK und neue Halle ohne Zuschuss der Stadt auskommen. Irritiert über den Vorstoß der CDU ist GAL-Fraktionschefin Antje Jansen. „Das ist ein bisschen planlos.“ Denn auf die mittlere Wallhalbinsel sollte ein Verwaltungsgebäude gebaut werden. Jansen: „Diese Frage sollten wir erst einmal lösen.“

Von Josephine von Zastrow

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