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Lübeck Einkaufs-Oase und sozialer Treffpunkt
Lokales Lübeck Einkaufs-Oase und sozialer Treffpunkt
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20:10 01.08.2014
Travemünde

Er ist der einzige Laden auf der Halbinsel und für die Bewohner und Urlauber nicht nur die einzige Möglichkeit einzukaufen, sondern auch ein sozialer Treffpunkt:

der Tante-Emma-Laden auf dem Priwall an der Mecklenburger Landstraße 40. Das Lebensmittelgeschäft war schon lange vor der Grenzöffnung da, seit 28 Jahren ist es im Besitz der türkischstämmigen Familie Yurdakul. Chefin ist Ayse Yurdakul. Zusammen mit Schwager Merlüt Kan bietet sie in ihrem kleinen Geschäft alles an, was der Mensch zum Überleben so braucht: Käse, Wurst, Fertiggerichte aus der Dose, eingelegte Gurken, Milch, Joghurt und Getränke wie Wasser, Cola oder Bier. Hinzu kommen Zeitschriften, Zigaretten, Waschmittel. Jeden Morgen werden frische Brötchen und frisches Brot angeliefert, beides heiß begehrt bei den Priwallianern und Urlaubern. „Schon kurz nach Geschäftsöffnung um 6.30 Uhr kommen die ersten Kunden und decken sich für das Frühstück ein“, erzählt Ayse Yurdakul. Besonders an den Wochenenden reicht die Schlange manchmal bis zur Straße.

Geöffnet hat der Tante-Emma- Laden sieben Tage die Woche bis 20 Uhr. An den Wochenenden hilft Tochter Jasemer im Geschäft aus. „Manchmal rufen die Kunden aber auch später an, weil sie etwas vergessen haben“, erzählt die Geschäftsfrau. Dann schließt sie schon mal extra auf. Geliefert wird auch. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, bekommt seine telefonisch bestellte Ware von Praktikant Christopher Mumm nach Hause gebracht. Neben den Urlaubern zählen meist ältere Priwall-Bewohner zur Kundschaft. Außerhalb der Ferien decken sich Berufsschüler mit Getränken und Süßigkeiten ein.

Erdmuth und Manfred Frank sind gerade vom Großeinkauf in Travemünde zurück — und haben natürlich noch den Suppenfonds vergessen. Den besorgt sich das Berliner Ehepaar schnell im Tante- Emma-Laden.

Dass die Preise hier etwas höher sind als im Supermarkt in Travemünde, das ist klar. Dafür muss man aber auch nicht erst mit dem Auto und der Fähre fahren, spart zumindest Zeit. „Wir schauen schon, dass wir bis auf den notwendigen Großeinkauf regelmäßig hier unser Geld lassen“, erzählt Erdmuth Frank, die sich mit ihrem Mann im vergangenen Jahr auf dem Priwall niedergelassen hat. „Sonst gibt es hier ja auch nichts“, sagt sie und nimmt noch ein Stück Wassermelone vom reichhaltigen Obst- und Gemüsestand mit, bevor sie sich mit ihrem Mann auf die Terrasse zu Lutz Mumm setzt. Der 57-Jährige kommt seit sechs Jahren fast täglich, um sein Bierchen zu trinken und zu klönen. „Hier kennt jeder jeden. Alle duzen sich — und man kann über alles reden“, sagt der gelernte Elektriker, der nach einer Krankheit längere Zeit ohne Job ist.

Das Bier serviert Merlüt Kann, der sich um den benachbarten Imbiss kümmert, den die Familie Yurdakul seit zwölf Jahren ebenfalls betreibt. Der Imbiss bleibt bis 22 Uhr geöffnet. Neben Getränken gibt es Döner und Currywurst mit Pommes. Den Klassiker haben sich auch Heike und Stefan Combäcker bestellt. Das Paar aus Wuppertal macht Urlaub auf dem Priwall und genießt die Ruhe.

Mit der Verwirklichung der neuen Ferienhausanlage Waterfront und der neuen Promenade sollen auch Geschäfte und Restaurants kommen. Ayse Yurdakul hat davor aber keine Angst. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt sie. Und mit Waterfront kämen schließlich auch neue Kunden hinzu. Nur dass die Camper dafür weichen müssen, findet sie schade.

Heiko Pump

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