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Lübeck 20 Busse und 20 Fahrer zusätzlich
Lokales Lübeck 20 Busse und 20 Fahrer zusätzlich
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16:46 28.11.2018
Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) und Stadtverkehr-Geschäftsführer Andreas Ortz werben für den „Tag der offenen Bustür“. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Einsteigen und losfahren, ohne Fahrschein und ohne zu bezahlen – mit dieser bislang einmaligen Aktion werben Stadt und Stadtverkehr um neue Kunden. „Alle, die bisher unser Angebot nicht kennen, haben jetzt die Möglichkeit, dieses einmal kostenlos auszuprobieren“, sagt Geschäftsführer Andreas Ortz.

Abonnenten haben nichts von der Aktion

Am 1. Dezember, dem ersten Adventssonnabend, können die Busse des Stadtverkehrs und der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG) den ganzen Tag gratis genutzt werden. Priwallfähren, die Bahn und das Nachtfahrangebot „Lümo“ sind ausgenommen. Das Gratis-Busfahren gilt für die Region Lübeck – also auch für alle Busse, die nach Bad Schwartau, Stockelsdorf und Krummesse fahren. Für Ziele außerhalb Lübecks wie Niendorf oder Scharbeutz gilt das Angebot nicht. Für Fahrten, die über das Tarifgebiet hinausgehen, muss ab der letzten kostenlosen Haltestelle zugezahlt werden. Die 14 000 Abonnenten des Stadtverkehrs haben nichts von der Aktion.

Normalerweise hat der Stadtverkehr an Sonnabenden 100 Fahrzeuge im Einsatz. Am 1. Dezember werden Fuhrpark und Personal verstärkt. „Wir haben 20 Fahrzeuge und 20 Fahrer zusätzlich im Einsatz“, erklärt Geschäftsführer Ortz, „die zusätzlichen Busse warten an den Endhaltestellen und werden bei Bedarf von der Leitstelle auf die Linien geschickt.“ Denn niemand weiß, wie viele Lübecker und Gäste an diesem Tag auf den Bus umsteigen werden. Ortz: „Es gibt Erfahrungen aus anderen Städten, dass zehn Prozent mehr Menschen mit dem Bus fahren.“

Zwölf Prozent aller Fahrten mit Bus und Bahn

In der Regel sind die Gefährte des Stadtverkehrs zu 40 Prozent ausgelastet. Zu Stoßzeiten sind die Fahrzeuge richtig voll und „abends fahren wir Luft durch die Gegend“, sagt Ortz. Zwölf Prozent aller Fahrten werden in Lübeck mit Bussen und Bahnen zurückgelegt, Fahrrad und Auto liegen in der Hansestadt deutlich vorne.

„Viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie angenehm Busfahren ist“, sagt der passionierte Fahrgast und Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). Anders als die Bahn würden die Busse verlässlich die Abfahrzeiten einhalten. In rund 100 von 200 Bussen gebe es inzwischen auch kostenloses WLan, man könne während der Fahrt sogar arbeiten.

Mit Fahrgastzählsystemen wird der Stadtverkehr ermitteln, wie der „Tag der offenen Bustür“ bei den Bürgern ankommt. Damit mehr Menschen wirklich umsteigen, muss die Stadt etwas an den Fahrpreisen ändern – das haben alle Umfragen ergeben. Ideen zu anderen Tarifzonen oder vergünstigten Fahrkarten für bestimmte Bevölkerungsgruppen gibt es zuhauf. Verwaltung und Stadtverkehr wollen aber erst einmal, dass ein Gutachter auf die Vorschläge schaut.

An allen Adventssonnabend rollt der Weihnachtsshuttle von zwei Großparkplätzen in die Innenstadt. Quelle: Dirk Silz

Während die Gratis-Busse nur am 1. Dezember rollen, fährt der P & R-Weihnachtsshuttle an allen vier Adventssonnabenden. In der Zeit von 11 bis 21 Uhr fährt der Shuttle von den Parkplätzen Lohmühle und Dräger in der Revalstraße alle 20 Minuten in die Innenstadt. Die Shuttle halten in der Sandstraße und am Stadttheater. Olivia Kempke, Geschäftsführerin des Lübeck Managements, das den Shuttle mit organisiert: „Mit dem Shuttle sind die Bürger in sieben bis zehn Minuten in der Innenstadt. Das ist echter Luxus. Schneller geht es nicht.“ Die Benutzung ist kostenlos. 2016 nutzten 4300 Fahrgäste das Angebot, im vergangenen Jahr waren es 5845.

Kai Dordowsky

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