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15:26 30.11.2018
Voller Strand: Im Sommer tummeln sich die Badegäste an Travemündes Strand. Das kostet 2,80 Euro pro Tag. Für die Lübecker heißt es indes ab nächstes Jahr: Eintritt frei. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Ab an den Strand – ohne Gebühr. Überraschend hat die Bürgerschaft beschlossen, dass der Strand ab 2019 kostenlos wird. Zumindest für die Lübecker. Dadurch fallen Einnahmen von 140 000 Euro pro Jahr weg. Im Gegenzug steigt das Defizit des Kurbetriebs Travemünde.

Kostenloser Strand für Lübecker

Lübecker können ab nächstes Jahr alle Strände in Travemünde besuchen, ohne Eintritt zu zahlen. Denn der Besuch des Strands kostet im Sommer Geld – auch für die Lübecker. Erwachsene zahlen 2,80 Euro pro Tag. Für Lübecker gab es eine Jahreskarte für 30 Euro. Die Saison geht von 15. Mai bis 14. September. Allerdings: Die Einheimischen mussten bisher nur für den Hauptstrand zahlen. Er erstreckt sich unterhalb der Strandpromenade und heißt offiziell Kurstrand. Der ist jetzt erstmals kostenlos für die Lübecker. Von jeher frei für die Einheimischen sind die Strände am Brodtener Ufer und auf dem Priwall. Achtung: Touristen müssen weiter für den Strandbesuch bezahlen. Die Gebühr ist in der Kurabgabe enthalten. Diese Strandbenutzungsgebühr wird in fast allen Kurorten erhoben, denn die Kurbetriebe halten den Strand sauber.

Forderung der SPD

Freude bei der SPD. „Ich bin sehr glücklich, dass diese Forderung durchgekommen ist“, sagt Fraktionschef Peter Petereit. Seine Fraktion hatte den Antrag in der Bürgerschaft am Donnerstag gestellt. Dieser Punkt wurde erst um 22.30 Uhr verabschiedet. Aus Petereits Sicht ist es ungerecht, dass Lübecker eine Strandgebühr bezahlen. „Sie zahlen ja schon Steuern in der Stadt“, so der SPD-Mann. Da müssten die Lübecker auch einen Vorteil haben. Die Linken indes wollten den Strand kostenlos für alle machen – Lübecker und Touristen. „Freier Strand für alle“, fordert Ragnar Lüttke in der Bürgerschaft. „Damit könnte Lübeck gut in Hamburg werben.“ Doch das Ansinnen der Linken kommt nicht durch. Sie wollten im Gegenzug dafür die Bettensteuer wieder einführen. Das wurde von der Bürgerschaft abgelehnt.

Kurbetrieb fehlt das Geld

Jetzt heißt es: Umsonst an den Strand für die Lübecker. „Das ist ein sehr großzügiges Geschenk“, kommentiert Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff den Beschluss. Allerdings: Für ihn bedeutet das fehlende Einnahmen. Im Durchschnitt fließen 140 000 Euro Strandgebühr in die Kasse des Kurbetriebs – je nachdem, wie warm der Sommer war. 2018 hat der Kurbetrieb 180 000 Euro an Strandgebühren eingenommen, 2017 waren es nur 70 000 Euro. Wie viel davon genau wegfällt, muss noch errechnet werden. Denn bisher ist unklar, wie viele Lübecker den Hauptstrand nutzen. „Das werden wir zählen“, so Kirchhoff.

Mehr Touristen auf dem Priwall

Am Priwall-Strand machen das die Mitarbeiter des Kurbetriebs bereits. Das Ergebnis: Mehr Touristen als Lübecker nutzen den Strand auf dem Priwall. Nur 30 Prozent der Strandbesucher sind Einheimische. Legt man diesen Wert zugrunde und nimmt 140 000 Euro als Einnahmen an, dann macht das 82 500 Euro aus, die dem Kurbetrieb fehlen. In dieser Summe sind auch die Steuern enthalten, die der Kurbetrieb zahlen muss. Denn der Wegfall der Einnahmen wird extra besteuert – er gilt als verdeckte Gewinnausschüttung.

Defizit des Kurbetriebs steigt

Die Zahlen des Kurbetriebes: Die Ausgaben belaufen sich 2019 auf 3,5 Millionen Euro, die Einnahmen auf 2,3 Millionen Euro. Macht ein Defizit von 1,2 Million Euro. In den Vorjahren waren die Zahlen ähnlich. Bis 2016 hat der Kurbetrieb das Defizit aus seinem Ersparten ausgeglichen. Denn durch den Verkauf des ehemaligen Aqua-Top-Grundstücks kam Geld in die Kasse. Doch das ist aufgebraucht. Seit 2017 gleicht die Stadt das Minus aus. Durch den Wegfall der Strandgebühr steigt das Defizit des Kurbetriebs auf geschätzte 1,3 Millionen Euro. Das Minus muss die Stadt ausgleichen.

Josephine von Zastrow

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