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Lübeck Einwohnerversammlung im Hochschulstadtteil: „Laute Jugendliche, zu wenig Busse“
Lokales Lübeck Einwohnerversammlung im Hochschulstadtteil: „Laute Jugendliche, zu wenig Busse“
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01:00 26.08.2011
Lübeck

Da waren sich fast alle einig: Die Jugendlichen, die sich sowohl tagsüber als auch am Abend im Carlebach-Park und auf dem Bolzplatz im Hochschulstadtteil aufhalten, stören gewaltig. Bei der Einwohnerversammlung am Mittwochabend im Forum des Hochschulstadtteils schlug den Vertretern des einladenden SPD-Ortsvereins Mühlentor Ost eine Welle aus Unzufriedenheit entgegen. Und die richtete sich vor allem gegen die Teenager. Gabriele Hiller-Ohm von der SPD, Sozialsenator Sven Schindler, Familienpolitiker Jan Lindenau, Polizeihauptkommissar Peter Stamer und Sabine Haenitsch, Marketingleiterin der Hochschulstadtteil-Entwicklungsgesellschaft (HEG), hatten alle Mühe, die knapp 150 Anwohner zu besänftigen.

Die häufigsten Klagen der Besucher der Versammlung: Die Jugendlichen seien zu laut, zu frech und würden sich viel zu lange treffen. Da könne man weder tagsüber noch in der Nacht Ruhe finden. Zudem würden viele sogar trinken und rauchen. Die Forderung der Anwesenden: Das müsse unterbunden werden. Oder es müsse eben ein Sicherheitsdienst eingestellt werden, der das im Auge behielte. Nach jeder einzelnen dieser Wortmeldung gab es zustimmende Rufe und Applaus.

„Das ist Thema seit Bestehen des Carlebach-Parks“, sagte Jan Lindenau. Es werde aber seit einer Vereinbarung vor Jahren in den umliegenden Supermärkten beim Alkoholverkauf „strikt“ auf das Alter der Jugendlichen geachtet. Außerdem gebe es mittlerweile sogenannte Streetworker, die regelmäßig auf der Straße nach dem Rechten sehen und mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen würden. Peter Stamer, Leiter des 4. Reviers im Hochschulstadtteil, wies den Vorwurf zurück, die Polizei sei nicht präsent. „Die Kollegen fahren regelmäßig Streife und können nur selten Ordnungswidrigkeiten feststellen.“

Nur wenige Anwohner gaben anderslautende Wortmeldungen zu Protokoll. Man sei doch gerade wegen der vielen Familien hergezogen, hieß es, und man wisse, dass dies ein kinderreiches Wohngebiet sei. Trubel sollte also nicht stören. Daraufhin waren vereinzelte Buhrufe und Beleidigungen zu hören.

Aber auch ein anderes Thema lag den Anwohnern auf dem Herzen. So sei die Busverbindung in die Innenstadt denkbar schlecht, vor allem am Morgen. Schulkinder kämen regelmäßig zu spät zum Unterricht. Und am Abend fahre überhaupt nichts mehr zurück aus der Innenstadt. Wer auf sein Auto verzichte, stünde nachts im Regen.„Im November stehen Linienplan und Abfahrtzeiten der Busse auf der Tagesordnung der Bürgerschaft“, sagte Gabriele Hiller-Ohm.

Doch es gab auch gute Nachrichten bei der Versammlung. Seit mehreren Jahren lädt die SPD die Einwohner in das Forum des Wohngebietes. Die Ergebnisse der letzten Sitzung präsentierte Gabriele Hiller-Ohm am Mittwoch ebenfalls. So erzählte die SPD-Ortsvereinschefin, dass die von den Anwohnern geforderte Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern im Wohngebiet seit einigen Tagen eingeführt ist. Der Verschmutzung des Carlebach-Parks begegne das städtische Grünamt mit einer Reinigung von zwei Mal in der Woche. „Zusätzlich reinigt das Bündnis für Sauberkeit der Vorwerker Diakonie.“

Auch Peter Stamer hatte gute Nachrichten: Die Kriminalität im Stadtteil sei „total gering“. Im vergangenen Jahr habe es zwölf Fahrraddiebstähle gegeben und knapp 15 Einsätze wegen Körperverletzung, einige wegen Lärmbelästigung und Ruhestörung. Familienpolitiker Lindenau berichtete von einer entspannteren Kita-Situation seit Eröffnung der dritten Kindertagesstätte. „Es gibt sogar noch freie Plätze.“ HEG-Marketingleiterin Sabine Haenitsch verkündete, dass der seit zehn Jahren versprochene Haltepunkt der Bahn im Stadtteil in Planung sei und „wahrscheinlich“ 2013 fertiggestellt werde. Nun wollen die Vertreter von Politik und Polizei ihre Hausaufgaben machen. Die Ergebnisse wollen sie spätestens in einem Jahr präsentieren.

Annekathrin Staub

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