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Lübeck Eisglatte Straßen – aber kein Winterdienst
Lokales Lübeck Eisglatte Straßen – aber kein Winterdienst
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00:00 30.10.2012
Lübeck

Nichts ging mehr: Eisglatte Straßen haben in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag etliche Unfälle in der Hansestadt verursacht. Die Polizei suchte in den frühen Morgenstunden des Sonntags die Hilfe des städtischen Winterdienstes. Zunächst vergeblich. Polizeibeamte erhielten von den Entsorgungsbetrieben (EBL) die Information, dass der städtische Winterdienst erst am 15. November beginne. Nachdem auf der Rehderbrücke gegen 9.30 Uhr eine 47-jährige Lübeckerin mit dem Fahrrad gestürzt war, sperrten die Beamten die Brücke. Sie war auf einer Fläche von mehreren Quadratmetern spiegelglatt und nicht mehr gefahrlos befahrbar. Der Winterdienst der EBL rückte aber erst Stunden später aus.

„Wir bedauern, dass es zu Unfällen gekommen ist“, gibt Innensenator Bernd Möller (Grüne) zu. Es sei bei der EBL „nicht alles optimal gelaufen“. Der Winterdienst müsse fahren, wenn es das Wetter erfordert – und nicht erst „ab dem mit den Personalvertretungen vereinbarten 15. November“. Die Entsorgungsbetriebe hätten auch einen Rund-um-die-Uhr-Notdienst, doch der habe offensichtlich nicht funktioniert. „Wir werden die Meldekette verbessern“, so Möller. Außerdem habe die EBL ihm zugesagt, ab sofort morgens gegen 3 oder 4 Uhr einen eigenen Kontrolldienst rauszuschicken, wenn die Wettervorhersagen es erfordern.

Viele Lübecker hatten sich am Wochenende noch nicht auf Winter eingestellt. Die Regionalleitstelle „Süd“ registrierte in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zwischen Fehmarn und der Elbe insgesamt 16 Unfälle aufgrund der niedrigen Temperaturen und Glätte. Trotz der widrigen Verhältnisse war eine 75-Jährige in der Geniner Dorfstraße mit ihrem Ford Focus flott unterwegs. Im Kurvenbereich geriet sie gegen 7 Uhr auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern, kam nach links ab, überschlug sich und brach einen Baum mit Haltepfählen sowie zwei Granitblöcke ab. Auch ein parkender Daimler-Benz wurde beschädigt. Die Fahrerin hatte aber großes Glück. Sie musste zwar von der Berufsfeuerwehr geborgen werden, kam aber nur leicht verletzt in die Sana Klinik. Die Höhe des Sachschadens stand gestern noch nicht fest. Ebenfalls wegen vermutlich nicht angepasster Geschwindigkeit bei Glätte verlor eine junge Lübeckerin in der der Fackenburger Allee die Kontrolle über ihren VW Golf. Sie fuhr gegen 7 Uhr kurz vor dem Lindenteller ein Verkehrszeichen um, begutachtete den Schaden kurz und düste dann zügig in Richtung Hansestraße davon. Die flüchtige Fahrerin ist 1,60 Meter groß und hat dunkle gelockte Haare. Sie trug einen beigefarbenen Mantel sowie eine rote Hose. Das 2. Revier hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Hinweise unter Telefon 04 51/ 13 10. Die Lübecker Streifenwagen sind übrigens bis auf einen, der noch in der Werkstatt steht, bereits alle mit Winterreifen ausgerüstet.

Die Entsorgungsbetriebe wehren sich unterdessen gegen den Eindruck, völlig unvorbereitet in die absehbarer Frostperiode gestolpert zu sein. „Wir haben reagiert“, sagt Unternehmenssprecherin Cornelia Tews. „Die Polizei hat am Sonntag kurz vor 11 Uhr bei uns angerufen.“ Daraufhin sei der Winterdienst ausgelöst worden und habe die Rehderbrücke abgestreut. Über Anrufe der Polizei in den Nachtstunden lägen keine Erkenntnisse vor. Selbstverständlich gebe es Bereitschaftspläne, die in einer Dienstvereinbarung zwischen Entsorgungsbetrieben und der Hansestadt festgeschrieben seien. Der reguläre Winterdienst, bei dem 300 Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe und anderer Bereiche der Stadtverwaltung in ständiger Rufbereitschaft stehen, laufe vom 1. Dezember eines Jahres bis zum 28. Februar des nächsten Jahres. Der Winterdienst wird nach einem sogenannten Brückenplan gefahren, der zunächst das Räumen und Abstreuen von Brücken und Steigungen vorsieht. Auch die Depots für Streugut seien bereits aufgefüllt. Es werden 1300 Tonnen Salz gelagert, so Tews. Die Option für weitere Mengen, die die EBL nach den Erfahrungen des Winters 2009/2010 (siehe oben) eingekauft haben, besteht auch für diesen Winter.

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