Kiel/Lübeck. Drei Tage nach Frühlingsanfang hat der Winter den Norden Deutschlands weiter fest im Griff. Die Temperaturen lagen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in der Nacht zum Sonnabend in Lübeck-Blankensee bei -9 Grad, in Hamburg-Fuhlsbüttel bei -7 und an der Mecklenburgischen Seenplatte teilweise unter -10 Grad. Im Norden Schleswig-Holsteins war es mit -5 Grad etwas milder, doch Schneeschauer bei starkem Ostwind mit stürmischen Böen bis zu 10 Beaufort führten in der Region zwischen Flensburg und Eckernförde zu Schneeverwehungen.

Mehrere Autos blieben nach Angaben der Polizei im Schnee stecken oder rutschten in Gräben. Menschen wurden nicht verletzt. Auf der Zugstrecke bei Eckernförde blieb ein Triebwagen, der zunächst eine technische Panne hatte, beim Abschleppen mit einer anderen Lokomotive im Schnee stecken. Erst nachdem Hilfskräfte den Schnee geräumt hatten, konnte der Zug mit drei Fahrgästen weiterfahren, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. In Vorpommern hatte die Polizei für Freitag 25 wetterbedingte Unfälle gezählt, die meist mit Blechschäden endeten. Drei Menschen wurden leicht verletzt. In Lübeck zählte die Polizei neun Glätteunfälle.

Der starke Ostwind trieb an der Nordseeküste sowie auf den Nordfriesischen Inseln und Halligen das Wasser aus den Häfen und brachte damit die Fahrpläne der Fähren durcheinander. Bei extremen Wasserständen von eineinhalb Metern unter dem normalen Niedrigwasser konnten die Schiffe nicht fahren, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) am Sonnabend mitteilte.

Ein durchgreifender Wetterumschwung ist nicht in Sicht. „Es bleibt mindestens die nächsten drei Tage fast genauso“, sagte Meteorologe Rudolf Eissing. Tagsüber steigen die Temperaturen nicht über den Gefrierpunkt, nachts liegen sie bei -5 bis -10 Grad.

An der Ostsee von Ostholstein über den Darß bis nach Rügen können immer wieder Schneeschauer durchziehen. „Der relativ starke Ostwind macht das Ganze noch unangenehmer“, fügte Eissing hinzu. „Von Frühling ist da noch nichts zu sehen.“ Immerhin soll verbreitet die Sonne scheinen.
Auch für Ostern machte Eissing wenig Hoffnung auf Frühling. Das Hochdruckgebiet über Skandinavien werde in der kommenden Woche zwar von einem Tief abgelöst. Aber: „Das saugt kalte Meeresluft aus dem Raum Spitzbergen an.“ Schon Karfreitag werde das Tief auch über Norddeutschland hinwegziehen. Es sei mit weiterhin kalter, aber feuchterer Witterung zu rechnen. Bei nur wenigen Graden über null am Tage und leichtem Frost in der Nacht sei mit Schneeregen zu rechnen. „So richtig toll wird das nicht.“ Besuchern der Osterfeuer gab der Meteorologe den Tipp: „Da muss man zusätzlich Glühwein trinken.