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Lübeck Elf Prominente und eine Frage: „Was bleibt?“
Lokales Lübeck Elf Prominente und eine Frage: „Was bleibt?“
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20:22 03.06.2016
Projektleiterin Silke Fuchs (v. l.), Bürgermeister Bernd Saxe und Initiativen-Sprecherin Susanne Anger schauen sich im Dom zu Lübeck Fotos und Zitate von Margot Kässmann an. Insgesamt sind elf Persönlichkeiten ausgestellt. Zur Eröffnung kamen rund 200 Gäste. Quelle: Lutz Roeßler

Über 20 gemeinnützige Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um potenzielle Erblasser besser zu informieren und sie bei der Gestaltung eines Testamentes zu unterstützen. In diesem Rahmen ist eine Ausstellung entstanden, die auch einen Dialog über die Frage „Was bleibt von mir, wenn ich nicht mehr bin?“

„Niemand denkt gerne an den Tod.“Bernd Saxe

anregen will. Zur Eröffnung im Dom zu Lübeck kamen rund 200 Gäste und sahen die Antworten von elf Persönlichkeiten.

„Immer mehr Menschen wollen mit ihrem Erbe auch etwas an die Gesellschaft zurückgeben, wollen Bleibendes schaffen und die eigenen Werte und Anliegen über den Tod hinaus wirken lassen“, sagte Susanne Anger zur Eröffnung. Laut Sprecherin der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ haben sich die Organisationen daher zusammengeschlossen und wollen Aufklärung und Dialog verbinden.

Was nüchtern klingt, ist eine beeindruckende Ausstellung aus Fotos und Zitaten, die in Form eines Triptychons präsentiert werden. Zu sehen sind der Schriftsteller Günter Grass, die Theologin Margot Kässmann, der Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner, die Geigerin Anne-Sophie Mutter, die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard, der Regisseur Wim Wenders und fünf Prominente mehr. Jede Persönlichkeit wird mit einer Bild-Text-Kombination dargestellt, die charakteristisch für die Fotografin Bettina Flitner ist. Die 1961 in Köln geborene Absolventin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin wurde mehrfach für ihre Serien und Fotoessays ausgezeichnet.

Im Dom zu Lübeck sind die Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft als Porträts und in einem selbstgewählten Umfeld zu sehen. Die Initiative besuchte die Prominenten einen Tag lang, führte Gespräche und schuf mit Bettina Flitner Bilder von großer Intensität. So sitzt Günter Grass in seinem Garten zwischen Bäumen und Skulpturen, Margot Kässmann steht am Bug eines Fischerbootes, und Wim Wenders ragt als Schattenriss vor einem Sternenhimmel in die Höhe. Susanne Anger hat die Begegnungen begleitet und zeigt sich zur Eröffnung beeindruckt von der persönlichen Stimmung und Offenheit während der Treffen.

Angesichts der Fragestellung „Was bleibt?“ sagte Bürgermeister Bernd Saxe, dass niemand gerne an den Tod denke. Wer diese Gedanken aber zulasse, der könne auch mit dem Tod umgehen und Entscheidungen treffen. „Zum Beispiel die, noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Oder sich zu versöhnen. Oder mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.“ Pastorin Margrit Wegner betonte, dass „wir Orte, Zeiten und Möglichkeiten brauchen, um uns mit Tod und Leben zu beschäftigen. „Lassen Sie uns fragen: ,Was bleibt?‘“

Die Ausstellung „Das Prinzip Apfelbaum“ ist bis 2. Juli im Dom zu Lübeck zu sehen (Ostchor). Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei. Mehr Infos unter www.mein-erbe-tut-gutes.de

Cosima Künzel

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