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Lübeck Eltern-Aktion untersagt
Lokales Lübeck Eltern-Aktion untersagt
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20:58 24.01.2018
„Filz und Mauscheleien im Rathaus sind unfassbar.“Joachim Heising, Bürgermeister-Kandidat
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Lübeck

Heising erklärte vor über 100 Besuchern im Forum der Dorothea-Schlözer-Schule: „Filz und Mauscheleien im Rathaus sind unfassbar.“ Nach wenigen Tagen hätten die Unterschriftenlisten aus den städtischen Kindertagesstätten verschwinden müssen, selbst private Träger und das kirchliche Kita-Werk hätten die Unterschriftenlisten aus ihren Einrichtungen entfernen müssen. „Eine private Initiative darf nicht auf diese Weise weggebürstet werden“, sagte Heising. Eine Elterninitiative hat über 700 Unterschriften für eine Reduzierung und Vereinheitlichung der Ferienschließzeiten in den Lübecker Kitas gesammelt.

Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) erklärte auf der Veranstaltung, dass sie die Auslegung der Listen untersagt habe. Dazu sei sie juristisch verpflichtet gewesen. Im Übrigen habe die Verwaltung eine eigene Befragung in den Kitas durchgeführt (die LN berichteten). Weiher riet Heising, „die Kirche im Dorf zu lassen“. Weihers Mitbewerber Jan Lindenau (SPD) kritisierte das Verbot:

„Solche Signale von Bürgern muss man aufnehmen, sonst führen Unterschriftenlisten zu Bürgerbegehren.“

Zu Recht oder Unrecht ausgelegte Listen sind allerdings das geringste Problem für Eltern und Kitas. Lindenau berichtete, dass „in den nächsten zehn Jahren über die Hälfte des Personals in den städtischen Kitas in den Ruhestand geht“. Die Stadt müsse sofort mit der Neueinstellung von Personal beginnen. „Wir haben jetzt schon Stellen frei, die wir nicht besetzen können“, sagte Weiher.

Markus Potten vom Verband der Evangelischen Kitas erklärte, dass ein Großteil der Einrichtungen personell so unterbesetzt sei, „dass sie eigentlich geschlossen werden müssten“. Der Fachkräftemangel sei laut Potten hausgemacht: „Es gibt zu viele Teilzeitjobs in den Kitas, von denen die Beschäftigten nicht leben können.“ Die insgesamt fünfjährige Ausbildung ohne einen Cent Vergütung sei für junge Menschen nicht attraktiv. Weiher schlug eine „duale Erzieherinnen-Ausbildung“ vor. „Dann fließt vom ersten Monat an eine Vergütung.“ Selbst dann wären nicht alle Probleme auf dem Weg zu mehr Nachwuchs gelöst. Anja Siegel, Leiterin der Schlözer-Schule: „Wir würden mehr ausbilden, aber wir haben ein Raumproblem.“

Ein großes, ungelöstes Thema für viele Familien bleiben die nicht abgestimmten Schließungszeiten von Kitas und Schulen. Eine junge Mutter von drei Kindern berichtete mit bewegter Stimme, „dass das nirgendwo in diesem Land so katastrophal geregelt ist wie in Lübeck“. Ihr Mann und sie mussten 2016 und 2017 ganze 59 Schließungstage überbrücken, auch 2018 werde es so sein. Ihr Mann und sie hätten zusammen aber nur 50 Urlaubstage. „Bei uns haben Oma und Opa drei Wochen die Betreuung übernommen“, erzählte Lindenau. Er kündigte spätestens für das Jahr 2019 eine Lösung an. Weiher verwies auf erste Verbesserungen durch ein neues Modell, bei dem in allen Kitas einzelne Gruppen geöffnet bleiben. Eine von Elternverbänden geforderte, grundsätzliche Reduzierung der Schließungszeiten koste 190000 Euro pro Tag, rechnete Senatorin Weiher vor. „Das wird nicht ohne Erhöhung der Elternbeiträge gehen.“

dor

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