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Lübeck Berufswunsch Pilotin: Erster Alleinflug im goldenen Oktober
Lokales Lübeck Berufswunsch Pilotin: Erster Alleinflug im goldenen Oktober
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17:39 10.10.2018
Angeschnallt geht es los: Die 16-Jährige Emma fliegt zum ersten Mal allein. Quelle: Foto: Karsten Wilkening
Wahlstedt

Nur fliegen ist schöner: Die 16-jährige Emma Luft hat das Fliegerfieber gepackt. Die Lübecker Gymnasiastin ist dabei, einen Traum zur Realität werden zu lassen. Denn für die Zeit nach dem Abitur hat sie ganz konkrete Vorstellungen: „Ich will Pilotin werden“, sagt sie. Ihre Familie tut das nicht als flüchtige Idee eines Teenagers ab, sondern reicht ihr Anfang des Jahres einen Artikel aus der Tagespresse. Dort lädt der Aeroclub von Lübeck zu einem Oster-Schnupperlehrgang auf den Flugplatz nach Wahlstedt ein.

Aus Schnuppertraining wird Berufswunsch

„Warum nicht?“, ist Emmas erster Gedanke um zu sehen, was Fliegen überhaupt bedeutet. Einige Tage später findet sie sich auf dem Flugplatz ein und dreht unter Anleitung eines Fluglehrers ihre ersten Runden über Wahlstedt. „Der Schulungsdoppelsitzer ASK 21 ist für die Anfängerschulung sehr gut geeignet“, sagt Karsten Wilkening, Pressereferent des Luftsportvereins Kreis Segeberg. „Trotz seiner 17 Meter Spannweite und seiner 360 Kilogramm Leergewicht fliegt er sich recht angenehm bei allen Flugmanövern und sieht auch noch recht schnittig aus.“

Immer mehr Verantwortung

Mit den Erfahrungen, die sie in den spannenden und lehrreichen Schnupperrunden sammeln konnte, wird für die 16-Jährige Emma nach kurzer Zeit klar: Mit der Ausbildung zur Segelflugpilotin kann sie ihren ersten konkreten Schritt in Richtung ihres Traumberufes verwirklichen. Sie tritt dem Verein bei und absolviert noch viele weitere Ausbildungsflüge, bei denen die Fluglehrer ihr immer mehr Verantwortung für den Start, die Manöver in der Luft und die Landung übertragen.

Gefahrensituationen gehören dazu

„Die einzelnen Ausbildungspunkte, wie zum Beispiel der exakte Kurvenflug oder das Verhalten in Gefahrensituationen, erfasst sie schnell, setzt sie intuitiv gut um und gibt den Fluglehrern das Gefühl, dass sie das Flugzeug sicher beherrscht“, erklärt Wilkening. Zum Ende der Ausbildung folgen Anfang Oktober noch Seilrissübungen während des Starts, so dass die Flugschülerin den Doppelsitzer auch aus ungewohnter Position und niedriger Höhe sicher zur Landung bringen kann.

Jetzt ist es geschafft: Am vergangenen Sonntag darf sie zum langersehnten ersten Alleinflug starten. Zunächst macht Fluglehrer Wolfgang Rojahn, Lübeck, einen Start mit Emma Luft, dann folgt ein zweiter Start mit Fluglehrer Wilfried Graupner. Beide überzeugen sich, dass sie die ASK 21 einwandfrei beherrscht und geben nach kurzer Abstimmung grünes Licht für ihren Alleinflug. „Eigentlich war ich bei der Startvorbereitung ganz ruhig, aber als ich die Haube verriegelte, da ging mein Herz dann doch ein wenig schneller“, berichtet Emma. Lehrbuchmäßig hebt sie ab, kurvt perfekt in der Platzrunde und legt eine butterweiche Landung hin. Beide Fluglehrer beobachten ihren Flug hochkonzentriert und hätten über Funk bei Bedarf Anweisungen geben können. Aber das ist nicht nötig. Mit einem entspannten Gesichtsausdruck gibt es den Auftrag, noch zwei weitere Solo-Platzrunden zu fliegen, um die Flugprüfung erfolgreich abzulegen. „Das Flugzeug reagiert auch viel sensibler und leichter, als wenn hinten noch jemand mitfliegt“, sagt Emma. „Und es gibt keine Kommentare, wenn ich etwas nicht ganz korrekt gemacht habe“, freut sie sich mit einem koketten Grinsen im Gesicht, als sie die Glückwünsche ihrer Flugkameraden und Fluglehrer entgegennimmt. Diese freuen sich darauf, Emma nun bis zur ihrer Pilotenlizenz weiterhin als „nörgelnden Ballast“ – wie die Fluglehrer auch gerne genannt werden – für weitere Ausbildungspunkte zu begleiten.

Karsten Wilkening

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