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Lübeck Endlich zu zweit: Mit Ruth durch den Regen
Lokales Lübeck Endlich zu zweit: Mit Ruth durch den Regen
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20:23 27.06.2017
Mit Ruth (r.) hat Luisa Rische die perfekte Partnerin gefunden. Die beiden Frauen radeln erst einmal zusammen durch Norwegen. Quelle: Foto: Luisa Rische

Der Regen schlägt Purzelbäume auf meinem Zelt, meinem Fahrrad, meinem Helm. Nacht für Nacht. Tag für Tag. Selbst das Land ist überfordert. Bäche treten über die Ufer, entwickeln sich zu reißenden Strömen. Immer mehr Wasserfälle suchen sich von den Berghängen ihren Weg ins Tal. Das Wetter ist zermürbend. Doch wenn sich die Sonne durch Löcher in den tiefschwarzen Wolken schummelt und der Wind die Wolken gegen die Berge bläst, erstrahlt das Land in einem Zwielicht. Täler und Fjorde wirken dann fast bedrohlich – aber vor allem atemberaubend schön.

Norwegen überwältigt mich.

Der Radfernweg Nummer 1 führt mich zunächst nach Osen. Ich sehe aus, als ob ich geradewegs durchs Meer gefahren wäre, als ich Unterschlupf auf dem Campingplatz suche. Dessen Besitzer Jon fragt mich erst einmal über die Reise aus, zeigt mir ein Fotobuch einer anderen Radreisenden und lädt mich ein, umsonst in einer der Hütten zu übernachten. Jon stellt mir Strom für einen Heizlüfter zur Verfügung, drückt mir am nächsten Morgen einen Kaffee in die Hand und übergibt mir eine Adresse in Bangkok. Dort soll ich Grüße ausrichten, dann bekäme ich einen guten Preis.

Erst einmal führt mich mein Weg allerdings nach Namsos. Auf dem Zeltplatz der Hafenstadt begegne ich Ruth. Sie unterhält sich gerade mit zwei deutschen Campern, als ich in die Küche komme, um Essen zuzubereiten. Ich schnappe Fetzen des Gesprächs auf – seit sieben Wochen unterwegs, mit dem Rad, zelten im Wald, will zu den Lofoten. Ich ergreife meine Chance. Sie hat schon längst entdeckt, dass ich auch mit dem Fahrrad reise, und nun weiß sie auch, dass ich in die gleiche Richtung fahre. Sie lädt mich zum Essen ein. Kartoffel-Gemüse-Pfanne. Wir unterhalten uns die ganze Nacht, tauschen Geschichten aus, erzählen von Zuhause. Am nächsten Morgen brechen wir zusammen auf.

Wir radeln von Fjord zu Fjord, von Fähre zu Fähre. Kolvereid, Brønnøysund, Tjotta. Ruth ist deutlich schneller unterwegs, doch sie wartet stets, und ich schiebe mir immer wieder einen Müsliriegel zwischen die Zähne, damit sie nicht zu lange warten muss. Nachts quatschen wir, schreiben Tagebuch, kochen und essen zusammen. Auf den Fähren werden wir immer wieder von Urlaubern, insbesondere Wohnmobilfahrern, angesprochen. Auf dem Fahrrad sind sie hin und wieder der Grund für Albernheiten, noch öfter lachen wir über das Wetter – die einzige Möglichkeit, nicht daran zu verzweifeln.

Regenschauer ergießen sich über uns, doch die Landschaft entwickelt sich immer spektakulärer. Wir halten ständig an, um zu fotografieren und staunen über Berge, die aus dem Nichts heraus Hunderte Meter in die Höhe ragen – und uns trotz Regens schwitzen lassen.

Ruth ist so ziemlich die beste Partnerin, die ich mir wünschen kann – und die perfekte Radreisende. Sie kennt sich mit Rädern und Kräutern aus, reist mit Lammfell, Hula-Hoop und Angel. Sie erzählt mir, dass es ihr nicht schwer falle, allein unterwegs zu sein. Ich hingegen bin glücklich, dass wir erst einmal zusammen reisen. Sie hilft mir, auf meiner Reise anzukommen.

In zwei Jahren um die Welt

Seit Ende Mai ist Luisa Rische mit dem Fahrrad unterwegs. Die 28-Jährige will einmal um die ganze Welt. Zwei Jahre hat sie sich Zeit genommen, um 35 Länder zu bereisen. Von Lübeck aus geht es zunächst durch Skandinavien. Später warten unter anderem Russland, China, Südamerika, die USA, Kanada und Island.

„Anton“ heißt das treue Fahrrad der Redakteurin, auf dem sie allein um die Welt reisen will. In unregelmäßigen Abständen wird Luisa Rische in den Lübecker Nachrichten von ihren Erlebnissen berichten.

Luisa Rische

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