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22:04 11.07.2018
Im Schatten der beiden Nobelpreisträger bereiten sie mit ihren Teams das gemeinsame Kinderfest vor: Museumspädagogin Frauke Kleine Wächter (l.), Jörg-Philipp Thomsa (Leiter Grass-Haus) und Bettina Greiner (Leiterin Willy-Brandt-Haus). Quelle: Foto: Sabine Risch
Innenstadt

Die neongrünen Schlüsselanhänger liegen auf dem Tisch, ebenso die „Helden“-Karten mit dem etwas rundlich geratenen Butt und Kater „Willy“ als Superheld. Den Veranstaltern des Kinderfestes ist die Vorfreude anzumerken. Für Bettina Greiner (49), seit Anfang März Leiterin des Willy-Brandt-Hauses, ist es eine Premiere. „Das Motto des Festes hat mich sofort angesprochen“, sagt sie, wobei es nicht um Superhelden gehe, sondern um die ganz alltäglichen Helden in uns. Beim Kinderfest könnten die Besucher sich selbst „als Held ausprobieren“ – beim Klettern an der Mauer werden „Spider“-Kids gefordert, es gibt eine Wurf- und Kunststation mit Ina Fenske, die mit den Kindern Bilder zum Motto des Festes malt, zudem fahren die DRK-Teddyklinik mit einem echten Rettungswagen und die DRK-Fahrradstaffel vor. „Beim Ausprobieren könnten die jungen Besucher durch Erfolgserlebnisse sehen: Ich kann was“, erklärt Bettina Greiner.

Für Jörg-Philipp Thomsa (39), Leiter des Grass-Hauses, ist es das nunmehr zwölfte gemeinsame Kinderfest. Mitnichten schleiche sich bei der Vorbereitung Routine oder gar Langeweile ein – im Gegenteil:

„Es macht immer noch extrem viel Spaß!“ Das Grundkonzept, dass Kinder einfach eine gute Zeit im Museum erleben, habe sich bewährt. Dass der Eintritt generell frei ist, hänge damit zusammen, „dass wir langfristig daran arbeiten, nicht nur die typische Bildungs-Klientel zu betreuen und ins Museum zu holen.“ Viele schöne Erfahrungen, auch und gerade mit Familien, die sich keinen Urlaub und keine teuren Freizeitaktivitäten leisten könnten, habe man in den vergangenen Jahren gemacht. Das weiß auch Frauke Kleine Wächter (51), Museumspädagogin des Willy-Brandt-Hauses. Und: „Einige kommen jedes Jahr wieder gern zu uns.“

Im Günter-Grass-Haus wartet übrigens auf die kleinen Helden eine Wort-Bild-Station, zudem können sie sich an einer Fotostation verkleiden und ablichten lassen. Greenpeace baut eine Umweltstation auf, die Kinder können eigene Drucke erstellen und beim Impro-Theater „Die Improvisionäre“ aus Berlin ihr eigenes Stück durch Zurufe entwickeln. „Dabei“, weiß Thomsa, „bauen die Kinder Ängste ab, überwinden ihre Zurückhaltung und haben Spaß.“

In beiden Häusern, die durch ihre Gärten miteinander verbunden sind, lautet die Devise: „Museum darf Spaß machen“, wie Bettina Greiner formuliert. Sie spricht zudem von einer „sehr schönen, engen Nachbarschaft“ beider Nobelpreisträger-Häuser, die künftig mit gemeinsamen Veranstaltungen weiter ausgebaut werden soll.

Auftakt dazu ist am Dienstag, 28. August, mit einer Lesung und einem Vortrag zu Nelson Mandela. Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger wäre in diesem Sommer 100 Jahre alt geworden. Zur Erinnerung an den Widerstandskämpfer und Politiker liest Barbara Nüsse aus Briefen, die Mandela im Gefängnis schrieb und die nun erstmals in deutscher Übersetzung erscheinen. Historiker und Mandela-Biograf Stephan Bierling gibt Einblicke in das Leben und Werk des Freiheitskämpfers. Beginn ist um 19 Uhr im gemeinsamen Garten beider Häuser. „Es ist der Auftakt zu einer kleinen Reihe über die Nobelpreisträger“, sagt Greiner – einer Reihe über die Verwebungen von Politik, Macht und Kultur. Dazu passt, dass die Besucher des Grass-Hauses, die regelmäßig über Schwerpunkt-Themen abstimmen können, „mit großem Abstand die Beziehung Grass-Brandt gewählt haben“, ergänzt Thomsa. Man darf also gespannt sein . . .

Infos

Sonnabend, 14. Juli, und Sonntag, 15. Juli, jeweils von 11 bis 17 Uhr, findet das große Kinderfest im Willy- Brandt-Haus (Königstraße 21) und im Günter-Grass-Haus (Glockengießerstraße 21) für Kinder ab vier Jahren statt.

Am Eingang bekommen die Jungen und Mädchen ihren „Helden-Pass“ und das dazugehörige Schlüsselband.

„Die Improvisionäre“ spielen an beiden Tagen ab 15 Uhr im Museumsgarten das Stück, das die Kinder durch Zurufe aktiv mitgestalten können – ein großer Spaß!

Sabine Risch

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