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Lübeck Entscheidung um Citti und Schlachthof
Lokales Lübeck Entscheidung um Citti und Schlachthof
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10:23 17.05.2017
Lübeck

Citti-Park: Rolle rückwärts – von der Rolle rückwärts. Die Entscheidung rund um die Erweiterung des Citti-Parks wird immer verworrener. Die Bürgerschaft muss morgen endgültig entscheiden. Der Hauptausschuss hat jetzt der zweiten Erweiterung des Einkaufszentrums im Gewerbegebiet Herrenholz zugestimmt. Wie schon der Bauausschuss am Montag. Aber: Im Einkaufszentrum dürfen jetzt wesentlich mehr innenstadtsensible Waren verkauft werden. Das war der Wunsch des Citti-Parks. Das Innenstadt-Sortiment steigt nun um 5400 Quadratmeter von derzeit 15 770 auf 21 170 Quadratmeter. Dabei hatten die Politiker im Bauausschuss das Vorhaben zuvor schon erheblich eingestampft – und nur einem Plus von 2150 Quadratmetern zugestimmt. Dieser Beschluss fiel bereits im Dezember.

Über diese Entscheidung hatte sich die CDU-Fraktion entzweit, in der Folge stürzte Fraktionschef Andreas Zander über eine Email – und Christopher Lötsch wurde zum Fraktionschef gewählt. Nun wird wieder alles zurück gedreht. Den Antrag dazu hat die SPD jetzt im Hauptausschuss gestellt. Dem zugestimmt haben alle außer FDP – und der CDU. Deren Vertreter haben sich zur Hälfte enthalten (Anette Röttger und Zander) und zur anderen Hälfte dagegen gestimmt (Lars Rottloff und Lötsch).

Allerdings heißt das nun für den Citti-Park: Alles auf Anfang. Jetzt muss die zweite Stufe des Bebauungsplanverfahrens wiederholt werden. Geschätzte Dauer: ein halbes Jahr. Hinzu kommt noch eine Ungereimtheit. Die Verkaufsfläche von 34300 Quadratmetern im Einkaufszentrum ist bereits auf 35600 Quadratmeter gestiegen – ohne Beschluss. Denn der benachbarte CB-Modemarkt ist mit 1300 Quadratmetern schon in den Citti-Park eingezogen. „Man hätte diesen vorzeitigen Umzug nicht genehmigen dürfen“, ist die Einschätzung von Herbert Schnabel, dem ehemaligen Chef-Stadtplaner der Stadt.

Denn der Umzug sei erfolgt,. obwohl es noch Einsprüche gegen das Projekt gegeben hat. Die Stadt hat eine andere Auffassung. Wenn das Verfahren zu Citti neu aufgerollt werden muss, ist unklar, wie sich das auf den frühzeitigen Umzug des CB-Marktes auswirkt.

Schlachthof: Mehr, mehr, mehr. Die Beschlüsse zum Areal des ehemaligen Schlachthofes werden ebenfalls immer kurioser. Der Bauausschuss hat den Startschuss für zwei Bebauungspläne gegeben – mit 5400 Quadratmeter Verkaufsfläche für Supermärkte. Dabei geht es um die erste Stufe eines mehrstufigen Verfahrens. Der aktuelle Stand: Auf dem Schlachthof-Gelände darf ein Kaufland gebaut werden – mit 3800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Und: An der Lohmühle 84 darf ein Edeka einziehen mit 1600 Quadratmetern. Das hat der Bauausschuss beschlossen. Die Stadtplanung hingegen lehnt beide Projekte ab: Bei Kaufland hält sie 1600 Quadratmeter für das Maximum, an der Lohmühle ist bei 1200 Quadratmetern Schluss. Doch der Investor an der Lohmühle und die Bürger am Brolingplatz wollten 400 Quadratmeter mehr. Die Grünen haben das beantragt – jetzt sind 1600 Quadratmeter beschlossen. Fraglich ist aber, wie lange diese Beschlüssen halten. Denn zumindest über Kaufland auf dem Schlachthof-Areal wird in der Bürgerschaft morgen noch einmal entschieden. Denn SPD, Grüne, GAL wollen das Vorhaben noch stoppen – und fordern einen städtebaulichen Wettbewerb für dieses Areal. Gibt es dafür eine Mehrheit, wäre Kaufland erst einmal passé. Aber: Die BfL will dann einen Bürgerentscheid zum Schlachthof initiieren.

Josephine von Zastrow

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