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Lübeck Entscheidung vertagt, Stichwahl am 19. November
Lokales Lübeck Entscheidung vertagt, Stichwahl am 19. November
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08:10 06.11.2017
Stichwahl: Jan Lindenau (SPD) und Kathrin Weiher (parteilos) treten am 19. November noch einmal direkt gegeneinander an. Quelle: Felix König
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Lübeck

Weiher und Lindenau bestreiten die Stichwahl am 19. November. Der parteilose Kandidat Detlev Stolzenberg kommt mit 20,4 Prozent auf Platz drei. Sowohl Weiher als auch Lindenau waren von dem starken Abschneiden von Stolzenberg überrascht und buhlen jetzt um dessen 14 063 Wähler. Die Wahlbeteiligung liegt mit 39,2 Prozent knapp über der von 2011.

Wer folgt auf Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)? Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD) liefern sich bereits in der ersten Runde ein Kopf-an-Kopfrennen und kommen in die Stichwahl. Der Wahlabend in Bildern.

Im Hanse-Saal des Ratskellers gab es heute Abend eine Premiere. Zum ersten Mal verfolgte nicht nur die CDU die Wahlergebnisse auf einer Leinwand, sondern es tummelten sich auch Politiker von FDP, Linken, Grünen und BfL in dem Saal.

Politiker wie Linken-Chefin Katjana Zunft, FDP-Vize Gerrit Koch oder CDU-Fraktionsvize Lars Rottloff bewerteten die ungewöhnliche Zusammenarbeit als angenehm und gehen davon aus, dass die gute Stimmung künftig auf die Zusammenarbeit in der Bürgerschaft ausstrahlen wird.

Ein Kommentar von LN-Chefredakteur Gerald Goetsch

Nach dem Auszählen der Hälfte von 126 Wahlbezirken übernahm Weiher die Führung und gab sie nicht mehr ab. Die Kandidatin, die ihre Brötchen als Kultur- und Bildungssenatorin verdient, ist überzeugt, dass sie die Stichwahl in 14 Tagen gewinnen wird. "Eine Wechselstimmung ist deutlich erkennbar", sagt Weiher. Sie will in den nächsten 14 Tagen die Wähler, die Stolzenberg gewählt haben, zu sich ziehen. "Mich interessieren aber auch die Wähler von Thomas Misch und Ali Alam", erklärt Weiher. Thomas Misch(Freie Wähler) holte 7,5 Prozent, für Ali Alam stimmten 4,9 Prozent.

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Auf die Stimmen von Stolzenberg schielt auch Jan Lindenau, der sich über Stunden nicht im Rathaus blicken ließ und dann, als er kam, von seinen Parteigenossen frenetisch bejubelt wurde. Der 38-jährige Bankkaufmann kündigt für die nächsten 14 Tage bis zur Stichwahl Feuerwerk und Knaller an. Er sehe deutlich mehr Schnittmengen zwischen sich und Stolzenberg als zwischen Weiher und Stolzenberg. Mit minutenlangen "Jetzt geht's los"-Rufen stimmten sich die Genossen auf den weiteren Wahlkampf ein.

Stadtplaner Stolzenberg, der von allen Seiten viel Lob für seinen Wahlkampf erhielt, verrät bislang nicht, ob er seinen Wählern eine Wahlempfehlung geben wird oder nicht - und wenn für welchen der beiden verbliebenen Kandidaten. Thomas Misch von den Freien Wählern zeigt sich zufrieden mit seinem Abschneiden. Seine Partei würde von Wahl zu Wahl mehr Stimmen in Lübeck holen. Auch Misch verrät noch nicht, ob es eine Wahlempfehlung der Freien Wähler geben wird. Am Donnerstag tagt der Kreisvorstand zu dieser Frage.

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Thorsten Fürter, Kreisvorsitzender der Grünen, ist zufrieden, dass die gemeinsame Kandidatin Weiher den ersten Wahlgang gewonnen hat Das Abschneiden von Lindenau bezeichnet Fürter als "dramatisch schlecht für einen SPD-Kandidaten in einer SPD-Hochburg". Anette Röttger, Kreisvorsitzende der CDU, ist enttäuscht über die Wahlbeteiligung und ruft die Lübecker auf, zur Stichwahl zahlreicher abzustimmen. FDP-Kreisvorsitzender Mirko O. Schultz zieht den Hut vor dem parteilosen Kandidaten Stolzenberg, "der Lindenau und Weiher viele Stimmen gekostet hat".

Sehr zufrieden ist auch Ali Alam von der Satire-Gruppe "Die Partei": "Super zufrieden. Es hat Spaß gemacht." Mehr als 3000 Lübecker haben bei ihm sein Kreuz gemacht. "Und das mit null Budget." Eine Wahlempfehlung gibt er nicht ab: "Die Menschen sollen ihrem Herzen folgen."  

Wahlverlierer ist Joachim Heising (parteilos) mit aktuell 2,7 Prozent. „Ich bin unzufrieden“, gibt er zu. Die Ursache für sein schlechtes Abschneiden begründet er mit seinem „fehlenden Bekanntheitsgrad“. Seinen Wählern empfiehlt er, „auf jeden Fall Kathrin Weiher (parteilos) wählen und auf keinen Fall Jan Lindenau (SPD).“

dor

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