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Lübeck Entschieden: SPD und CDU für Asphalt auf dem Koberg
Lokales Lübeck Entschieden: SPD und CDU für Asphalt auf dem Koberg
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22:59 28.04.2016
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Innenstadt

Nicht durchgesetzt haben sich die kleinen Fraktionen mit ihrer Forderung nach geschnittenem Kopfsteinpflaster für den Koberg. Dafür gekämpft haben: GAL, Grüne, FDP, BfL, Partei-Piraten, „Liechtenstein“-Fraktion aus Freien Wählern und Linken. Damit wird die Straße entlang des Platzes in der Altstadt diesen Sommer mit Flüsterasphalt versehen. So wie es die Bauverwaltung von Anfang an geplant hat. Dagegen protestiert hatten Architekturforum, die Bürgerinitiative Rettet Lübeck und die Politiker der kleinen Fraktionen. Die Possehl-Stiftung hatte sogar angeboten, die Mehrkosten von 200000 bis 240000 Euro zu übernehmen „Der Koberg darf nicht asphaltiert werden“, macht BfL-Vormann Marcel Niewöhner klar. „Ja zum Kopfsteinpflaster“, fordert Grünen-Frontfrau Michelle Akyurt. Sie ist alarmiert: „Ein Platz mitten in der Welterbe-Altstadt droht im Asphalt zu versinken.“ Thorsten Fürter (Grüne) warnt SPD und CDU: „Sie unterschätzen die Emotionalität des Themas.“ Die Bürger würden das Bild des Kobergs samt Straße mit Kopfsteinpflaster positiv annehmen. „Und Sie wollen daraus eine schöne Asphaltpiste machen.“ Er plädiert für Tempo 15 am Koberg. „Kopfsteinpflaster bremst die Autos“, stimmt Niewöhner zu. Er bezeichnet CDU und SPD als „Asphalt-Fraktion, die die Geschwindigkeit an dem Patz erhöhen“. Der BfL-Mann ist sich sicher: „Wenn Sie ein klein wenig auf die Bürger hören, dann stimmen sie für Pflaster auf dem Koberg.“ Pirat Oliver Dedow argumentiert genauso: „Kein einziger Bürger ist für Asphalt, sondern alle würden sich für Kopfsteinpflaster entscheiden.“ Carl Howe (GAL) meint: „Die bessere Lösung ist das Pflaster.“ Auch für Radfahrer, Fußgänger und die Busse. FDP-Fraktionschef Thomas Rathcke sagt: „Die Darstellung der Bauverwaltung hat mich nicht überzeugt.“ Bruno Böhm (Freie Wähler) argumentiert: „Das Pflaster ist vor 15 Jahren falsch verlegt worden.“ Das sei die Ursache dafür, dass die Straße am Koberg zum Flickenteppich wurde. Böhm: „Die Misere hat mit dem Unterbau zu tun, nicht mit dem Pflaster.“

Da widerspricht Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): „Der neue Unterbau ist derselbe wie damals.“ Das Kopfsteinpflaster sei in Beton gelagert. Dass das Pflaster heute so kaputt sei, habe mit der Nutzung zu tun. Täglich rollen 6500 Autos über die Straße, darunter 900 Busse und Lastwagen. Elf Buslinien werden dort entlanggeführt. Saxe plädiert für Asphalt: „Die Gestaltung muss hinter der Funktionalität zurückstehen.“ Er gibt aber zu: „Es gibt viele gute Gründe für Pflaster.“ Doch Asphalt sei „angesichts des Verkehrs der richtige Belag“, bekennt er mit „halb blutendem Herzen“.

Nüchterner sehen SPD und CDU die Sache. „Für die Anwohner wird der Lärm reduziert“, erklärt Verkehrsexperte Ulrich Pluschkell (SPD). „Es ist eine Haupterschließungsstrecke der Stadt“, sagt Baufachmann Christopher Lötsch (CDU). Zudem gebe es bei dem Pflaster in Hüx- und Fleischhauerstraße schon Probleme. „Und dort fließt nicht so viel Verkehr.“ CDU- Fraktionschef Andreas Zander: „Wir sind uns alle einig, dass Pflaster schöner wäre.“ Aber die historischen Gebäude am Platz würden unter den Erschütterungen leiden. Deshalb müsse jetzt dafür eine Lösung her. Zander macht aber klar:

„Uns fehlt ein Bild der Stadt.“ Das solle diskutiert werden mit Bürgern, Initiativen, Geschäftstreibenden, Stadtverkehr. Zander: „Und wenn der Asphalt dann wieder raus soll, dann ist das so.“

Mehrere Sperrungen

25. Juli bis 19. September: In dieser Zeit wird die Straße am Koberg saniert. Los geht es mit der Straße entlang des Platzes — von der Schiffergesellschaft bis zur Königstraße. Vom 14. August bis 10. September ist dann der Abschnitt Königstraße bis zum Penny-Markt dran. In diesen Zeiten wird es mehrere Wochen Vollsperrung geben. Am 10./11. September ist die Große Burgstraße dran, am 17./18. September dann die Breite Straße bis zur Beckergrube.

Von Josephine von Zastrow

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