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Lübeck Equal Pay Day: Frauen reden Klartext in Sachen Gehalt
Lokales Lübeck Equal Pay Day: Frauen reden Klartext in Sachen Gehalt
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18:22 18.03.2017
Im Workshop „Warum Männer Frauen folgen“ sprechen die Teilnehmerinnen mit Leiter Dr. Stefan Goes über Personalverantwortung. Quelle: Foto: Roessler

Damit eine Frau für die gleiche Arbeit genau so viel bekommt wie ihr männlicher Kollege, muss sie länger arbeiten. Ganze 77 Tage. Diese 77 Tage nach dem 1. Januar findet deshalb der Equal Pay Day statt – der Tag der Entgeltgleichheit. An die 200 Frauen besuchen gestern die Infotische im Hansemuseum. „Schon vor Beginn standen die Frauen Schlange“, berichtet Stefanie Kohlmorgen, stellvertretende Geschäftsführerin des Frauennetzwerkes zur Arbeitssituation.

Insgesamt finden zwölf eineinhalbstündige Workshops am Equal Pay Day im Hansemuseum statt. „Der Zuspruch ist groß, es laufen drei Workshops gleichzeitig“, sagt Kohlmorgen. Nach den Arbeitskreisen zu Themen wie Beziehungsmanagement im Arbeitsalltag oder Vorbereitungen für Gehaltsverhandlungen findet ein sogenanntes Speed Coaching statt; das Angebot ist breit gefächert.

„Es geht einfach darum, den Frauen zu zeigen, dass es nicht verrückt ist, für sich selbst einzustehen und deshalb auch etwas zu verlangen“, sagt Kohlmorgen. Die Coaches, die ehrenamtlich die Workshops abhalten, stellen sich später für halbstündige Einzelgespräche zur Verfügung. „Hier können auch Frauen dazustoßen, die nicht an den Workshops teilgenommen haben, die Speed Coachings sind kostenlos“, erklärt Nadine Spieckermann, 2. Vorsitzende des Business and Professional Women Club (BPW) Lübeck. Die unterschiedlichsten Frauen kämen dann zu den Coaches. „Es sind Schülerinnen, Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen wollen oder auch solche, die gerade in der Findungsphase sind“, sagt Spieckermann.

Und Lübecks Frauen nehmen das große Angebot dankend an. Voll besetzt ist beispielsweise der Workshop von Dr. Stefan Goes. In seinem Kurs „Warum Männer Frauen folgen“ geht es um Orientierung, Personalverantwortung und berufliche Weiterentwicklung. Hier diskutieren die teilnehmenden Frauen und berichten aus ihrem eigenen Arbeitsalltag.

Zum zehnten Mal findet der Equal Pay Day deutschlandweit statt. Immer noch gibt es trotzdem eine Lohnlücke von 21 Prozent. Beim ersten Equal Pay Day 2007 lag sie bei 23 Prozent. „Unser Ziel ist es, diese Strukturen zu verändern, und zwar politisch“, erklärt Stefanie Kohlmorgen vom Frauennetzwerk. Für die einzelnen Frauen sei an diesem Tag aber vor allem die eigene Weiterentwicklung wichtig.

„Es ist einfach klasse, was die Frauen hier organisiert haben“, findet Marieke Kröger. Die 29-Jährige geht zwar nicht zu den Workshops, kommt aber spontan, um sich über die Coachings zu informieren.

„Man merkt, dass die Zusammenarbeit und Unterstützung von Frauen für Frauen hier wichtig ist.“

Tatsächlich arbeiten die Frauen auf dem Equal Pay Day ehrenamtlich. „Wir vom BPW haben alle ganz unterschiedliche Berufe, wollen aber trotzdem gern andere Frauen unterstützen“, erzählt Schatzmeisterin Susan Nowack.

Tomma Petersen

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