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Lübeck „Er war ein großer Mann“
Lokales Lübeck „Er war ein großer Mann“
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23:45 17.06.2017
Abschlusskonzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals am 20. August 1989 im Lübecker Dom: Johannes Rau, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen, Intendant Justus Franz, Björn Engholm, Ministerpräsident Schleswig-Holstein, Marianne Tidick, Ministerin für Bundesangelegenheiten Schleswig-Holstein und Bundeskanzler Helmut Kohl. Quelle: dpa
Innenstadt

Die Nachricht über den Tod von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, der am Freitag mit 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen verstarb, ging in Windeseile um die ganze Welt. Auch in der Hansestadt erinnert man sich an den Machtmenschen aus der Pfalz.

Helmut Kohl war ein Politiker, der polarisierte. Sein Tod bewegt auch die Menschen in der Hansestadt.

Stefan Wolf wollte gerade nach Hause fahren, als er auf seinem Handy die Eilmeldung über den Tod des Ex-Kanzlers gelesen hat. „Ich habe erst einmal meine Frau angerufen“, sagt der Inhaber des Lübecker Natursteinwerks Rechtglaub-Wolf. „Helmut Kohl war für mich ganz klar Kanzler der Deutschen Einheit und ein starker Mann“, sagt Wolf.

„Großer Mann, sehr präsent in seiner Zeit“, das waren die ersten Gedanken, die Sonja Dabrowski und Imme Kunkel zu Helmut Kohl einfielen. Auch wenn seine politischen Taten bei den beiden Lübeckerinnen nicht immer nur für Lob gesorgt hatten. „Es war nicht alles gut, was Kohl gemacht hat. Und es war gut, als seine Ära irgendwann vorbei war“, findet Sonja Dabrowski. Für Imme Kunkel war der Einheits-Kanzler der Politiker ihrer Jugendzeit. „Deutschland hat ihm viel zu verdanken. Er war ein großer Mann. Und ich habe ihn sehr bedauert, als seine erste Frau starb“, sagt sie.

Hans Buchheim aus Bergisch-Gladbach, der gerade Urlaub in der Hansestadt macht, sieht die Ära Kohl und seine Politik der Wiedervereinigung sehr kritisch. „Ich habe gleich nach der Wende im Osten gearbeitet. Das war schrecklich und die Politik hat das dort alles noch unterstützt“, sagt Buchheim. Das sieht Jürgen Schlünz anders. Der Hamburger hatte die Todesnachricht im Newsticker im Fernsehen gesehen. „Nun hat er es geschafft“, das war das Erste, was mir durch den Kopf ging, erzählt Schlünz. Kohl war nach einem schweren Sturz im Jahr 2008 gesundheitlich stark beeinträchtigt. „Ich fand ihn gut, bis auf die Parteispendenaffäre“, so Schlünz.

Für Klaus Puschaddel (CDU), stellvertretender Stadtpräsident der Hansestadt, war Helmut Kohl ein prägender Mensch und Politiker. Die Richtung der Kohl-Politik während der Wiedervereinigung war für Puschaddel der Auslöser, sich mit Kommunalpolitik zu befassen. „Ich habe Kohl als pflichtbewussten Diener des Staates erlebt, der aber auch persönlich sehr überzeugte.“

 Majka Gerke

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