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Lübeck Erfolgreiches Wohnprojekt: Jung und Alt als gute Nachbarn
Lokales Lübeck Erfolgreiches Wohnprojekt: Jung und Alt als gute Nachbarn
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21:20 04.08.2016
Mit zahlreichen Gästen feierte der Bauverein gestern Nachmittag Richtfest beim zweiten Bauabschnitt des Wohnprojektes. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Das Projekt ist anspruchsvoll und zeigt neue Wege für das urbane Wohnen auf. Nach dem Abriss der alten Gebäude, die unwirtschaftlich geworden sind, entsteht das neue Wohnquartier „Jung und Alt“ beidseitig der Ratzeburger Allee. Der erste Bauabschnitt ist bereits vollendet. Dort leben seit einen halben Jahr Mieter aller Generationen. Und sie leben gern dort, sagt Hauswart Achim Hamann. Das Miteinander von Jung und Alt sei „wunderbar“ und geprägt von gegenseitiger Hilfe.

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Richtfest an der Ratzburger Allee 58 bis 66 – Zweiter Bauabschnitt der Großbaumaßnahme des Lübecker Bauvereins nimmt Gestalt an.

Wohnquartier für alle

beträgt die Grundstücksfläche für alle sechs Bauabschnitte auf beiden Seiten der Ratzeburger Allee. Insgesamt entstehen 220 Genossenschaftswohnungen. Im neuen Wohnquartier wird in den nächsten Jahren ein vielfältiges Angebot für alle Generationen realisiert. Es gibt Wohnungen für Senioren, Singles, Studenten und Familien.

Genau dies ist das Ziel des Wohnprojektes mit seinen verschiedenen Wohnformen: WG-geeignete Studentenwohnungen, familiengerechte Wohnungen mit Gartenbezug, barrierefreie Seniorenwohnungen und gehobener Wohnungsbau prägen das neue Viertel.

„Wir bieten Wohnraum für jeden Geldbeutel und jede Lebensphase“, betonte Detlef Aue, Vorstandsmitglied des Lübecker Bauvereins, gestern beim Richtfest des zweiten Bauabschnittes und verdeutlichte, dass das Angebot auf große Resonanz stoße. Der vollendete erste Bauabschnitt sei lange vor der Fertigstellung komplett vermietet gewesen, der zweite Bauabschnitt, der im Mai kommenden Jahres abgeschlossen wird, sei bereits zu mehr als 80 Prozent vermietet. Der dritte Bauabschnitt, mit dem bereits begonnen wurde, soll im vierten Quartal kommenden Jahres bezugsfertig sein. 2019 startet die Bauphase für die Bauabschnitte vier bis sechs auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Ratzeburger Allee. Die Kosten für die ersten drei Bauabschnitte betragen 21,7 Millionen Euro. Start des Bauprojektes war Ende November 2014. Das „Wohnquartier für Jung und Alt“ beidseitig der Ratzeburger Allee soll bereits im Jahr 2022 komplett sein.

Detlef Aue sprach von einer langen Planungsphase für das Wohnprojekt. Bereits vor 17 Jahren habe man erste Pläne für die Neubebauung an der Ratzeburger Allee entwickelt. Schon damals sei klar gewesen, dass 800 Wohnungen aus dem gesamten Bestand des Bauvereins, die in der Nachkriegszeit errichtet worden waren, nicht mehr „zukunftsfähig“ sind. 500 dieser Wohnungen wurden bereits durch Neubauten ersetzt.

Bürgermeister Bernd Saxe unterstrich gestern beim Richtfest die Bedeutung derartiger Neubauprojekte für Lübeck. Die Hansestadt stehe im Wohnungsbau vor zwei zentralen Herausforderungen. Saxe sprach von einer „Welle von Bestandserneuerungen“ im Wohnungsbau, die dringend erforderlich sei, weil viele Wohnungen aus den frühen Nachkriegsjahren den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht würden.

Zusätzlich müssten in der Stadt in den nächsten Jahren 5000 Wohnungen zusätzlich gebaut werden, weil Lübeck wachse. „Wir haben eine enorme Zuwanderung“, sagte Saxe und betonte, dass die Stadt im Rahmen ihrer „Verbilligungsrichtlinie“ Grundstücke preisgünstig abgebe, damit „bezahlbares Wohnen realisiert und der soziale Wohnungsbau möglich wird“.

Architekt Philipe Roden vom Lübecker Architekturbüro Roden & Kuhfeldt, das das Bauprojekt an der Ratzeburger Allee realisiert, hob beim Richtfest hervor, dass viele Handwerksbetriebe aus der Region in die Baumaßnahme eingebunden worden seien. Er verwies aber darauf, dass es angesichts des Baubooms „schwer gewesen ist, Handwerker zu bekommen“.

Dass die Neubauten an der Ratzeburger Allee begrünte Flachdächer haben, ließ Zimmerermeister Christian Ramm gestern bei seinem launigen Richtspruch nicht unkommentiert: „Ich bin nicht mit größtem Vergnügen auf dieses Betondach gestiegen.“

Torsten Teichmann

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