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Lübeck Eric-Warburg-Brücke: Stadt sucht Ursachen für die Pannen
Lokales Lübeck Eric-Warburg-Brücke: Stadt sucht Ursachen für die Pannen
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13:16 27.09.2016
Im März 2008 wurde die Eric-Warburg-Brücke offiziell in Betrieb genommen. Über 19 Millionen Euro hat die Stadt für die Klappbrücke ausgegeben. 28600 Fahrzeuge passieren die Anlage täglich. Quelle: Fotos: Maxwitat/modrow

 Immer wieder kommt es zu Störungen an der Eric-Warburg-Brücke. Die Klappen lassen sich nicht bewegen oder fahren langsamer als geplant herunter.

 

„Zehn bis 15 Minuten lang warten stört mich nicht; die Schiffe müssen ja durch.“Toni Schiefner (28)
„Zusammen mit den Baustellen drumherum ist das eine ziemliche Katastrophe.“Ulrich Lübker (48)
„Diese bescheuerte Brücke regt mich auf! Ich habe wichtige Termine.“Frank Ackermann (51)

Bislang wurden diese Defekte als technische Pannen abgetan. Jetzt will die Stadtverwaltung die genauen Ursachen erforschen. Heute Abend werden dazu mehrere Testfahrten vorgenommen.

Ab der geplanten Abendöffnung um 19.30 Uhr müssen sich Autofahrer auf längere Wartezeiten einstellen. Die Brücke wird mehrfach hoch- und heruntergefahren. „Durch Klappenbewegungen mit verschiedenen Parametern soll versucht werden, die Fehlerursache herauszufinden“, erklärt eine Sprecherin der Stadt. Dabei werde die Brücke mal nur mit einem Zylinder bewegt und dann mit verminderter Pumpleistung, um Rückschlüsse auf das hydraulische Verhalten der Anlage ziehen zu können. „Im Einzylinderbetrieb oder bei geringerer Pumpleistung wird es zu einer verminderten Bewegungsgeschwindigkeit kommen, wodurch sich die Öffnungszeiten verlängern werden“, so die Sprecherin.

Bislang wissen die Techniker lediglich, dass es zwischen den beiden Hubzylindern immer wieder zu unplanmäßigen Druckdifferenzen kommt, die zum Abschalten der Anlage führen. Ein Monteur, den die Verwaltung angefordert hatte, konnte die Ursache nicht endgültig klären. Diese Stockungen im Klappmechanismus treten seit dem 14. September unregelmäßig auf, sagt die Verwaltung. Eine Dreiviertelstunde stand die Brücke an jenem Tag offen und sorgte für einen Riesenstau in der City. „Ein Senkventil war kaputt“, erklärte eine Stadtsprecherin. Die Klappen mussten von den Brückenwarten per Hand abgesenkt werden. „Es gab einen erheblichen Rückstau“, berichtet Gerlinde Zielke vom Stadtverkehr. Weil die Posener Straße dicht gewesen sei, wären viele Autofahrer über die Schwartauer Allee ausgewichen. Dort standen dann die Busse von drei Linien des Stadtverkehrs im Stau. Zielke: „Defekte an der Warburg-Brücke haben Auswirkungen auf unser gesamtes Liniennetz.“ Ende Juni hatte ein defektes Not-Aus-Relais für den Totalausfall der Anlage gesorgt, erst am darauffolgenden Tag klappte die Brücke wieder. Anfang April gab es Probleme mit der hydraulischen Steuerung.

„Es muss sichergestellt werden, dass die Brücke funktioniert“, fordert Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses der Bürgerschaft, „zumal etliche weitere Sanierungen anderer Brücken vor uns liegen.“ Bislang seien die Politiker stets über die einzelnen technischen Defekte informiert worden, einen Hinweis auf ein grundsätzliches Problem im Schließmechanismus habe es nicht gegeben.

Die Eric-Warburg-Brücke sei eine wichtige Verkehrsverbindung, bestätigt Ulrich Pluschkell. Der SPD-Verkehrspolitiker: „Die Lübecker brauchen eine zuverlässige Warburg-Brücke.“ Gespannt erwarten die Politiker die Ergebnisse der abendlichen Testfahrten für den Klappmechanismus. Für Pluschkell stellt sich auch die Frage nach einer möglichen Gewährleistungszahlung durch die Arge, die das Brückenbauwerk errichtet hat. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hatten sich Stadt und Brückenbau-Arge im Januar 2013 auf einen Vergleich geeinigt. Die Stadt musste 1,16 Millionen nachzahlen, die Brücke kostete somit 19,13 Millionen Euro. Die Klappbrücke wird täglich von 28600 Kraftfahrzeugen überquert.

 Kai Dordowsky

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