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Lübeck Erlebniswelt Hülshorst feiert 30-jähriges Bestehen
Lokales Lübeck Erlebniswelt Hülshorst feiert 30-jähriges Bestehen
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13:10 04.11.2017
Großer Spaß, auch für viele Erwachsene: 3-D-Minigolf bei Schwarzlicht. 2010 hatte Römer mit dem Bau des 700 Quadratmeter großen Piraten-Abenteuerlandes begonnen. Quelle: Fotos: Erlebniswelt Hülshorst, Sabine Risch (2)
St. Gertrud

Der Bär steppt nicht gerade an diesem Montagvormittag in der Erlebniswelt Hülshorst, doch immerhin eine der 16 fast neu aussehenden Bowling-Bahnen ist belegt: Die Freunde Julian Holst aus Ratzeburg und Norman Zaeske (beide 23) nutzen den freien Tag, um ihrem Hobby nachzugehen. „Ich bin seit Kindesbeinen hier“, erzählt Julian, „ich habe jeden Kindergeburtstag hier gefeiert.“ Genau die Kombination aus Gastronomie und Bowling oder seit 2011 auch Schwarzlicht-Minigolf im Piraten- Abenteuerland ist es, die für viele den Reiz der Erlebniswelt ausmacht.

Es scheint, als habe Thomas Römer ein glückliches Händchen: Vor 30 Jahren begann er mit acht Squash-Courts, Kegelbahnen und ein bisschen Bowling – inzwischen ist aus dem Sportpark Hülshorst in Karlshof eine vielfältige Erlebniswelt mit beliebter Gastronomie geworden.

Stolz ist der 63-jährige Thomas Römer vor allem auf den 2014 erneuerten Restaurant-Bereich mit überdachter Terrasse. Colinar heißt das Restaurant, und insgesamt beschäftigt Römer vier Köche. Seit das Twiehaus in Israelsdorf als letzte Gaststätte geschlossen habe, „kommen viele Familien von dort und aus Karlshof zum Essen zu uns“, sagt Römer, dessen Restaurant in der Vorweihnachtszeit fast ständig für diverse Weihnachtsfeiern gebucht ist. Auch für Familienfeiern sei das Colinar eine beliebte Anlaufstelle. „Die Gastronomie“, sagt er, „ist die Haupteinnahmequelle.“

Was verwundert, denn neben Bowling – hier spielen unter anderem 900 Bowler in 83 Mannschaften des Betriebssport Vereins Lübeck – und Schwarzlicht-Minigolf hat Römer inzwischen noch weitere Einnahmequellen. Er ist Betreiber der Kindertagesstätte am Schellbruch, für die er eine gemeinnützige GmbH gegründet hat, und er hat es „nach 14 Jahren Verhandlung“ geschafft, 50 Wohnmobil- Stellplätze von der Firma Gabler zu ergattern. „6000 Übernachtungen pro Jahr haben wir dort“, sagt Römer. Hinzu kommen noch 5500 Quadratmeter Solardach, die er vermietet hat. Inklusive Kita beschäftigt der gelernte Maschinenbauer 48 Mitarbeiter, davon etliche in Teilzeit. Viele sind schon lange dabei. Susanne Römer (56), die inzwischen seine Ehefrau ist, arbeitet seit 1989 im Büro und manchmal am Tresen, Empfangsdame Ute Straatmann ist seit 30 Jahren dabei, Küchenchef Stefan Seifert seit immerhin 14 Jahren.

Es sieht so aus, als habe Römer alles richtig gemacht. „Alles nicht“, sagt er, „aber einiges.“ Schon nach seiner Tätigkeit beim Bundesgrenzschutz hatte er sich mit einer kleinen Bowling-Anlage mit vier Bahnen in Bad Bramstedt selbstständig gemacht. Es war jene Zeit, in der Bowling in Deutschland so richtig populär wurde,„die Anlage wurde schnell zu klein.“ Kurzzeitig stieg er in die Lübecker Bonbonmaschinen-Fabrik seines Großvaters ein, doch wenig später entdeckte er in unmittelbarer Nachbarschaft die inzwischen leerstehende Halle des C & C-Großmarktes und verwirklichte mit viel Eigenarbeit den Traum vom Freizeitzentrum.

Als die acht Squash-Courts nicht mehr gefragt waren, trennte sich Römer von dieser Sportart und erweiterte den Bowling-Bereich Auch das dreimal erweiterte Fitnesscenter, das zwischenzeitlich 1000 Mitglieder hatte, gab er beizeiten auf. „Heute“, sagt der 63-Jährige, „gibt es auf dem Fitnessmarkt zuviel Konkurrenz.“

Immer wieder hat Thomas Römer an- und umgebaut, Trends aufgegriffen und sich den Wünschen der Kunden angepasst. Wo einst der Saunabereich war, entstand ein großer Veranstaltungsraum, der „Rittersaal“, und auch für die Kita war nun Platz. Aktuell ist übrigens die Erweiterung um eine Waldgruppe in Planung. „Wenn wir einen Container aufstellen können, machen wir das“, sagt er. Römer hat zwar an der Hülshorst noch eine Menge vor, doch auch die Nachfolge ist bereits geregelt: Tochter Svenja Böckmann (29) arbeitet schon lange im Betrieb mit.

 Von Sabine Risch

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