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Lübeck Erntedank mit Kälbchen, fairen Produkten und Gottesdienst
Lokales Lübeck Erntedank mit Kälbchen, fairen Produkten und Gottesdienst
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22:51 23.09.2016
Gestalten den verkaufsoffenen Sonntag zum Erntedank mit: Pastor Robert Pfeifer (v. l.), Anette Röttger, Aykut Kayabas, Pröpstin Petra Kallies und Olivia Kempke. Quelle: Felix König
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Innenstadt

Wenn Anette Röttger, Vorsitzende des Landfrauenvereins Lübeck und Umgebung, am Erntedanksonntag, 2. Oktober, mit Trecker und Hänger auf den Markt fährt, ist es mehr als eine spektakuläre Aktion. Ihren „Kuh-Kindergarten“, also Kälbchen, bringt sie mit, weil beim inzwischen fünften verkaufsoffenen Sonntag unter dem Motto „Lübeck feiert Erntedank“ die Milch im Mittelpunkt stehen soll. Zumindest für die landwirtschaftlichen Erzeuger. Dass eine Kuh ohne Kalb keine Milch gibt, dass viele Höfe in den Lübecker Dörfern aufgrund der niedrigen Milchpreise und des Drucks durch die großen Discounter in ihrer Existenz bedroht sind – darüber und über andere Themen möchten sie und ihre Kolleginnen mit den Besuchern ins Gespräch kommen. Dazu werden die Landfrauen ihre beliebten Herbstkränze feilbieten, die Jazz-Tänzerinnen Black Bees zeigen auf dem Markt ihr Können.

„Erntedank ist die Feier des Lebens, die Feier der Fülle.“Pröpstin Petra Kallies

Um 12 Uhr beginnt auf dem Markt ein gemeinsamer Erntedank-Gottesdienst, den Pröpstin Petra Kallies, Marien-Pastor Robert Pfeifer, der Mädchenchor Canta! sowie das Ensemble Lübsches Blech gestalten. „Erntedank ist die Feier des Lebens, die Feier der Fülle“, sagt Pröpstin Kallies. „Was wir oft vergessen, ist, dass die Fülle durch die Hände der Landwirte geht.“

Widersprüchlich sei: „Wir wünschen die Naturlandschaften und Bio-Produkte, kaufen aber Milch für 46 Cent beim Discounter.“ Das wolle sie thematisieren.

Für notleidende Kinder in aller Welt backen die Konfirmanden von Robert Pfeifer unter dem Motto „5000 Brote“ mit der Feinbäckerei Schüler viele, viele Brote. Diese werden sie am Sonntag an ihrem Stand auf dem Markt für den guten Zweck verkaufen. Auch der Sieben-Türme-Kalender zum Erhalt der Lübecker Kirchen, dieses Mal gestaltet von Fotografin Christine Rudolf, ist hier erhältlich.

„Ich freue mich wirklich, dass man an diesem Sonntag den Bogen schlagen kann“, sagt Olivia Kempke, Geschäftsführerin des Lübeck-Managements. Gemeint ist der Bogen zwischen Produktion, Anbau, Ernte und Verbraucher. Viele Geschäfte würden das Erntedank-Thema aufgreifen. So beteilige sich ein neuer Bierladen im Balauerfohr mit einer Hopfenernte. Bereits im ersten Jahr sei sie „fasziniert gewesen, dass der Markt schon vor Öffnung der Geschäfte voll ist“.

Während am Rathaus Kirche, Landfrauen und Rolf Niehuesbernd mit seinen mittlerweile schon traditionellen Kartoffeltagen vertreten sind, wird auf dem Klingenberg ein Fairtrademarkt eingerichtet. „Das passt doch gut zu der Aktion auf dem Markt“, sagt Aykut Kayabas von One Fairtrade (vormals Contigo). Denn das Ziel fairen Handels sei es ja, dass die Produzenten fair bezahlt und behandelt würden.

Zehn Stände sind vertreten – neben Landwege, dem Weltladen und anderen bekannten Akteuren sind auch das neue Café Marae aus der Engelsgrube mit Smoothies und Rohkostkuchen dabei, der neue Laden Alles Käse aus der Mühlenstraße und Kirsten Prüß mit Kunsthandwerk. Auf einer Bühne präsentieren sich Lübecker Bands. „Wir setzen auf gutes Wetter“, sagt Kayabas, „denn alles findet open air statt.“ Die Chancen stehen gut – bisher spielte das Wetter stets mit.

 Sabine Risch

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