Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Erst gruseln, dann naschen
Lokales Lübeck Erst gruseln, dann naschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:15 31.10.2016
Schaurige Gestalten im Garten: Jessica (in der Mitte mit dem Kürbis) und Ramona Blöß (links mit Hut) haben sich zusammen mit Freunden und Verwandten als Untote verkleidet und feiern eine große Halloween-Party. Quelle: Fotos: Lena Modrow (2), Wolfgang Maxwitat

Ein Grabstein weist den Weg in den Hinterhof: „Zur Party hier entlang“. Im Garten grüßt den Besucher das Grab von Michael Jackson, aus dem eine Hand herausgekrabbelt kommt, vor dem Hauseingang stehen furchterregende Kürbis-Fratzen mit langen Eckzähnen. „Keep out“ steht in Blutschrift an der Tür. Wer bei der Familie Blöß klingelt, mag schnell denken, er sei bei der Adams Family gelandet. Denn jedes Jahr zum 31. Oktober bricht hier die Hölle los: Es ist Halloween-Party. Und die ersten seltsamen Gestalten schleichen schon als Schatten durch den Garten.

Zur Galerie
Schaurige Gestalten im Garten: Jessica (in der Mitte mit dem Kürbis) und Ramona Blöß (links mit Hut) haben sich zusammen mit Freunden und Verwandten als Untote verkleidet und feiern eine große Halloween-Party.

„Wir machen das schon viele, viele Jahre, weil wir uns einfach gern verkleiden“, sagt Jessica Blöß. „Und so richtig ging es dann los, als die Kinder in dem passenden Alter waren.“ Mit sehr viel Liebe zum Detail hat sich die 41-Jährige in diesem Jahr ein Zombie-Brautkleid aus einer weißen Spitzen-Gardine geschneidert. „Ich habe das T-Shirt zerrissen und mit Blut beschmiert“, sagt ihr Sohn Philo (9), der unter dem löchrigen Gewand ein täuschend echt aussehendes Knochenrelief trägt. Doch noch sind die Untoten nicht ganz fertig – es geht erst in die Maske. Im Badezimmer wird jetzt ordentlich Kunstblut vergossen.

„Für das Gesicht eignet sich ganz hervorragend eine Peeling-Maske“, sagt Jessica Blöß. „Wenn die getrocknet ist und man sie zum Teil abzieht, sieht es aus, als hätte man Hautfetzen im Gesicht hängen.“ Das wirkt so täuschend echt, dass dem achtjährigen Jermaine, der gerade nebenan geschminkt wird, kurzzeitig übel wird. Aber um lange in der Ecke zu sitzen, herrscht im Haus viel zu viel Trubel. Kleine Hexen rauschen über den Flur und verteilen Glitzer. Ein Baby-Kürbis krabbelt über den Flur. Zwischen Spinnweben hängen Mini-Tierchen, auf dem Tisch liegt ein halbes Gehirn – aus Plastik natürlich. Aber auch kulinarisch fährt die Blöß Family für ihre gut 20 Gäste einiges auf. „Zum Beispiel gibt es kleine Würstchen, in denen Mandeln stecken, die aussehen wie Fingernägel“, sagt Ramona Blöß, die Schwester von Jessica. „Dann gibt es noch Wackelpudding mit Glubschaugen aus Weingummi oder Hähnchen-Nuggets, die aussehen wie Fledermäuse. Und natürlich Blutorangensaft.“

Aber da klingelt es auch schon wieder an der Tür. „Ha, da ist ja der Tod auf Latschen“, sagt Ramona Blöß, als sie das blasse Gespenst hereinlässt, das in Begleitung von zwei Mini-Vampiren vorsichtig durch den Flur schwebt. „Einmal haben hier Kinder geklingelt, weil sie etwas Süßes haben wollten und die haben sich tierisch erschreckt, als sie uns gesehen haben“, erzählt Jessica Blöß, die sich inzwischen die Haare wild toupiert und angesprayt hat. Die Verwandlung zur Zombie-Braut ist vollkommen. „Wir waren das letzte Mal auf dem Zombie-Walk, da konnten wir schon einmal üben“, erzählt sie.

Die Jüngeren hingegen proben den Text für die anstehende Tour durch die Nachbarschaft: Sie wollen wieder eimerweise Süßigkeiten nach Hause holen. Neben „Süßes oder es gibt Saures“ heißt es noch: „Wir sind die kleinen Geister, wir essen gerne Kleister, und wollt ihr uns nichts geben, dann bleiben wir hier kleben.“

Noch sind die Gesänge etwas leise, aber die kleinen Hexen, Vampire und Untoten wissen schon ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wenn sie einen Korb voll Süßigkeiten erblicken. „Viele Nachbarn bereiten hier richtig kleine Spiele vor“, sagt Jessica Blöß. „Eine Nachbarin ist mal um einen großen Kessel getanzt. Und bei einem singen wir immer ein extra Lied, denn der hat heute Geburtstag.“

Die Kürbisgesichter

werden ausgehöhlte Kürbisse mit Fratzen als Laternen vor die Tür gestellt, um böse Geister abzuschrecken. Dieser Brauch stammt aus Irland, dem Ursprungsland des Halloween-Fests. Dort lebte einer Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield, der versucht hatte, den Teufel auszutricksen. So kam Jack Oldfield nach dem Tod nicht in den Himmel, sondern erhielt von dem Teufel eine Rübe und eine glühende Kohle, um durch das Dunkel wandern zu können. So entstand der Brauch der Rübenlaterne, die später zu einer Kürbislaterne wurde, da mehr Kürbisse verfügbar waren.

Lena Modrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In ihre 15. Runde geht die Schulkinowoche Schleswig- Holstein. 40 Lichtspielhäuser nehmen daran von Montag, 21., bis Freitag, 25.

31.10.2016

Britta Ernst (SPD) lobt das Niveau der dualen Ausbildung – Preisträger treten beim Bundeswettbewerb an.

31.10.2016

Beim Junge Stereopark Festival treten am Wochenende drei Bands auf.

31.10.2016
Anzeige