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Lübeck Erster Blick ins neue Klinikum
Lokales Lübeck Erster Blick ins neue Klinikum
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21:39 16.06.2017
Auf der Ebene 01 wird die zentrale OP-Einheit mit 20 Operationssälen entstehen. Lichthöfe sollen dafür sorgen, dass jeder OP genügend Helligkeit abbekommt. FOTOS (5): LUTZ ROEßLER Quelle: Lutz Roessler
St. Jürgen

Das ließ selbst den Bundesgesundheitsminister, der ja viel herumkommt, phasenweise staunen. Kommentare wie: „Das hört sich ja sehr gut an“, und: „Sehr spannend“, hörte man immer wieder von Hermann Gröhe (CDU), als ihm jetzt bei einer rund einstündigen Baustellenbesichtigung die Fortschritte beim Bau des neuen Uniklinikums gezeigt wurden. „Mit dem Rohbau sind wir so gut wie fertig, so dass voraussichtlich im September das Richtfest sein wird“, kündigte Prof. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), an.

Mammutprojekt nimmt Gestalt an – Bundesminister werden exklusive Einblicke gewährt.

„Es ist ein mutiges Projekt. Hermann Gröhe, Gesundheitsminister

Mammutprojekt aus Stahl und Beton

Im Rohbau werden zirka 6600 Tonnen Stahl verbaut, was nahezu dem Gewicht des Eiffelturms entspricht. Knapp 300 Millionen Euro werden in Lübeck investiert. Und über 200 Firmen, Planer und Bauunternehmen sowie Lieferanten wirken mit.

Eigentlich sollte dies schon zeitnah zum Richtfest in Kiel, wo ebenfalls am Klinikum der Zukunft gebaut wird und Ende April die Zwischenetappe gefeiert werden konnte, erfolgen. „Wir haben aber ein paar Probleme bei der Planungsumsetzung der Eingangshalle gehabt, und ohne diese möchten wir nicht das Richtfest begehen“, erklärte Scholz dem Gast. Denn wenn das neue 260 Millionen Euro teure Klinikum, das mit dem alten Gebäude bis 2018 verschmelzen soll, fertig ist, wird es rund 300 Meter nördlich des jetzigen eher bescheidenen Haupteingangs ein neues, großflächiges Entrée an der Ratzeburger Allee geben.

„Hier in der sieben Meter hohen Eingangshalle mit der Patientenaufnahme wird die rund 500 Meter lange, lichtdurchflutete Magistrale ihren Ausgang nehmen“, erklärte Scholz anhand von Skizzen, die am Bauzaun die Zukunftsvision veranschaulichen sollen. Links und rechts davon führe der Weg „klar gegliedert“ in die jeweiligen Ambulanzen und zu den stationären, medizinischen Fachbereichen, hob der UKSH-Chef hervor.

Bisher gleicht der Klinik-Campus eher einem Flickenteppich. Auf dem Gelände, das ungefähr so groß ist wie 100 Fußballplätze, gibt es neben dem Zentralklinikum, das 1991 eingeweiht wurde, etliche Kliniken, die über das gesamte Areal verteilt sind. „Nun wollen wir im Sinne des Patienten alles aus einem Guss schaffen“, erläuterte Scholz, „und den Klinikchefs sage ich: ,Man wird vom Schlossherrn zu einem Mitglied einer Wohngemeinschaft.’“ Das sei aber sehr positiv ausgedrückt, entfuhr es daraufhin dem Minister.

Dann ging es in das Innere des Beton-Stahl-Mammutbaus, der eine Fläche von 65 000 Quadratmetern auf sechs Stockwerken umfasst. Selbst am Abend hallte noch lauter Baulärm durch die weitläufigen Stockwerke. „Diese erste Etage, die Ebene 01, wird es in sich haben“, erläuterte Till Ebinger, „denn hier wird der zentrale OP-Bereich mit 20 Operationssälen entstehen.“ Dabei sollen Lichthöfe – farblich markiert auf den im Treppenhaus hängenden Bauzeichnungen – in jedem OP für reichlich Helligkeit sorgen.

Ebinger ist Geschäftsführer der BAM/VAMED, des mitfinanzierenden Immobilienpartners des UKSH. 250 Mitarbeiter seien derzeit auf der Baustelle; und nach der baulichen Fertigstellung erfolge die komplexe Inbetriebnahme des Klinikbereichs, wofür man bis zu sechs Monate benötige. An Gröhe gerichtet sagte er: „2019 wird mit Sicherheit der erste Patient operiert.“

Anschließend führte der Rundgang noch in das „Bettengeschoss“, wo nach den Erklärungen von Scholz jeweils vier der 40-Betten-Stationen in einem zusammenhängenden Komplex verbunden sein sollen. Auf dem Dach des Gebäudes mit Hubschrauber-Landeplatz angelangt, lobte der Gast aus der Hauptstadt: „Es ist gut, dass es hier so ein mutiges Neuinvestitionsprojekt gibt, um die Krankenversorgung an diesem Standort auf höchstem Niveau zu sichern.“

 Michael Hollinde

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