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Lübeck Erstes Psychiatrie-Bettenhaus eingeweiht
Lokales Lübeck Erstes Psychiatrie-Bettenhaus eingeweiht
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21:10 31.07.2018
Pflegedienstleitung Doris Greßing erklärt Sozialminister Dr. Heiner Garg (v. l.), Prof. Jens Scholz und Prof. Fritz Hohagen das Raumkonzept. Quelle: Fotos: Maxwitat
St. Jürgen

Alles wirkt einzugsbereit; die Türschilder sind angebracht, Bilder mit moderner Kunst hängen schon in den Fluren und in den Patientenzimmern. „Es sind auch nur noch Restarbeiten zu erledigen, hier ein Kabel, dort eine Steckdose. Mitte August beginnt voraussichtlich der Einzug“, sagt Doris Greßing. Sie arbeitet seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert in der Lübecker Uniklinik an der Ratzeburger Allee und hat schon einiges erlebt.

Das „Zentrum für Integrative Psychiatrie“ hat ein neues Bettenhaus für seine stationären Patienten. Untergebracht in einem Gebäudeensemble von 1912 besteht ein hoher Modernisierungsbedarf, so dass für Dezember das nächste Richtfest auf dem Uniklinik-Campus geplant ist.

„Wir lieben unsere Altbauten, aber insbesondere für die Patienten ist dieser Neubau schon ein großer Gewinn; er bietet ein schöneres Ambiente, Barrierefreiheit dank Fahrstuhl sowie den neuesten zeitgemäßen Standard“, so die Pflegedienstleitung, „zudem müssen wir mittlerweile wesentlich häufiger Patienten wegen ansteckender Keime isolieren, was jetzt aufgrund der Einzelbäder auf den Zimmern viel einfacher geht.“

Ihr zukünftiges „Zuhause“ ist nun nach 21 Monaten Bauzeit offiziell mit symbolischer Schlüsselübergabe und Ministerbesuch aus Kiel eingeweiht. „Wir haben den ersten Bauabschnitt geschafft; das erste von drei neuen Bettenhäusern ist fertiggestellt. Zusätzlich werden die Bestandsgebäude saniert, damit erhält das ZIP auf dem Campus Lübeck moderne Räumlichkeiten für die stationäre Unterbringung und für die therapeutische Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten“, sagt dazu Prof. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums Schleswig- Holstein (UKSH).

Das Kürzel „ZIP“ steht für das „Zentrum für Integrative Psychiatrie“, das unter anderem aus den Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychosomatik und Psychotherapie auf dem Campus besteht und eine Tochtergesellschaft des UKSH ist. „Als wir im Jahr 2011 diesen Schritt der Ausgründung gegangen sind, hat uns dies ganz neue Perspektiven der baulichen Weiterentwicklung eröffnet“, erläutert Psychiatrie-Klinikdirektor Prof. Fritz Hohagen, „denn zuvor waren wir nicht Teil des UKSH-Masterplans, obwohl wir dringenden Renovierungsbedarf für die ganzen historischen Häuser hatten.“

Nun könne das Geld, das verdient werde, in die eigenen Bauten investiert werden; „zudem dürfen wir das Sozialministerium um Unterstützung bitten“, ergänzt der Medizinische Geschäftsführer des ZIP.

Entsprechend flossen für das neue Bettenhaus, in dem schwerpunktmäßig Patienten mit Depressionen sowie mit Angst- und Zwangsstörungen untergebracht sind, rund 5,4 Millionen Euro aus Kiel nach Lübeck, bei 13 Millionen Gesamtkosten. Geld, das sinnvoll investiert ist – schließlich befindet sich das ZIP noch in dem denkmalgeschützten Gebäude-Ensemble der ehemaligen Heilanstalt Strecknitz von 1912.

„Denn auch Wände helfen zu heilen“, betont Hohagen.

Vier weitere Bauabschnitte sollen daher noch folgen. „Ursprünglich hatten wir die Idee, ein einzelnes großes Gebäude in die Mitte des vorhandenen Ensembles zu stellen. Doch das wurde von der Hansestadt abgelehnt“, berichtet Frank Eisoldt, Geschäftsführer des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein (GMSH), das für die Umsetzung der Baumaßnahmen zuständig ist. Nun habe man Neubauten, die sich mit den sanierten Altbauten arrangieren.

Das heißt: Alt und Neu sind über einen gläsernen Verbindungsbau, einem loungeartigen, lichtdurchfluteten Aufenthaltsbereich, miteinander verbunden. „Eine sehr harmonische Lösung“, lobt Schleswig-Holsteins Gesundheits- und Sozialminister Dr. Heiner Garg.

Das Gebäude-Doppel

Im Bettenhaus können insgesamt 60 Patientinnen und Patienten stationär psychotherapeutisch behandelt werden – 32 Personen im Erdgeschoss und 28 Personen im Obergeschoss. Zusätzlich zu den Patientenzimmern gibt es im Ober- und Erdgeschoss Pflegestützpunkte sowie Tagesklinikplätze. Neubau und sanierter Altbau werden durch einen gläsernen Verbindungsbau zu einer Einheit. In dem unter Denkmalschutz stehenden Bestandsgebäude befinden sich ausschließlich Therapieräume sowie Dienstzimmer für die Therapeuten.

Michael Hollinde

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