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Lübeck „TH klingt fetziger“
Lokales Lübeck „TH klingt fetziger“
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10:42 12.09.2018
Eine gefüllte St. Petri-Kirche bei der Erstsemester-Begrüßung der TH Lübeck. Quelle: 54° / Felix König
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Lübeck

Sie haben sich noch an der Fachhochschule beworben, die rund 1000 Erstsemester, die jetzt in Lübecks Kulturkirche St. Petri begrüßt worden sind, nun aber noch rund anderthalb Wochen Schonfrist haben. Denn erst am 24. September beginnt die Vorlesungszeit. Bis dahin werden sie von ihren Fachbereichen betreut. Des Weiteren gibt es Informationen, was es heißt, an einer TH zu studieren statt an einer FH. Es seien kaum Unterschiede, wie Präsidentin Dr. Muriel Kim Helbig betont. „Drüberschreiben, was in ihr steckt“ habe schlicht die Formel gelauten.

Intern arbeiten Verwaltung und Rechenzentrum fieberhaft am letzten Feinschliff des Umstellungsprozesses, wie TH-Pressesprecher Frank Mindt verrät. Da werden die allerletzten alten Namenszüge „umgelabelt“, Schilder ausgetauscht und E-Mail-Visitenkarten modifiziert. Denn zum Start des Studienbetriebes am 24. September soll alles stimmig sein. Einzig die Bushaltestelle „Fachhochschule“ am Mönkhofer Weg wird wohl noch länger an die alte FH erinnern.

TH-Studentin Yasmina Mfakker

Yasmina Mfakker wollte unbedingt im Norden bleiben. Die 19-Jährige aus Kaltenkirchen hatte sich ebenfalls für ein Studium in Hamburg und Kiel interessiert. „Ich habe dann aber doch die Fachhochschule Lübeck gewählt, weil es hier die Angewandte Chemie als Studienfach gibt“, sagt die Erstsemesterin. Eine praxisorientierte Ausrichtung sollte es unbedingt sein, betont sie. Dass die FH, bei der sie sich ursprünglich beworben hatte, zur TH geworden ist, sei ihr eigentlich egal. A propos Wohnungssuche: „Das war relativ einfach, eine WG zu finden“, kommentiert die junge Frau.

TH-Erstsemesterin Yasmina Mfakker. Quelle: Agentur 54°

TH-Student Jakob Himburg

Eigentlich hatte Jakob Himburg schon im vergangenen Jahr „seine“ Hochschule, die Technische Universität (TU) Berlin – mit rund 35000 Studierenden in 90 Studiengängen – gefunden. „Da hatte ich mich für Physikalische Ingenieurwisssenschaft eingeschrieben, aber letztendlich hat es mir dort nicht gefallen“, erklärt der 20-jährige gebürtige Berliner. Das sei ihm alles zu groß und zu anonym gewesen, begründet er – „auch das Studienfach war nicht das richtige.“ Nun also Maschinenbau an der Technischen Hochschule Lübeck. „Ich habe im Internet recherchiert, bin auf das Studienangebot gestoßen und gleich in die Hansestadt gefahren“, erzählt der Student. Alles habe ihm gefallen.

TH-Erstsemester Jakob Himburg. Quelle: Agentur 54°

TH-Studentin Helke Langethal

Weit hatte es Helke Langethal beim Wechsel der Hochschul-Campi nicht. „Stimmt, von Lüneburg nach Lübeck ist es quasi ein Katzensprung“, sagt die 24-Jährige. An der Leuphania Universität hat sie erfolgreich ihren Bachelor-Abschluss im Studiengang Nachhaltigkeitswissenschaften absolviert, „und jetzt habe ich mich an der TH für den Master in Städtebau und Ortsplanung eingeschrieben.“ Sie freue sich vor allem auf mehr Praxisbezug, der ihr vorher gefehlt habe. Dass die FH in TH umbenannt worden ist, findet sie gut. Denn: „TH klingt irgendwie ein bisschen fetziger.“

TH-Master-Studentin Helke Langethal. Quelle: Agentur 54°

TH-Student Christoph Schult

Es ist ein Heimspiel für Christoph Schult. „Ich bin überzeugter Lübecker und habe nach dem Abi an der hiesigen Uni Informatik studiert, aber dann abgebrochen“, erzählt der 33-Jährige. Anschließend folgten eine Ausbildung zum Technischen Modellbauer und Berufsjahre als Architekturmodellbauer in Hamburg. „Und wie das Leben so spielt, so kam ich mit meinem Vater ins Gespräch, der Schwierigkeiten hat, einen Nachfolger zu finden. Also beginne ich jetzt mein Architekturstudium“, berichtet der Erstsemester. Er freut sich über die Umbenennung. Denn: „Die FH hat man immer als kleinen Bruder der Universität wahrgenommen. TH klingt nun anspruchsvoller.“

Architektur-Student Christoph Schult. Quelle: Agentur 54°

Michael Hollinde

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