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Lübeck Erzbistum gibt sieben Millionen Euro für neue katholische Schule
Lokales Lübeck Erzbistum gibt sieben Millionen Euro für neue katholische Schule
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20:51 26.07.2016
Der Riegel steht entlang der Possehlstraße. Vorne ist die abgesenkte Turnhalle mit dem Dachgarten zu sehen. Quelle: Fotos: Thorsten Wulff/zeichnung: Mhb

Bevor die katholischen Grundschüler eine funkelnagelneue Schule mit viel Platz bekommen, müssen sie an ihrem provisorischen Standort noch einmal zusammenrücken. „Im nächsten Schuljahr geben wir zwei weitere Räume an die Luther-Schule zurück“, sagt Bernhard Baumanns, Rektor der Johannes-Prassek-Schule. 120 Schülern stehen dann nur noch die Container auf dem Gelände der Luther-Schule zur Verfügung. Doch die Enge hat bald ein Ende. Die katholische Grundschule wird auf einem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz am Berliner Platz neu gebaut – für sieben Millionen Euro.

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2018 zieht die Johannes-Prassek-Schule aus ihren Containern in der Moislinger Allee aus und zum neuen Standort – Pläne für den Neubau wurden jetzt den Eltern vorgestellt.

Die Pläne des Rostocker Architekturbüros MHB liegen vor und wurden den Eltern in der vergangenen Woche vorgestellt. „Die Eltern haben sehr positiv reagiert“, berichtet der Schulleiter, „viele können den Neubau kaum erwarten.“ Als die katholische Schule im Spätsommer 2011 den Betrieb aufnahm, stand das Thema Neubau bereits im Raum. Mehr als 25 Grundstücke wurden auf ihre Eignung untersucht. Sie mussten möglichst zentral liegen, groß genug und bebaubar sein und durften auch nicht allzu viel kosten. Bausenator Franz- Peter Boden (SPD) gab den entscheidenden Hinweis.

Das Erzbistum Hamburg nahm die Verhandlungen mit dem Land über den Kauf des früheren Hubschrauberlandeplatzes auf. In der zweiten Jahreshälfte 2014 kaufte das Erzbistum die 5000 Quadratmeter große Fläche. Die Bernostiftung aus Schwerin, die als Bauherr auftritt und auch Träger der Johannes- Prassek-Schule ist, stellte bei der Hansestadt eine Bauvoranfrage, die im vergangenen Sommer positiv beschieden wurde. Anfang Januar dieses Jahres stellte das Erzbistum sieben Millionen Euro bereit. Das Rostocker Architekturbüro entwarf verschiedene Modelle, die Schulkonferenz entschied sich für einen lang gestreckten Riegel entlang der Possehlstraße.

Die künftige Schule wird für acht Klassen und insgesamt 200 Schüler geplant. Die Bonner Schulentwicklungsgutachter „Biregio“, die auch die Hansestadt beraten, haben dazu geraten, auf Zuwachs zu bauen. Schulleiter Baumanns: „Wir können bei Bedarf ein drittes Geschoss oben draufsetzen und haben dann Platz für 300 Schüler.“ Der Wunsch, die katholische Grundschule um eine weiterführende Lehranstalt zu erweitern, bleibt bestehen. Baumanns: „Dazu müssten wir aber einen anderen Standort suchen, der Platz auf dem früheren Hubschrauberlandeplatz ist ausgereizt.“

Die Unterrichtsräume sind nach Westen ausgerichtet und je 87 Quadratmeter groß. Zum Vergleich: In den jetzigen Containern haben die Prassek-Schüler nur 56 Quadratmeter zur Verfügung. Der Haupteingang, der von der Welsbachstraße her erreicht wird, führt in ein großzügiges Foyer. Links befindet sich die Turnhalle, die zur Hälfte in der Erde verschwindet. Das Dach der abgesenkten Sporthalle wird als zusätzlicher Schulhof genutzt. „Der ist nämlich nicht so groß“, erklärt der Rektor. Rechts vom Foyer befindet sich die Mensa. Das Essen wird frisch gekocht.

Im Erdgeschoss wird auch die Betreute Grundschule zu Hause sein, die bisher mit zwei Containern zurechtkommen muss und künftig über 360 Quadratmeter Fläche verfügt. Die Schule bekommt einen Aufzug, einen Musikraum, eine Lehrküche, Werk-, Kunst- und Andachtsräume sowie eine Bibliothek. Verwaltungsräume sind im ersten Stock. Weil die Schüler aus dem ganzen Stadtgebiet hierherkommen werden, wird es für die Eltern eine Art Hotelauffahrt vor dem Haupteingang geben. Baumanns: „Sie können mit ihren Fahrzeugen vorfahren, die Kinder ausladen und weiterfahren.“ Anfang nächsten Jahres soll der Neubau starten. Spätestens im Sommer 2018 erfolgt die Fertigstellung. Baumanns: „Gerne auch früher.“

Italienisch und Englisch für Grundschüler

120 Schüler zählt die Johannes- Prassek-Schule, die im Sommer 2011 den Betrieb aufnahm. Zwölf Lehrer unterrichten die Schüler, die je zu einem Drittel katholisch, evangelisch und konfessionslos sind. Die Familien zahlen Schulgeld von monatlich 50 Euro im Monat. Viele Kinder erhalten ein Stipendium. Englisch wird ab der ersten Klasse unterrichtet, seit vergangenem Sommer ist Italienisch dazugekommen.

 Kai Dordowsky

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