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21:10 13.07.2018
Das ist der „Unruhestifter“: Das dieselbetriebene Aggregat raubt Anwohnern wie Bärbel Mund den Schlaf. Quelle: Foto: Holger Kröger
St. Jürgen

Seit etwa zwei Wochen klafft ein großes, längliches Loch in der Plönniesstraße. In Höhe des Durchganges zur Berliner Straße ist die Durchfahrt für Fahrzeuge gesperrt, und ein orangefarbenes Stahlrohr wird auf einer Höhe von fünf Metern über die Straße geleitet. Einige Meter weiter verschwindet das Rohr in einem Gully. Seit Dienstag vor einer Woche steht dort auch der „Übeltäter“ – ein großes, kastenförmiges, dieselbetriebenes Stromaggregat. Tagein, tagaus, die ganze Nacht brummt das Gerät vor sich hin. Die Anwohner sind genervt.

Anwohner der Plönniesstraße sind genervt. Rund um die Uhr läuft seit eineinhalb Wochen ein dieselbetriebenes Stromaggregat vor ihren Haustüren. Eine Hauptleitung für Abwasser wurde bei Baumaßnahmen beschädigt und muss nun mithilfe einer Pumpe umgeleitet werden.

Joachim Munds Schlafzimmer ist gerade einmal 20 Meter vom Generator entfernt. „Meine Frau ist schon in das zur Straße abgewandte Zimmer gezogen, da der Lärm nachts unerträglich ist“, sagt Mund. Er öffnet das Fenster, und ein konstantes Surren ist deutlich zu hören. „Ich bin drauf und dran, das Ding abzuschalten. Es ist eine Frechheit den Anwohnern gegenüber“, sagt Mund. Wie eine viel befahrene Durchgangsstraße klingt es in dem Viertel, das eigentlich zu den eher ruhigen Gegenden in St. Jürgen gehört.

„Gerade in der Hitzeperiode muss ich mich entscheiden: Möchte ich frische Luft und sitze auf der abgewandten Seite oder möchte ich Sonne und Lärm“, sagt ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Nur eine mannshohe Hecke trennt seine Wohnung vom Aggregat. Da er seine Wohnqualität erheblich eingeschränkt sieht, habe er überlegt, die Mietzahlung zu kürzen. Es sei zwar nicht die Schuld des Vermieters, aber eine massive Einschränkung sei es trotzdem.

„Im Zuge von Umbaumaßnahmen wurde die Hauptleitung fürs Abwasser beschädigt“, sagt Mirko Wetter, stellvertretender Sprecher der Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL). Nun müsse der Schaden, der durch eine Ramme verursacht wurde, mithilfe des Generators „überpumpt“ werden. „Deshalb läuft dort rund um die Uhr das Aggregat, obwohl augenscheinlich nichts passiert“, sagt der EBL-Sprecher.

„Tagsüber stellt das Gerät kein großes Problem dar, aber nachts ist es wirklich störend“, sagt Mund genervt und fragt sich, warum kein leiseres, mit Strom betriebenes Modell verwendet wird. Als ehemaliger Handwerker verstehe er, dass gewisse Arbeiten ihre Zeit brauchen. „Dass das mal ein bis zwei Tage dort steht, okay. Aber das jetzt schon länger nichts passiert, verwundert mich schon sehr“, sagt er weiter.

Und bis sich an der aktuellen Situation etwas ändert, wird noch einige Zeit vergehen. In drei bis vier Wochen könnte die Reparatur beendet sein, teilt der EBL-Sprecher mit. „Weil der Schaden in fünf Metern Tiefe auf Höhe des Grundwassers liegt, gestalten sich die Arbeiten schwierig“, erklärt Wetter. Ein Statiker müsse nun die Reperaturarbeiten vorbereiten – und das beanspruche Zeit. Parallel dazu würde versucht, die regulären Bauarbeiten fortzuführen.

Grund für die Baumaßnahmen war ursprünglich eine geplante Verbindungsleitung zwischen zwei Abwasserkanälen, um die Menge an Mischwasser, die in das Schmutzwassernetz eingeleitet wird, zu erhöhen. Einer der verantwortlichen Bauleiter teilte gestern mit, dass gemeinsam mit der Baufirma die Situation vor Ort besprochen wurde. „Wir versuchen Anfang der kommenden Woche, die Lautstärke zu reduzieren.“

Von Fabian Boerger

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